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/// Werkzeuge und Arbeitshilfen für Feuerstätten-Profis

Handwerksalltag im Griff

Wer als Handwerker in hochwertige Werkzeuge, durchdachte Transportsysteme und professionelle Arbeitshilfen investiert, arbeitet nicht nur effizienter und sicherer – er präsentiert sich auch professioneller gegenüber seinen Kunden und beugt nicht zuletzt sogar Verletzungen oder Gesundheitsschäden vor.

Die Bandbreite der Arbeitshilfen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Neben den klassischen Handwerkzeugen erweitern moderne Akkugeräte, digitale Messsysteme und ausgeklügelte Transportlösungen die Möglichkeiten erheblich. Gerade in bewohnten Gebäuden, wo Ofenbauer häufig tätig sind, zählen Umsicht, Sorgfalt und Sauberkeit. Gleichzeitig rückt das Thema Gesundheitsschutz stärker in den Fokus – nicht zuletzt durch Förderungen der Berufsgenossenschaft Bau, die Investitionen in staubarme Arbeitsmethoden unterstützt. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Ausrüstungsbereiche für Ofenbau-Profis.

Werkzeuge – Vom Hammer bis zur Steintrennmaschine

Die Werkzeugauswahl im Ofenbau ist außergewöhnlich vielseitig. Handwerkern ist ihr persönliches Werkzeug meist heilig – die Lieblingszange vom Großvater, der perfekt ausbalancierte Hammer oder der Schraubendreher mit der besonders stabilen Klinge. Doch neben diesen bewährten Handwerkzeugen sind es vor allem spezialisierte Maschinen, die den Arbeitsalltag erleichtern. Zu den unverzichtbaren Spezialwerkzeugen gehören robuste Diamant-Kernbohrer, Rührgeräte und Steintrennmaschinen. Ergänzt wird das Sortiment durch Gehrungsschlitten mit Absaugung und Plattenspalter, die selbst dickste Fliesen und Platten sauber an der Sollbruchstelle trennen. Spezialisierte Werkzeughändler mit einem besonderen Angebot für den Ofenbau- und Fliesenbereich wie die deutsche Firma Karl Dahm oder das österreichische Unternehmen Madia haben auf Branchenfachmessen und durch ihren Außendienst stets „ihr Ohr an der Schiene“ und entwickeln ihre Werkzeuge und Maschinen in engem Austausch mit Handwerkern.

Neben bewährten Lieblings-Handwerkzeugen sind es vor allem spezialisierte Maschinen, die den Arbeitsalltag er­leichtern.«

Die Akku-Revolution hat auch vor dem Ofenbau nicht Halt gemacht. Moderne Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus bieten mittlerweile Leistungen, die früher nur netzgebundenen Geräten vorbehalten waren. Ein wichtiger Tipp: Bei Akkugeräten auf möglichst hohe Spannungen achten – mit 18 Volt (oder gar 40 Volt wie bei der Makita XGT-Serie) lassen sich deutlich höhere Leistungen und Betriebszeiten erzielen als mit 12 oder 14,4 Volt. Wer mit Geräten verschiedener Hersteller arbeitet, sollte unbedingt auf die markenübergreifende Kompatibilität der Akkusysteme achten, um diese möglichst flexibel nutzen zu können und nicht mit diversen Ladegeräten auf der Baustelle hantieren zu müssen. Zwar haben sich oft mehrere Hersteller auf markenübergreifende Akkusysteme geeinigt (wie die „AmpShare-Allianz“ u.a. mit Bosch, Fein, Brennstuhl, CAS u.a. mit Metabo, Steinel, Starmix, „Powerforall18V-Alliance“ u.a. mit Bosch, Gardena, Wagner). Wie hier schon zu sehen, nutzen einige Hersteller allerdings auch selbst mehrere verschiedene Akkusysteme, was die Kompatibilität weiter verkompliziert. Da hilft nur, sich im Vorfeld über die gewünschten Geräteserien und ihre Akkus zu informieren.

Mobilität – Der Transporter als rollende Werkstatt

Ohne Lieferwagen kommt kein Ofenbaubetrieb aus. Fiat Doblò, Scudo oder Ducato, VW Caddy, Transporter oder Crafter, Mercedes Citan, Vito oder Sprinter und Ford Transit in verschiedenen Größen zählen zu den beliebtesten Großraumtransportern. Doch der nackte Transporter ist meist nur der Anfang – erst durchdachte Fahrzeugeinrichtungen machen ihn zur effizienten mobilen Werkstatt.

Der leere Laderaum eines Transporters mag auf den ersten Blick die größte Flexibilität bieten – in der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass ungesicherte Werkzeuge und lose Bauteile nicht nur ineffizient, sondern auch gefährlich sind. Bei einem Unfall werden ungesicherte Gegenstände zu gefährlichen Geschossen. Professionelle Fahrzeugeinrichtungen sind daher ein Sicherheits- und Organisationssystem, das den Arbeitsalltag grundlegend verbessert. Moderne Einbausysteme verwandeln den Transporter in eine rollende Werkstatt mit fest installierten Regalen, Schubladen und Werkbänken. Kleinteile wie Schrauben, Dübel oder Kabelschellen finden ihren festen Platz, Werkzeuge sind griffbereit sortiert und schwere Geräte sind transportsicher verstaut. Das spart nicht nur Zeit beim Suchen, sondern verhindert auch Beschädigungen durch herumrutschende Gegenstände während der Fahrt. Bei der Auswahl eines Fahrzeugeinbausystems sollten Ofenbauer auf mehrere Faktoren achten: So spielt Gewicht eine wichtige Rolle – leichte Aluminium- oder Verbundmaterialkonstruktionen erhöhen die mögliche Zuladung und senken den Kraftstoffverbrauch. Crashsicherheit ist unerlässlich, denn Regalsysteme müssen auch bei einem Aufprall halten. Modularität ermöglicht spätere Anpassungen an veränderte Anforderungen. Und besonders wichtig: Übertragbarkeit – lässt sich das System beim nächsten Fahrzeugwechsel in ein anderes Modell übernehmen? Die Kosten für einen Komplettausbau liegen typischerweise zwischen 1.000 und 4.000 Euro – durch die lange Haltbarkeit hochwertiger Systeme und die Zeitersparnis im Alltag rechnet sich diese Ausgabe jedoch schnell. Einige Hersteller bieten Online-Konfiguratoren an, mit denen sich das System vorab zusammenstellen und mitunter auch direkt kalkulieren lässt. Der Einbau erfolgt meist durch zertifizierte Servicepartner, manche Systeme eignen sich auch für die Selbstmontage.

Die „saubere Bau­stelle“ ist längst kein Luxus mehr, sondern Standard – und wird von Kunden erwartet. «

Robuste Anhänger mit ausreichender Zuladung sowie hydraulische Lade- und Entladelösungen sind eine wichtige Ergänzung für Transportbedarfe. Sie sind per se flexibel mit verschiedenen Zugfahrzeugen nutzbar und – verglichen mit einem Auto, natürlich unerreicht günstig in Anschaffung und Unterhalt. Auch bei den Anhängern gibt es eine Menge verschiedener Größen und Ausstattungsmerkmale, die sorgfältig gewählt werden sollten.

Beim Kunden – Die saubere Baustelle

In bewohnten Gebäuden zu arbeiten, stellt besondere Anforderungen an Handwerker. Die „saubere Baustelle“ ist längst kein Luxus mehr, sondern Standard – und wird von Kunden erwartet. Professionelle Staubschutzmaßnahmen vermeiden nicht nur Ärger mit Bauherren, sondern reduzieren auch den Reinigungsaufwand nach Abschluss der Arbeiten erheblich. Professionelle Baustellenentstaubung ist aber nicht nur wichtig, um den Kunden zufriedenzustellen, sondern auch aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Die Berufsgenossenschaft Bau fördert die Anschaffung von Entstaubern der Staubklassen M oder H mit 50 Prozent der Kosten (maximal 200 bzw. 300 Euro). Geräte der Staubklasse H werden zusätzlich im Rahmen der Arbeitsschutzprämie „Schutzpakete für das Bauen im Bestand“ gefördert.

Staubschutz und Abtrennungen

Flexible Staubschutzwände und -vorhänge trennen den Arbeitsbereich vom bewohnten Bereich ab. In Kombination mit Unterdruckhaltung durch entsprechende Ventilatoren wird verhindert, dass Staub in andere Räume gelangt. Bodenabdeckungen und Staubschutzmatten schützen empfindliche Böden vor Beschädigungen und erleichtern die Endreinigung.

Besonders praktisch sind flexible Staubschutzschläuche, die von außen durchs Fenster in den Arbeitsbereich geführt werden können und für effektive Belüftung sorgen – oder umgekehrt, Staubgebläse, die die gesundheitsschädliche Fracht ins Freie befördern.

Atemschutzmasken der Klasse FFP2 oder FFP3 schützen vor gesundheitsgefährdendem Feinstaub – insbesondere beim Schleifen von Schamotte oder beim Bohren in Mauerwerk. Die BG Bau warnt ausdrücklich vor dem Risiko von Silikose und anderen Berufskrankheiten.

Gehörschutz ist bei lauten Maschinen wie Winkelschleifern oder Steintrennmaschinen Pflicht. Moderne Kapselgehörschützer mit Noise Canceling dämpfen Maschinenlärm, lassen aber Sprache durchdringen – wichtig für die Kommunikation auf der Baustelle.

Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und durchtrittsicherer Sohle schützen vor herabfallenden Ofenteilen. Arbeitshandschuhe mit guter Griffigkeit und Schnittschutz gehören ebenfalls zur Grundausstattung.

Komfort bei widrigen Bedingungen

Für Winterbaustellen bietet Bosch mit der beheizbaren Jacke GHJ 12+18V XA S Professional eine innovative Lösung. Die per Akku beheizte Jacke sorgt auch im zugigen Rohbau für angenehme Wärme und verfügt sogar über eine Lademöglichkeit für USB-Geräte.

Robuste Baustellenradios wie das Makita DMR 301 mit DAB+ und Bluetooth-Kopplung sorgen für Unterhaltung bei der Arbeit und bieten gleichzeitig eine Lademöglichkeit für Geräteakkus.

Die Steintrennmaschine D24-XL von Karl Dahm schafft mit 1.640 mm Schnittlänge auch Großformate.

Foto: Karl Dahm

Die Steintrennmaschine D24-XL von Karl Dahm schafft mit 1.640 mm Schnittlänge auch Großformate.
Kompakte Modelle wie der Kärcher NT30/1 Tact Te H eignen sich für die mobile Absaugung an Winkelschleifern, Bohrmaschinen und Sägen. Universal-Absaughauben lassen sich an praktisch jeden Winkelschleifer nachrüsten und ermöglichen nahezu staubfreies Arbeiten. Wichtig: Solche Entstauber sind nicht mit einfachen Staubsaugern zu verwechseln – sie erfüllen strenge Anforderungen an Filterung und Sicherheit und eignen sich für den direkten Anschluss an Maschinen.

Foto: Kärcher

Kompakte Modelle wie der Kärcher NT30/1 Tact Te H eignen sich für die mobile Absaugung an Winkelschleifern, Bohrmaschinen und Sägen. Universal-Absaughauben lassen sich an praktisch jeden Winkelschleifer nachrüsten und ermöglichen nahezu staubfreies Arbeiten. Wichtig: Solche Entstauber sind nicht mit einfachen Staubsaugern zu verwechseln – sie erfüllen strenge Anforderungen an Filterung und Sicherheit und eignen sich für den direkten Anschluss an Maschinen.
Auch der handliche Nilfisk-Sauger Attix 33-2M IC erfüllt die Staubschutzklasse M und ist somit förderfähig durch die BG Bau.

Foto: Nilfisk

Auch der handliche Nilfisk-Sauger Attix 33-2M IC erfüllt die Staubschutzklasse M und ist somit förderfähig durch die BG Bau.
Praktisch: Aus dem Schrank in der Firma lassen sich die Systainer ...

Foto: Bott

Praktisch: Aus dem Schrank in der Firma lassen sich die Systainer ...
...ohne Umwege ins Fahrzeugsystem von Bott verladen.

Foto: Bott

...ohne Umwege ins Fahrzeugsystem von Bott verladen.
Heylo bietet eine BG-förderfähige Staubschutz-Systemlösung aus Luftreiniger DCS-PF 1000, Staubschutztür DCD 3.0, Stutzen, Vorfilter + Feinstaubfilter (F9/Klasse M) und 5 m Luftschlauch an.

Foto: Heylo

Heylo bietet eine BG-förderfähige Staubschutz-Systemlösung aus Luftreiniger DCS-PF 1000, Staubschutztür DCD 3.0, Stutzen, Vorfilter + Feinstaubfilter (F9/Klasse M) und 5 m Luftschlauch an.
Mit einer Staubschutz-Trennwand mit Durchstieg und einer adhesiven Bodenmatte, die den Staub von den Schuhsolen bindet, macht man sich als Handwerker bei Baufamilien beliebt. Von Protekma.

Foto: Protekma

Mit einer Staubschutz-Trennwand mit Durchstieg und einer adhesiven Bodenmatte, die den Staub von den Schuhsolen bindet, macht man sich als Handwerker bei Baufamilien beliebt. Von Protekma.

Foto: Stema

Der Kofferanhänger Stema P-BOX wurde weiterentwickelt und ist jetzt in über 50 Ausstattungsvarianten erhältlich. Zu den Highlights gehören die großen Seitenklappen. Auch eine Hochladerbaureihe des beliebten Modells ist nun erhältlich. In einer zweiachsigen Hochladerbaureihe für Gewichtsklassen von 2.700 kg, 3.000 kg und 3.500 kg ist er geeignet für Nutzer, die regelmäßig schwere oder besonders hohe Lasten transportieren.

BG Bau fördert Geräte, die zum Arbeitsschutz beitragen

Um zum Beispiel das Risiko von Berufskrankheiten wie Silikose und mögliche Krebserkrankungen im Arbeitsumfeld zu reduzieren, fördert die Berufsgenossenschaft Bau aus einem festgelegten Topf unter anderem die Anschaffung von Entstaubern, die die Staubklassen M oder H erfüllen mit 50% der Fremdkosten pro Maßnahme (maximal 200 EUR für Bau-Entstauber ohne erweiterte Warneinrichtung und maximal 300 EUR für Bau-Entstauber mit erweiterter Warn-einrichtung). Solche Entstauber sind nach der Förderrichtlinie keine einfachen Staubsauger, obwohl sie wie diese auch zu Reinigungszwecken sowie zur direkten Absaugung von Maschinen und Geräten eingesetzt werden können. Bau-Entstauber der „Staubklasse H“ werden zusätzlich im Rahmen der Arbeitsschutzprämie „Schutzpakete für das Bauen im Bestand“ gefördert.

Näheres zur Förderung und sogar eine konkrete Geräteliste ist auf der Homepage der BG Bau (www.bgbau.de) unter der Rubrik „Service -> Arbeitsschutzprämien“ zu finden. Eine Fördermittelampel informiert dort auch über den Stand der verfügbaren Zuschüsse.

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