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Neue Heimat für den nord-deutschen OL-Nachwuchs

Deutschlandweit gibt es bekanntlich nur eine Handvoll Berufsschulen, die für das Kachelofen- und Luftheizungsbauerhandwerk ausbilden. Der Standort Hannover deckt ein großes Einzugsgebiet ab, das neben Niedersachsen auch Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen umfasst. Für die meisten Berufsschülerinnen und Berufsschüler bedeutete das bislang, sich während der Unterrichtsblöcke selbst eine Unterkunft zu organisieren – häufig im Internat der Handwerkskammer im FBZ Garbsen. Kritisiert wurden vor allem die rund einstündige Fahrzeit zur BBS 3 in der Ohestraße sowie die Kosten: Abgerechnet wurden dort grundsätzlich fünf Übernachtungen von Sonntag bis Freitag, auch wenn die Unterkunft oft nur von Montag bis Freitag genutzt wurde.

Die Lösung fand sich in unmittelbarer Nachbarschaft eines verwandten Gewerks: Das Schornsteinfegerhandwerk hatte in Hannover-Marienwerder erst vor wenigen Jahren einen komplett neuen Schulkomplex errichtet – mit modernen Klassenräumen, Werkstätten und einem eigenen Gästehaus. Nach konstruktiven Gesprächen zwischen den Innungsvorständen konnte Ende 2025 überraschend zügig eine tragfähige Vereinbarung getroffen werden, sodass der Unterricht für alle drei Ausbildungsjahre ab dem 9. Februar 2026 nach Marienwerder verlegt werden konnte. Möglich wurde dies maßgeblich durch die Initiative des Landesinnungsmeisters des Landesinnungsverbands für das Schornsteinfegerhandwerk Niedersachsen, Stephan Langer, sowie durch die konstruktive Zusammenarbeit mit der BBS 3 und deren Lehrerschaft.

Die Vorzüge liegen klar auf der Hand.

Der topmoderne Campus bietet Klassenräume mit Smartboards und technischen Messstationen, eine vollausgestattete Werkstatt für die praktische Ausbildung sowie eine hauseigene Mensa mit täglich mindestens zwei Gerichten zur Wahl. Vor Ort steht zudem ein Sozialarbeiter zur Verfügung, der insbesondere minderjährige Auszubildende begleitet. Unterrichtet wird weiterhin von den bewährten Fachlehrkräften der BBS 3 – Herrn Weber, Herrn Karow und Herrn Korn –, die nun zwischen den Standorten pendeln und dafür zusätzliche Fahrzeiten in Kauf nehmen. Auch die Anbindung überzeugt: Die Schornsteinfegerschule liegt nur 300 Meter von der nächsten Bahnstation entfernt.

Die Planungssicherheit für alle Betriebe, ihre Auszubildenden sicher und gut betreut unterzubringen, ist nun dauerhaft gewährleistet.«

Björn Keller

Besonders positiv hervorzuheben ist die neue Möglichkeit, während der Blockunterrichtszeiten kostengünstig direkt im schuleigenen Gästehaus auf demselben Gelände unterzukommen. Wege zwischen Unterkunft und Unterricht entfallen damit praktisch vollständig, und auch finanziell zahlt sich der Umzug aus: Wer im Gästehaus in Marienwerder wohnt, spart im Vergleich zur bisherigen Unterbringung in Garbsen spürbar Geld, da nur die tatsächlich genutzten Nächte von Montag bis Freitag berechnet werden. Konkret kostet die Unterbringung im Einzelzimmer inklusive Vollverpflegung 455,77 Euro pro Woche, im Zweibettzimmer 332,01 Euro – jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Wer weiterhin im FBZ Garbsen untergebracht ist, profitiert immerhin von einer direkten Busverbindung ohne Umsteigen von unter 30 Minuten zur Schule.

Vernetzung bietet Doppelnutzen

Über den praktischen Nutzen hinaus schätzt die Innung Nord besonders den ideellen Gewinn der neuen Nachbarschaft: Die räumliche Nähe zu den Auszubildenden des Schornsteinfegerhandwerks fördert die berufliche Vernetzung zwischen den verwandten Gewerken – eine Verbindung, die über den Schulalltag hinaus Früchte tragen kann. Als Zeichen der Verbundenheit mit dem neuen Standort beteiligte sich die Ofen- und Luftheizungsbauer-Innung Nord mit einer Spende von 1.000 Euro an der Errichtung einer Sportanlage auf dem Schulgelände.

„Das ist ein Gewinn für das gesamte Handwerk – sowohl für das Schornsteinfegerhandwerk als auch für das Ofenbauhandwerk. Wir sind sehr dankbar, dieses Ziel erreicht zu haben. Die Planungssicherheit für alle Betriebe, ihre Auszubildenden sicher und gut betreut unterzubringen, ist nun dauerhaft gewährleistet“, freut sich Björn Keller, Landesfachgruppenleiter der Ofen- und Luftheizungsbauer-Innung Nord, „ein besonderer Dank gebührt übrigens Harald Heynen und Sven-Lothar Zeitzmann von der niedersächsischen Innung, die ersten Kontakt mit der neuen Berufsschule aufnahmen und den Hauptverdienst für die schnelle Umsetzung haben.

Nach einem halben Jahr am neuen Standort zieht die Innung ein rundum positives Fazit und dankt allen Beteiligten, die diesen für die norddeutschen Ofenbau-Auszubildenden geradezu idealen neuen Standort ermöglicht haben – ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kooperation im Handwerk konkrete Verbesserungen für den Nachwuchs schafft.

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