Das Prometheus-Team steht für handwerkliche Qualität beim Bau von Speicheröfen.
Seit über 30 Jahren entwickelt die Prometheus Öfen Produktions- und Handels GmbH Speicheröfen für das Ofenbauerhandwerk. Thomas J. Meyer sprach für das K&L-Magazin mit Geschäftsführer Ing. Toni Brandauer über Systemtechnik, handwerkliche Qualität und die Rolle des Speicherofens in der Wärmewende.
K&L-Magazin: Herr Brandauer – Prometheus wurde 1994 gegründet und hat sich mit seinen Speicheröfen aus Schamotte einen Namen gemacht. Was hat das Unternehmen geprägt, was davon gilt bis heute und was waren die wichtigsten Entwicklungsschritte?
Toni Brandauer: Ja, Prometheus entstand 1994 – in einer Zeit, in der Speicheröfen überwiegend handwerklich, lokal und wenig standardisiert gebaut wurden. Von Beginn an haben wir Speichertechnik entwickelt, die aus dem Handwerk kommt und für das Handwerk gedacht ist. Diese Nähe zum professionellen Ofenbau prägt unsere Arbeit bis heute. Bis 2000 fertigten wir die Kernschamotte selbst in eigenen Formen. Jedes Element entstand im Haus. Dieses Wissen um das Zusammenspiel von Temperaturverhalten, Gewicht, Belastbarkeit und Schamotte-Design ist Kern unseres ofenhandwerklichen Systemdenkens bis heute.
Mit wachsender Nachfrage haben wir uns dann ganz bewusst für einen starken Industriepartner entschieden: Seit 2000 lassen wir unsere Kernschamotte nach eigenen Formen und Spezifikationen bei der österreichischen Rath AG fertigen. Damit konnte die Reproduzierbarkeit erhöht werden, ohne Einbußen bei der Präzision und ohne unsere DNA und die handwerkliche Logik unseres Systems aufzugeben.
Entwicklung und Endmontage unserer Brennraumtür erfolgt an unserem Firmensitz in Salzburg. 2014 wurden Vertrieb und Kommunikation neu ausgerichtet, mit Fokus auf den DACH-Raum und kontrolliertes Wachstum. 2024 erfolgte der Generationenwechsel in der Geschäftsführung. Die Werte blieben dabei unverändert: Handwerkliche Verantwortung, technische Präzision und Nähe zum Markt.
Prometheus hat sich von einem kleinen, anspruchsvollen Hersteller für Speicheröfen zu einem etablierten Anbieter entwickelt und kann erfreulicherweise seit seiner Gründung auf ein gesundes Wachstum zurückblicken.Ein Kunde bezeichnete das Unternehmen einmal als„Speicherofenmanufaktur“ – eine Beschreibung, die den Kern ganz gut trifft: Im Mittelpunkt stehen technisch und funktionell ausgereifte, hocheffiziente Lösungen, nicht Stückzahlen.
K&L-Magazin: Was unterscheidet einen Prometheus-Speicherofen grundlegend von industriellen Lösungen?
Toni Brandauer: Im Zentrum steht ein eigens entwickeltes Schamotte-Elementsystem, das in einer Nut- /Feder-Technik ausgeführt ist und vom Ofensetzer vor Ort in Handwerkarbeit aufgebaut wird. Das System besteht aus einem geprüften Feuerraum und einem abgestimmten keramischen Zugsystem. Die Rauchgase durchlaufen definierte Kanäle bevor sie den Schornstein erreichen und geben ihre Energie kontrolliert an die Speichermasse ab.
Im Mittelpunkt stehen technisch und funktionell ausgereifte, hocheffiziente Lösungen, nicht Stückzahlen.«
Das Resultat ist Grundwärme statt kurzfristiger Wärmespitzen. Bei korrekt ausgelegten Anlagen ist eine Wärmeabgabe von bis zu 24 Stunden realistisch, bei ein- bis zweimal täglichem Heizen. Dünnwandige Stahl- oder Gussgehäuse reagieren schnell, kühlen aber ebenso schnell wieder ab. Prometheus-Speicheröfen arbeiten mit Masse, Zeit und Temperaturstabilität.
Jeder Ofen wird vom Ofenbauer beim Kunden auf Raumgröße, Nutzung, Bauphysik und Abgasführung abgestimmt. Das ist keine Individualisierung aus Komfortgründen, sondern Voraussetzung für die Funktion des Systems. Die hohe Speichermasse sorgt für eine effiziente Nutzung der eingesetzten Energie. Bei sachgerechter Bedienung sind die Emissionen niedrig und die Lebensdauer hoch – wir haben Feedback von Kunden aus der Anfangszeit, die nach drei Jahrzehnten noch glücklich mit ihrem Prometheus sind. Nutzungszeiten von 30 Jahren und mehr sind also durchaus üblich. Das freut uns sehr und treibt uns an.
K&L-Magazin: Kommen wir nochmal auf die Brennraumtür zurück. Bei Prometheus stellt die Brennraumtür nicht nur ein Gestaltungselement dar, sondern fungiert als integraler Bestandteil der Verbrennungstechnik. Darüber hinaus sollen sie bei Prometheus eine wichtige Funktion innerhalb des Gesamtsystems„Speicherofen“ erfüllen. Was genau müssen wir uns darunter vorstellen?
Toni Brandauer: Die Brennraumtüren sind bei Prometheus weit mehr als der Abschluss des Brennraums, weshalb wir sie auch als„Glasheiztür“ bezeichnen. Als integraler Bestandteil der Verbrennungstechnik bilden sie das zentrale Element der Verbrennungsluftführung und tragen wesentlich zu einem effizienten, stabilen und sauberen Abbrand bei. Die verschiedenen Ausführungen der Türkonstruktion sind allesamt Eigenentwicklungen von Prometheus. Hinter ihrer auf den ersten Blick konventionellen Optik verbirgt sich bei allen Modellen ein und dieselbe durchdachte Systemlösung: Die Verbrennungsluft gelangt ausschließlich über links und rechts in die Tür integrierte Luftkanäle in den Brennraum.
Luftführung, Brennraum und Zugsystem werden bei jedem Ofenmodell bereits in der Entwicklungsphase aufeinander abgestimmt und bilden eine funktionale Einheit. Das Ergebnis ist eine kontrollierte Verbrennung mit hoher Prozessstabilität und sauberem Abbrand. Gleichzeitig erzeugt die integrierte Luftspülung einen definierten Luftstrom entlang der Sichtscheibe, der Rußablagerungen weitgehend verhindert und dauerhaft eine freie Sicht auf das Flammenbild ermöglicht. Unsere Glasheiztüren bieten wir in verschiedenen Ausführungen an – von klassischen Fronttüren mit großformatigen, doppelverglasten Sichtfenstern bis zu entsprechend funktionalen Ecklösungen. Entwicklung und Endmontage erfolgen am Unternehmenssitz in Salzburg, ebenso Qualitätskontrolle und Funktionsprüfung, was eine durchgängige Kontrolle des gesamten Fertigungsprozesses gewährleistet.
K&L-Magazin: Wie bewerten Sie die aktuelle Marktentwicklung für stückholzbefeuerte Speicheröfen?
Toni Brandauer: Der Markt für dieses Segment ist laut einer Auswertung des HKI aus 2025 für den Zeitraum 1990 bis 2024 zwar leicht rückgängig und damit nicht im Aufwind, trotz Wärmewende und Fokus auf elektrische Heizsysteme aber weitgehend stabil.Die Nachfrage bleibt bestehen, auch wenn einzelne Segmente schwanken. Energiepreise, Versorgungssicherheit und die baulichen Gegebenheiten im Bestand beeinflussen die Entscheidung zunehmend.
Speicheröfen sind keine überholte Technik, sondern eine ergänzende Lösung innerhalb eines diversifizierten Wärme-Mix.«
Ein zentraler Pluspunkt von Holzfeuerstätten ist und bleibt, dass diese Unabhängigkeit bieten, da sie ohne Strom funktionieren. In vielen Fällen sind Speicheröfen eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen oder eine praktikable Lösung dort, wo andere Technologien nur eingeschränkt umsetzbar sind.
K&L-Magazin: Prometheus steht für individuell geplante Speicheröfen. Zugleich gibt es mit dem„Litos“ ein fertig entwickeltes, kompaktes Modell, das seit mehreren Jahren erfolgreich im Markt ist. Wie passt das zusammen – und welchen Nutzen hat das für Ofensetzerpartner?
Toni Brandauer: Individualität und System schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Mit dem„Litos“ haben wir einen kompakten Speicherofen entwickelt, der auf ein reales Marktbedürfnis reagiert: Ein Ofen mit maximaler Speicherwirkung auf minimaler Fläche, planbar, effizient und handwerklich sauber umsetzbar.
Mit einer Aufstellfläche von etwa 65 × 65 cm bieten wir einen vollwertigen Speichergrundofen, der kaum mehr Platz als ein herkömmlicher Kaminofen benötigt. Er ist damit ideal für Wohnsituationen, in denen Raum begrenzt ist, aber auf nachhaltige, langanhaltende Wärme nicht verzichtet werden soll. Technisch basiert der Litos ebenfalls auf unserer Schamotte-Systembauweise, die unseren Ofensetzerpartnern einen zügigen, sauberen Aufbau bei seinem Kunden vor Ort ermöglichen.
Für unsere Partner im Ofenbau bietet diese Feuerstätte damit eine technisch ausgereifte, kalkulierbare Speicherofenlösung, die sich effizient umsetzen lässt. Schamotte und Brennraumtür sind ausschließlich über Prometheus erhältlich, wodurch Systemintegrität und Qualitätsniveau gesichert bleiben.
K&L-Magazin:Warum arbeitet Prometheus mit einem exklusiven Netzwerk qualifizierter Ofensetzer als selbständige Handwerkspartner?
Toni Brandauer: Prometheus setzt bewusst auf ein exklusives Partnernetz, weil Speicheröfen keine Standardprodukte sind, sondern handwerklich anspruchsvolle Systeme, deren Qualität erst in der konkreten Umsetzung entsteht. Planung, Materialauswahl und Ausführung müssen auf die jeweilige Bauphysik, das Nutzerprofil und die räumlichen Gegebenheiten abgestimmt werden. Das gelingt nur mit erfahrenen Ofensetzern, die die Technik sicher beherrschen.
Das Partnermodell ist daher zweigeteilt: Einerseits sorgen wir als Hersteller für eine ausgereifte Systemlösung, verlässliche Materialqualität und klare Vorgaben zur Ausführung. Andererseits sichern die Partner die fachgerechte Umsetzung vor Ort – durch ihre handwerkliche Kompetenz, ihre Planungserfahrung und ihre Verantwortung im Kundenkontakt. So entsteht eine gleichbleibend hohe Qualität, die weder von der Baustelle noch vom Markt abhängig ist.
Prometheus versteht seine Partner also nicht als Vertriebskanäle, sondern vielmehr als Experten bei der technischen Umsetzung. Die Zusammenarbeit ist langfristig auf Augenhöhe angelegt und auf fachlichen Austausch ausgerichtet.
Zur Qualitätssicherung gehören bei Prometheus regelmäßige Schulungen, technischer Support in der Planung und Auslegung sowie eine konsequente Dokumentation und Rückkopplung aus der Praxis. So stellen wir sicher, dass die Produkte von Prometheus über den gesamten Lebenszyklus hinweg funktionieren – und dass der Ofensetzer seine Leistung wirtschaftlich und planbar realisieren kann.
Und was unsere Expansion anbelangt: Wir suchen immer wieder gezielt Ofenbauer, die denselben Anspruch an Qualität und lösungsorientiertes Denken haben. Wer Speicheröfen als handwerkliches Premiumprodukt versteht, findet bei Prometheus ein solides Partnerkonzept und eine verlässliche Systemlösung.
Foto: Thomas J. Meyer, München
In Salzburg versteht man sich als Manufaktur – hier werden auch die „Glasheiztüren“ produziert.
Foto: Thomas J. Meyer, München
Die flachen Strukturen des Unternehmens erlauben es auch, Sonderlösungen umzusetzen und direkt mit den ausführenden Betrieben abzustimmen. Der Unterschied zu Serienprodukten liegt in der Systemtiefe, nicht allein im äußeren Erscheinungsbild.
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