Die exklusiven Maßanfertigungen von Camina & Schmid sind eine hochwertige und nachhaltige Zukunftsinvestition.
Die Ertüchtigung von offenen Kaminen im Gebäudebestand mit Kassetten ist nicht gerade das Lieblingsthema der Ofenbranche, wo man aus verständlichen Gründen vorzugsweise neue Anlagen baut. Manchmal aber reichen die finanziellen Mittel der Kundschaft nicht aus, oder es sprechen die baulichen Umstände gegen einen Neubau. Da ist eine nachgerüstete Kaminkassette deutlich besser als Nichtstun, zumal dies weitere Vorteile mit sich bringt.
Man findet offene Kamine nicht nur in historischen Burgen und Schlössern, auch in den Immobilien des gehobenen Bürgertums zählte eine solche offene Feuerstelle bis in die 1980er-Jahre zum guten Ton für die, die es sich leisten konnten. Damit leistete man sich nicht nur den Luxus der Feuerstätte selbst, sondern auch den der Energieverschwendung, denn der Wirkungsgrad eines offenen Kamins liegt typischerweise bei nur rund 10 bis 15 Prozent. Anders herum bedeutet dies, dass 85 bis 90 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie mitsamt der warmen Raumluft unkontrolliert durch den Schornstein ins Freie verschwinden.
Kaminkassetten bieten eine probate Lösung: Sie verwandeln ineffiziente offene Kamine in moderne, emissionsarme Feuerstätten, ohne dass ein Komplettneubau notwendig wird.«
Diese grandiose Vergeudung von Ressourcen trat ab den 1990er-Jahren zunehmend in den Fokus und führte dazu, dass immer öfter geschlossene Kamine mit opulenter Feuersicht eingebaut wurden. Auch die BImSchV berücksichtigt das Problem, indem sie neben der Stilllegung nur noch die Möglichkeit eines„gelegentlichen Betriebs“ einräumt. Genau genommen gilt diese Nutzungseinschränkung sogar schon seit 1988. Viele Hausbesitzer merken aber auch so, dass ihr offener Kamin bestenfalls ein schönes Stimmungsfeuer, aber kaum Wärme liefert und sind diesbezüglich für Verbesserungen entsprechend aufgeschlossen.
Wenn der alte Kamin ineffizient wird – Kassetteneinsätze als wirtschaftliche Alternative
Dennoch sind in deutschen Haushalten immer noch zehntausende solcher offenen Feuerstätten in Betrieb – viele davon in denkmalgeschützten Gebäuden oder in Wohnungen, wo ein kompletter Rückbau wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Hier bieten Kaminkassetten eine probate Lösung: Sie verwandeln ineffiziente offene Kamine in moderne, emissionsarme Feuerstätten, ohne dass ein Komplettneubau notwendig wird. Für Ofenbaubetriebe eröffnet sich damit ein interessantes Geschäftsfeld, denn so gehen ihnen Kunden nicht verloren, die sich einen Neubau nicht leisten können oder wollen. Im Gegensatz zum Aufstellen eines industriell gefertigten Kaminofens ist auch die Montage einer Kaminkassette eine Handwerksleistung, die den erfahrenen Ofenbauer erfordert.
Charmanter Effekt: Durch den Einbau einer BImSchV-konformen Kaminkassette wird aus dem nur gelegentlich nutzbaren offenen Kamin wieder eine unbegrenzt nutzbare Feuerstätte.
Funktionsprinzip und technischer Aufbau
Eine Kaminkassette ist im Grunde ein vorgefertigter Heizeinsatz, der in die bestehende Kaminöffnung eingesetzt wird. Das Herzstück bildet eine geschlossene Brennkammer aus Stahl oder Gusseisen, die mit einer Glasscheibe versehen ist. Anders als beim offenen Kamin wird die Verbrennungsluft kontrolliert zugeführt, der entscheidende Faktor für eine vollständigere Verbrennung und deutlich höhere Wirkungsgrade.
Der konstruktive Aufbau der Kassette umfasst mehrere Komponenten: Die eigentliche Brennkammer mit Rost und Aschekasten bildet das Kernstück. Darüber befindet sich der Rauchumlenkungsbereich mit Umlenkplatten. Wie alle zeitgemäßen Feuerstätten verfügen auch Kaminkassetten neben einer Primärluftzufuhr über eine Sekundärluftzufuhr mit separaten, regulierbaren Zuluftöffnungen. Die Frontscheibe ist meist aus hitzebeständigem Keramikglas gefertigt und mit einer Scheibenspülung ausgestattet, die Rußablagerungen minimiert.
Für Ofenbaubetriebe eröffnet sich hier ein interessantes Geschäftsfeld, denn so gehen Kunden nicht verloren, die sich einen Neubau nicht leisten können oder wollen.«
Besonders wichtig ist die korrekte Anbindung an den bestehenden Schornstein. Während der alte offene Kamin meist einen großzügig dimensionierten Schornsteinquerschnitt nutzte, benötigt die geschlossene Kassette einen deutlich kleineren Abgasquerschnitt. Häufig wird daher ein Edelstahlrohr als Verbindungsleitung vom Kassettenstutzen zum Schornstein verlegt, wobei der verbleibende Ringraum oft als Konvektionsluftkanal genutzt werden kann.
Standard versus Maßanfertigung
Am Markt haben sich zwei grundsätzliche Vertriebswege etabliert: Standardkassetten mit vordefinierten Abmessungen und individuell angefertigte Sondermaße.
Standardkassetten sind in typischen Größenrastern verfügbar – beispielsweise Breiten von 60, 70 oder 80 Zentimetern bei Höhen zwischen 50 und 70 Zentimetern. Die Einbautiefen variieren meist zwischen 35 und 50 Zentimetern. Diese Kassetten sind werkseitig komplett montiert, oft mit CE-Kennzeichnung versehen und können mit relativ kurzen Lieferzeiten bezogen werden. Der Preisvorteil liegt auf der Hand: Durch Serienproduktion sind sie deutlich günstiger als Maßanfertigungen.
Maßgeschneiderte Lösungen hingegen werden exakt auf die vorhandene Kaminöffnung abgestimmt. Gerade bei älteren Kaminen mit ungewöhnlichen Proportionen oder bei denkmalgeschützten Objekten ist dies oft die einzige praktikable Lösung. Die Hersteller arbeiten hier nach Aufmaß, wobei neben den reinen Abmessungen auch Details wie Scheibenform, Rahmenausführung und technische Ausstattung individuell festgelegt werden können.
Am Markt haben sich zwei grundsätzliche Vertriebswege etabliert: Standardkassetten mit vor-definierten Abmessungen und individuell angefertigte Sondermaße.«
Kosten
Die Kosten für eine Kaminkassetten-Nachrüstung variieren erheblich je nach Ausführung und Montageaufwand. Eine Standard-Kassette ist (reiner Materialpreis) ab etwa 1.500 Euro erhältlich, wobei für hochwertigere Modelle oder Maßanfertigungen schnell das Doppelte oder Dreifache fällig wird. Hinzu kommen die Montagekosten, eventuelle Schornsteinanpassungen und die Integration in die Kaminverkleidung.
Die Nachrüstung eines offenen Kamins mit einer Kassette erfordert eine gründliche Bestandsaufnahme. Zunächst sind die vorhandenen Maße der Kaminöffnung exakt zu ermitteln – und zwar nicht nur die Frontöffnung, sondern auch die nutzbaren Innenabmessungen. Besonders kritisch ist oft die verfügbare Einbautiefe: Viele alte Kamine sind relativ flach ausgeführt, moderne Kassetten benötigen jedoch eine Mindesttiefe für die Brennkammer.
Der vorhandene Schornstein muss auf seine Eignung überprüft werden. Ist er für die reduzierte Abgasmenge und -temperatur einer geschlossenen Feuerstätte geeignet? Oft ist eine Querschnittsreduzierung durch Einziehen eines Edelstahlrohrs notwendig. Der Schornsteinfeger sollte frühzeitig eingebunden werden, um spätere böse Überraschungen zu vermeiden.
Brandschutztechnisch sind ausreichende Abstände zu brennbaren Bauteilen einzuhalten. Auch wenn bei einer Kassette die Außentemperaturen deutlich niedriger sind als bei einem offenen Kamin, müssen die geltenden Normen und Herstellervorgaben beachtet werden. Gegebenenfalls sind zusätzliche Isolierungsmaßnahmen erforderlich.
Leistungsspektrum und Heizkonzept
Kaminkassetten sind typischerweise für Nennwärmeleistungen zwischen 6 und 15 Kilowatt ausgelegt, wobei die tatsächlich benötigte Leistung von der Raumgröße und dem Dämmstandard des Gebäudes abhängt und vom Ofenbauer oder Schornsteinfeger nach bewährten Verfahren zu berechnen ist.
Wie bei Kamineinsätzen für den Neubau teilt sich die Wärmeabgabe auf in Strahlungswärme durch die Frontscheibe, Konvektion über die erwärmte Umluft und – bei entsprechender Ausführung – auch über wasserführende Systeme. Letztere können in bestehende Heizungsanlagen eingebunden werden und so auch andere Räume mitbeheizen oder zur Warmwasserbereitung beitragen.
Besonderes Augenmerk gilt nach dem Einsetzen der Kassette der Dichtheit aller Verbindungen – Leckagen führen zu Zugproblemen und können die Raumluft belasten.«
Moderne Kassetten erreichen Wirkungsgrade von 70 bis über 80 Prozent – ein gewaltiger Sprung gegenüber dem offenen Kamin. Gleichzeitig sinken die Emissionswerte drastisch: Durch die kontrollierte Verbrennungsluftführung und optimierte Brennraumgeometrie werden die gesetzlichen Grenzwerte, die auch für diese Produktgattung gelten, eingehalten, oft sogar deutlich unterschritten.
Montage und Integration
Nach der Vorbereitung des Bestands – eventuell müssen Rußablagerungen entfernt oder Unebenheiten ausgeglichen werden – erfolgt das Einsetzen der Kassette. Diese muss waagerecht ausgerichtet und fest mit dem Mauerwerk verbunden werden. Die Verbindung zum Schornstein wird über ein Rauchrohrsystem hergestellt, das exakt auf die Kassette und die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt sein muss.
Ästhetisch wird die Kassette dann in die bestehende oder neu gestaltete Kaminverkleidung integriert. Auch hier zeigt sich die handwerk-liche Kunst des Ofenbauers: Die neue Technik soll sich harmonisch einfügen, ohne den Charakter des Raumes zu zerstören. Viele Hersteller bieten verschiedene Rahmenausführungen an – von klassisch-elegant bis modern-puristisch.
Fazit
Kaminkassetten stellen eine praktikable und wirtschaftliche Lösung dar, um offene Kamine fit für die Zukunft zu machen. Sie vereinen die Atmosphäre des sichtbaren Flammenspiels mit zeitgemäßer Effizienz und niedrigen Emissionen. Für Hafner und Ofenbauer bieten sie ein attraktives Geschäftsfeld zwischen klassischem Neubau und reiner Wartungsarbeit – mit überschaubarem Aufwand und guter Marge bei fachgerechter Ausführung.
Wir rüsten durchaus häufiger offene Bestands-kamine mit Kassetten auf – inzwischen ersetzen wir sogar immer öfter auch ältere Kaminkassetten nach dem klassischen Austauschprinzip«
Foto: BBK Stromboli
Man soll die technische Komplexität moderner Kaminkassetten nicht unterschätzen – hier das Innenleben einer Kassette von BKK Stromboli.
Foto: Leda
Gelegentlich passen auch Kamineinsätze wie der Vida W von Leda in einen Bestandskamin. Dieser hier verfügt sogar über Wassertechnik.
Foto: Spartherm
Durch eine Spartherm-Maßanfertigung konnte dieser schöne Marmor-Natursteinkamin erhalten bleiben.
Foto: Spartherm
Das Linear Module XS von Spartherm kann dank seines platzsparenden Formats auch einfach in einen größeren Kamin hineingestellt werden. Genauso gern wird es auch für besonders schlichte Solitärlösungen im Neubau genutzt.
Foto: Camina & Schmid
Basierend auf der bewährten evo-Technik hat Camina & Schmid fünf Standardkaminkassetten entwickelt, die durch Qualität, Funktionalität und durchdachte Details überzeugen. Besonders die NEO-Line Kaso-Kassette besticht durch ihre hochwertige Haptik und den stabilen Türrahmen. Abnehmbare Konvektionsbleche erleichtern die Reinigung, der Türanschlag ist flexibel wählbar und ein ausziehbarer Aschekasten sorgt für zusätzlichen Komfort im Alltag. Ob als smarte Austauschlösung oder für den Neubau.
Foto: Camina & Schmid
Die Luftmodulplatte unter den Kaso-Kassetten von Camina & Schmid sorgt für eine besonders ausgeklügelte Zuluftführung.
Foto: BBK Stromboli
Auch BBK Stromboli bietet individuelle Maßanfertigungen für Kaminkassetten.
Foto: Wotan
Wotan ist ein weiterer Spezialist für im Manufakturverfahren hergestellte Kaminkassetten. Hier eine besonders elegante Stichbogen-Kaminkassette.
Info
Rechtlicher Status und Grenzwerte
Moderne Kaminkassetten müssen die Anforderungen der 1. BImSchV Stufe 2 erfüllen, um eine unbegrenzte Zulassung zu erhalten. Die gesetzlich geforderten Grenzwerte sind:
• Wirkungsgrad: mindestens 75 %
• CO-Gehalt: maximal 1,25 g/m³
• Feinstaub: maximal 40 mg/m³
Zusätzlich müssen seit dem 1. Januar 2022 auch die Anforderungen der Eco-Design-Richtlinie erfüllt werden.
Prüfung und Zertifizierung
Kaminkassetten werden typischerweise von akkreditierten Prüfstellen nach DIN EN 13229 geprüft. Die Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Kassetten die Grenzwerte einhalten. Hochwertige Kassetten unterschreiten die geforderten Werte oft deutlich und erreichen Wirkungsgrade von 80-85 % oder mehr.
Besonderheit bei maßgefertigten Kassetten
Hier liegt eine wichtige Unterscheidung vor: Standardkassetten haben werksseitige Typprüfungen und CE-Kennzeichnungen – die Zulassung ist damit klar dokumentiert. Maßgefertigte Kassetten werden individuell angefertigt. Hier gibt es zwei Ansätze:
• Einige Hersteller arbeiten mit Musterzulassungen, die für verschiedene Größenvarianten gelten.
• Die technischen Kernkomponenten (Brennkammer, Luftführung, Umlenkung) sind identisch mit geprüften Modellen, nur die äußeren Abmessungen werden angepasst.
• Seriöse Hersteller stellen Prüfbescheinigungen aus, die beim Schornsteinfeger vorgelegt werden können
Aus der Praxis
Das sagt der Berufskollege
Freundlicherweise gab uns Bufa-Mitglied Björn Keller (Keller’s Kaminhof) aus Havighorst bei Hamburg ein Statement zu Kaminkassetten: „Ich weiß, dass manche Ofenbau-Kollegen einen Bogen um die Sanierung alter, offener Kamine machen und ausschließlich neu bauen wollen. Natürlich ist mir das grundsätzlich auch lieber. Ich sehe das allerdings nicht ganz so eng, schließlich muss der Fisch dem Kunden schmecken und manchmal kommt ein Neubau eben aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht. Nicht zuletzt der deutlich höheren Kosten wegen, mitunter aber auch, weil sich ein alter Kamin ohne tiefe Eingriffe in die Gebäudesubstanz kaum ersetzen lässt. Oder weil er schlicht noch so schön oder stilistisch passend ist, dass nur eine behutsame technische Verbesserung, aber kein Neubau in Betracht kommt.
Wir rüsten deshalb durchaus häufiger auch offene Bestands-kamine mit Kassetten auf – inzwischen ersetzen wir sogar immer öfter auch ältere Kaminkassetten nach dem klassischen Austauschprinzip. Über den Daumen gerechnet, kommen wir bei der Nachrüstung eines offenen Kamins bei rund 5.000 Euro raus – mal etwas weniger, mal auch mehr. Die Kunden sind durchweg sehr zufrieden damit, dass es endlich warm wird durch den Kamin und dass sie wesentlich weniger Holz verfeuern als früher.“
Manchmal ist eine vorhandene Kamin-anlage so tief in die Gebäudestruktur integriert, dass ein Austausch des kompletten Bauteils nur mit völlig unverhältnismäßigem Aufwand möglich wäre.