Lohberger – Serie „Style“ (75/94)
Mit der Style-Serie interpretiert Lohberger den Holzherd betont modern: mattes Schwarz oder RAL Wunschfarben, Hochglanz-Glasfronten und eine klare, gerade Linienführung rücken das Feuer in den Mittelpunkt. Befeuert mit Scheitholz oder -briketts arbeitet der Herd dank des Jetfire-Systems besonders effizient, ein neuer Teleskopsockel erlaubt die stufenlose Höhenanpassung. Ein Gerät, das sich auch in eine reduzierte, moderne Küche einfügt.
In der vorigen Ausgabe behandelten wir handwerklich gesetzte Herde, doch die kommen unter anderem aus Preisgründen nicht für jeden und in jeder Situation in Betracht. Mit der Qualität namhafter industrieller Hersteller können Sie aber auch in diesem Segment eine hochwertige Alternative zu Billigprodukten aus dem Baumarkt oder Internet-Direktvertrieb bieten. Nachfolgend richten wir den Blick vor allem auf Neuheiten zur aktuellen Saison.
Industriell gefertigte Holzherde existierten im 20. Jahrhundert lange parallel zu handwerklich errichteten Kochstellen im Haus. Ihr Rückzug kam in der Nachkriegszeit. Mit auf Knopfdreh arbeitenden Elektro- und Gasherden schien das Schicksal der Holzherde ein für alle Mal geklärt, sie flogen reihenweise auf den Sperrmüll. Erst ab den 1990er-Jahren erlebte die Nische eine spürbare Renaissance bei einer kleinen Fangemeinde – ähnlich den Vinylhörern und Analogfotografen.
Dann kamen die neuen Krisen. Erst die Pandemie, dann der Krieg in der Ukraine, dazu die Sorge vor längeren Stromausfällen bei gleichzeitigem Rückbau grundlastfähiger Kraftwerke. Die Nachfrage nach Holzöfen mit Kochmöglichkeit zog spürbar an.
Vom Arbeitsgerät zum Möbelstück
Gewandelt hat sich auch die Rolle des Herdes im Haus. Früher war er ein Arbeitsgerät, das man möglichst unauffällig in der Küche unterbrachte. Heute zeigt eine ganze Reihe von Modellen ein großes Sichtfenster, hinter dem die Flammen lodern. Damit taugt der Herd auch fürs Wohnzimmer. Der Trend zum offenen Grundriss tut ein Übriges: Wo Küche und Wohnbereich ineinander übergehen, wird das Gerät zum sichtbaren Mittelpunkt und zur Heizquelle oft für ein ganzes Geschoss.
Die Industrie kommt aus den Alpen und vom Mittelmeer
Der Sitz der Hersteller seriell gefertigter Herde sagt durchaus etwas über die Bedeutung dieser Produktgattung in den jeweiligen Ländern aus. Viele von ihnen sind in Österreich, Südtirol und im weiteren Norditalien angesiedelt, allerdings sind auch deutsche und skandinavische Hersteller vertreten. Die Bandbreite reicht vom schmalen Beistellherd bis zum wasserführenden Vollherd mit Backrohr. Über ein Dutzend Hersteller bedienen das Segment, und kaum einer von ihnen hat sein Sortiment in den vergangenen Jahren nicht aufgefrischt.
Wo Küche und Wohnbereich ineinander übergehen, wird das Gerät zum sichtbaren Mittelpunkt und zur Heizquelle oft für ein ganzes Geschoss.«
Gemeinsam ist diesen Geräten ein ausgereiftes Innenleben: Nachverbrennung für niedrige Emissionen, teils doppelt verglaste oder beschichtete und selbstreinigende Sichtscheiben, Sommer-Winter-Roste, externe Luftanschlüsse sind nur einige der Features höherwertiger Holzherde. Manche Hersteller leiten die Rauchgase per Klappe gezielt in eine Nachheizwand, andere arbeiten mit Systemen, die den Rauchaustritt beim Nachlegen verringern. Beim Material dominiert das Bewährte: Gusseisen für Feuerraum, Platte und Ringe, Emaille und Majolika für die Hülle sowie Schamotte für die Speicherwirkung. Selbstverständlich erfüllen alle aktuell liefer-baren Herde die vorgeschriebenen Normen der jeweiligen Länder – beispielsweise in Deutschland die 2. Stufe der 1. BImSchV, in Italien die Klassifizierung bis zu fünf Sternen oder in Österreich nach Art. 15A B-VG und einige auch das freiwillige Umweltzeichen (Richtlinie UZ 37) in Österreich.
Herdöfen mit Wassertasche können auch in die Zentralheizung eingebunden werden. Pelletvarianten mit Vorratsbehälter und Fernsteuerung gehören ebenso zum Angebot wie Modelle, die sich wie ein gewöhnlicher Elektroherd in die Küchenzeile einbauen lassen. Einige Herde kombinieren das Holzfeuer für die schnelle Küche mit einem Ceran- oder Gaskochfeld, sodass der gewohnte Komfort nicht auf der Strecke bleibt.
Was der Holzherd besser kann
Beim Kochen spielt das Feuer seine eigenen Stärken aus. Das schonende Simmern über Stunden gelingt auf der Gussplatte, wie es Elektro- und Gasherd kaum hinbekommen. Im Backrohr bekommen Brot, Pizza, Gebäck und der Bratapfel ein einzigartiges Aroma. Eines der wichtigsten Sachargumente für einen Holzherd ist allerdings die damit erreichte Resilienz. Fällt einmal der Strom aus, kocht der Holzherd weiter und wärmt auch das Haus – erforderlichenfalls auch für mehrere Tage. Dass das Wasser für die Nudeln vielleicht ein paar Minuten länger braucht, bis es kocht, nimmt man dafür gern in Kauf.
Bleibt ein Punkt, den man im Verkauf gern vergisst: Ein Holzherd ist immer auch ein Möbelstück, ein Hingucker. Er macht etwas her, ob in der Landhausküche oder im reduzierten Schwarz einer modernen Zeile. Vielleicht ist er also auch für Ihre Kundschaft eine Überlegung wert – nicht als Notlösung für den nächsten Winter, sondern weil ein Feuer in der Küche schlicht ein schönes Stück Lebensart ist.
Produktübersicht
Schwerpunkt der in diesem Artkel gezeigten Herdöfen sind Neuheiten von der Messe Progetto Fuoco 2026 sowie Neuerscheinungen aus dem Jahr 2025 – die meisten debütierten auf der World of Fireplaces in Leipzig.
Foto: Haas + Sohn
Haas+Sohn – Herd-Linie HSH (z. B. HSH 81) Der Salzburger Hersteller bringt seine Klassiker im modernen Look – kochen, backen und heizen in einem Gerät, freistehend oder zum Einbau in die Küchenzeile. Besonderheit ist die Easy Control Luftregelung. Sie ermöglicht eine intuitive Steuerung der Primär- und Sekundärluft für effizientes Anheizen und gleichmäßige Wärme.
Foto: Pertinger
Pertinger – Ökoalpin Living (90/100) Die jüngste Innovation der Südtiroler Serienherde (2025) leistet 9 kW bei rund 85 % Wirkungsgrad und ist als Energieeffizienzklasse A+ eingestuft, erhältlich in 90, 100 und 110 cm Breite. Die Feuertür sitzt über Eck mit selbstreinigender Dreifach-Verglasung, die Herdplatte gibt es geschliffen aus Stahl oder als Glaskeramik, die Sockelschublade läuft mit Selbsteinzug. Über das„Air System“ lässt sich der Herd dicht in die Küchenzeile einbauen.
Foto: Greithwald
Greithwald Herde – Joy 60 Der Joy 60 von Greithwald Herde aus Südtirol ist ein kompakter Designherd mit großem, dreifach verglastem Sichtfenster und geräumigem Feuerraum. Das große Edelstahl-Backrohr eignet sich gut zum Backen, der hohe Schamotte-Anteil sorgt für niedrige Emissionen, hohen Wirkungsgrad und lange Wärmespeicherung. In zahlreichen Farbvarianten erhältlich.
Foto: Rizzoli
Rizzoli – Kombinierte Holzherde Die Kombiherde von Rizzoli sind ausdrücklich für handwerkliche Ofenbauer gedacht: Sie kommen ohne Sockel und ohne Außenverkleidung, die anschließend nach Kundenwunsch ergänzt werden. Diese Modelle können mit einem weiteren Element perfekt an die restliche Kombination angepasst werden und bestehen aus einem Holzherd der Serie S oder der Serie M und einem Korpus mit Kochfeld und Elektro-Multifunktionsbackofen. Diese Kombination ermöglicht jede Kochart, von der traditionellen auf der Herdplatte vom Holzherd bis hin zur modernen mit Gas-, Elektro- oder Induktionskochfeldern, vom Holz-Backofen bis hin zum Elektro-Backofen.
Foto: La Nordica-Extraflame
La Nordica-Extraflame – Milly Der Holzherd Milly bündelt 50 Jahre Erfahrung in einem Gerät mit großem, 78 Liter fassendem Email-Backofen sowie Platte und Ringen aus geschliffenem Gusseisen. Der Feuerraum ist mit Nordiker-Schamotte ausgekleidet, die Hülle besteht aus emailliertem Stahl und Majolika in Bianco Infinity oder Bordeaux; ein oberes Warmhaltefach gibt es auf Wunsch. Nennleistung 8,7 kW.
Foto: Thermorossi
Klover – Smart 120 Inox Der Smart 120 Inox ist ein wasserführender Pellet-Herdofen mit Backrohr. Mit einer Wasserwärmeleistung von gut 17,5 kW heizt er das gesamte Haus. Der Smart 120 wird in zwei Versionen hergestellt: eine moderne Version mit Verkleidung Inox satiniert und eine rustikale Version mit Kacheln. Optional sind auch zwei thermische Klappen in Inox für die Gussplatte und das Backrohr erhältlich, die eine höhere Wärmeabgabe an das Wasser ergeben, wenn sie während des Ofenbetriebs geschlossen sind, gleichzeitig aber die Wärmeabgabe an die Raumluft verringern. Der spezielle Wärmetauscher bedient sich des„Wasserbad“-Prinzips und ermöglicht eine Anlage mit geschlossenem Expansionsgefäß, während das Produkt mit„Sicuro TOP“ ein eingebautes offenes Gefäß aufweist und somit nicht unter Druck steht. Sollte das Wasser zum Kochen kommen, besteht mit diesem System nicht mehr die Gefahr eines Druckanstiegs. Der Druck im Inneren des Kesselkörpers bleibt gleich null. Ein Überlaufrohr gewährleistet beim Sieden die Sicherheit, indem überschüssiges Wasser aus dem oberen Behälter abgelassen wird, während das Nachfüllen des Wassers je nach Modell über eine automatische oder manuelle Vorrichtung erfolgt.
Foto: Palazzetti
Palazzetti (Marke Royal) – Betty 3.5 Palazzetti führt seine Holzherde unter der Gruppenmarke Royal. Der kompakte Royal Betty 3.5 mit Backofen leistet 6,3 kW, erreicht 79 % Wirkungsgrad und ist als Energieeffizienzklasse A sowie 4-Sterne-Umweltklasse eingestuft. Zu den jüngeren Neuheiten der Marke Royal zählen außerdem die Modelle Grazia und Dora.
Foto: Justus
Justus – Linz Der neue Festbrennstoffherd Linz (vorgestellt im Oktober 2025) ist in Weiß oder Schwarz erhältlich und besticht durch ein klares, zeitloses Design mit Edelstahl-Applikationen. Er leistet 7 kW, verbrennt in Energieeffizienzklasse A und erlaubt den Wechsel zwischen Sommer- und Winterbetrieb; ein in die Scheibe integriertes Thermometer zeigt den Hitzegrad.
Foto: Wamsler
Wamsler – K 148 F (wasserführend) Der wasserführende Holzherd K 148 F leistet satte 23 kW, davon 16,5 kW wasserseitig, hat einen massiven Edelstahlrahmen, eine robuste Stahlplatte und – neu – geänderte Designgriffe. In den großen Feuerraum passen Scheite bis 42 cm von vorne oder oben; in Winterroststellung brennt er bei Kleinstellung bis zu zwölf Stunden, und für den Kochbetrieb lässt sich der Rost per Kurbel stufenlos anheben. Wir zeigen ihn hier im Vintage-Farbton Maron, er ist aber auch in Weiß, Schwarz oder in Edelstahl erhältlich.
Foto: Brunner
Iron Dog (von Brunner) – No 06 Die Iron Dogs von Brunner sind komplett aus Guss gefertigte Kaminöfen. Auf jedem der inzwischen sieben Modelle kann man kochen. Der Iron Dog No 06 bietet zusätzlich Backrohr und Grillfunktion – nach dem Abbrand wird über der Glut im Ofen gegrillt, die Gerüche leitet der Schornstein ins Freie.
Foto: Westbo
Westbo – Holzherd 300 Der Holzherd 300 von Westbo ist ein klassischer Gusseisen-Herdofen mit einer Breite von lediglich 30 Zentimetern und der üblichen Rastermaß-Tiefe von 60 Zentimetern, mit der sich jede noch so kleine Nische in der Küche nutzen lässt. Der stromlos arbeitende Westbo 300 kann nicht nur zum Kochen genutzt, sondern mit einer Wärmeleistung von 5,5 kW auch als zusätzliche Wärmequelle eingesetzt werden. Wo Küche und Wohnbereich ineinander übergehen, wird das Gerät zum sichtbaren Mittelpunkt und zur Heizquelle oft für ein ganzes Geschoss.
Foto: Tiba
Tiba – Holzherd Der Jura 90 Holzherd ist der größte Tiba-Herd und ein echtes Multitalent: Kochen, Backen und Heizen – alles mit einem Gerät. Auf seiner großen Kochplatte finden bis zu sechs Pfannen Platz und das große Edelstahl-Backfach sorgt für gelungene Backkreationen. Dabei ist er so vielfältig wie Ihre Kunden und lässt sich individuell auf deren Bedürfnisse anpassen: Farben, Griffe, Höhe, Tiefe, Rauchabgänge oder Abdeckungen – alles kann auf die vorhandenen Gegebenheiten angepasst werden.
Info
Eines der wichtigsten Sachargumente für einen Holzherd ist allerdings die Resilienz. Fällt einmal der Strom aus, kocht der Holzherd weiter und wärmt auch das Haus – erforderlichenfalls auch für mehrere Tage.
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