Prinzipskizze der Abbrandsteuerung FeuerControl ASM, dem einfachsten Modell von ED-Trade, das allerdings optional auch noch erweiterbar ist.
Elektronische Steuerungen sind aus der Ofenwelt nicht mehr wegzudenken. Sie verheißen KomfortBrennstoffeffizienz und Emissionsreduktion. Auf dem Markt gibt es diverse herstellergebundene und auch „offene“ Systeme. Seit 16 Jahren vertreibt beispielsweise ED-Trade solche unabhängig einsetzbaren Systeme.
Gerade erst hat die engagierte DACH-Vertriebsleiterin Eva Partyka deren Vorzüge in Linstow vorgestellt. Kritik besteht an der grundsätzlichen Zulässigkeit, das weiß auch sie – und argumentiert entsprechend.
Wir zeigen beide Seiten – und auch, unter welchen Voraussetzungen die offenen Systeme unstrittig eingesetzt werden können.
Worum geht es? Was können Ofensteuerungen?
Wer einen Holzofen betreibt, kennt die Situation: Der Abbrand läuft mal zu heiß, mal zu träge, das Nachlegen kommt zu früh oder zu spät, und am Ende landet mehr Energie im Schornstein als im Raum. Genau hier setzen die elektronischen Steuerungssysteme diverser Hersteller an – und auch das des Anbieters ED-Trade. Unter dem Markennamen FeuerControl bietet das Unternehmen herstellerunabhängige Lösungen für nahezu alle gängigen Ofentypen – vom klassischen Kachelofen über den Kamineinsatz bis hin zum wasserführenden Ofen. Das Herzstück aller Systeme ist eine motorisch betriebene Zuluft-Drosselklappe, die die Verbrennungsluftzufuhr automatisch regelt. Ein Abgastemperaturfühler misst kontinuierlich die Temperatur im Abgasbereich; die Steuereinheit wertet diese Daten aus und passt die Klappenstellung entsprechend an – ohne manuelles Eingreifen des Betreibers. Der Abbrand wird so in bis zu neun definierte Brennphasen aufgeteilt, jede mit eigenen Temperaturgrenzwerten und Öffnungsgraden, die sich bei Bedarf individuell anpassen lassen.
ED-Trade gliedert sein Produktprogramm in drei Kategorien.
Die Abbrandsteuerung FeuerControl ASG ist auf Öfen mit Wärmespeicherzügen ausgelegt – also Kachelöfen, Grundöfen und Speicheröfen. Sie optimiert das Aufladen der Wärmespeichermasse, verlängert die Glutphase und schließt die Drosselklappe nach abgeschlossenem Abbrand vollständig, damit die gespeicherte Wärme so lange wie möglich im Ofen verbleibt. Die FeuerControl ASM richtet sich an Öfen ohne Speichermasse, also Kamineinsätze und Kaminöfen: Hier steht die Stabilisierung der Brennraumtemperatur im Vordergrund, verbunden mit einer Signalisierung des optimalen Nachlegezeitpunkts. Für wasserführende Öfen mit Pufferspeicher schließlich ist die FeuerControl ASMX konzipiert; sie regelt die Luftzufuhr in Abhängigkeit von den Wassertemperaturen im Heizkreis und kann in bestehende Zentralheizungs-systeme eingebunden werden.
Alle Varianten sind jeweils in einer Standard- und einer VETRO-Ausführung mit Glasfrontblende erhältlich. Im Sicherheitsfall – etwa bei Stromausfall – öffnet die Drosselklappe automatisch vollständig; eine integrierte Pufferbatterie überbrückt kurze Unterbrechungen. Nach Rückkehr der Netzspannung setzt die Steuerung den Betrieb in der zuletzt gemessenen Brennphase fort.
ED-Trade gibt an, dass durch den Einsatz der Steuerungen mit angepasster Parametrierung (das ist wichtig!) der Holzverbrauch um bis zu 30 Prozent gesenkt werden kann – ein Argument, das angesichts gestiegener Brennholzpreise auch für den beratenden Ofenbauer gegenüber seinen Kunden an Gewicht gewonnen hat.
„Eine Feedback- und Schutzein-richtung für den Betreiber“
K&L-Magazin: Frau Partyka, Sie sind seit 16 Jahren in der Abbrandsteuerung tätig. Was ist Ihre Kernaufgabe bei ED-Trade?
Foto: Eva Partyka
Eva Partyka
Eva Partyka: Ich habe das Vertriebsnetz für den deutschsprachigen Raum aufgebaut und kümmere mich auch persönlich um den Support. Das heißt: Ich berate Ofenbauer – meistens per Online-Call – bei der Auswahl, Einrichtung und Feinjustierung der Steuerungen. Wenn es in der Anfangszeit zu Schwierigkeiten kommt, liegt das übrigens selten an der Steuerung selbst. Häufiger ist es zum Beispiel eine zu geringe Auflagemenge beim Anzündholz.
K&L-Magazin: Auf dem Markt gab und gibt es herstellerunabhängige Abbrandsteuerungen schon seit einigen Jahren von Anbietern wie Kutzner & Weber oder Fire Controls – aber auch von Ofenherstellern wie Brunner, Spartherm oder Leda. Was unterscheidet die Systeme von ED-Trade von diesen?
Eva Partyka: Durch unseren direkten Vertriebsweg sind wir sehr preisattraktiv. Was uns aber vor allem auszeichnet, ist die persönliche Beratung und der technische Support – dafür werden wir besonders gelobt. Unsere Geräte sind standardmäßig sehr umfangreich einsetzbar und erweiterbar, zum Beispiel für Rauchsauger oder wasserführende Geräte. Ein weiterer wesentlicher Vorteil: Die Steuerung ist sehr offen, was die Parametrierung betrifft. Der Ofenbauer kann und sollte zentrale Parameter individuell einstellen. Das ist bei der Inbetriebnahme vor Ort manchmal auch notwendig. Diese Anpassungstiefe ist bei vielen anderen Steuerungen so nicht üblich.
K&L-Magazin: Warum ist Ihrer Meinung nach die Abbrandsteuerung so wichtig?
Eva Partyka: Weil die Hauptfehlerquelle beim Heizen ganz klar der Benutzer ist. Die meisten Fehler passieren beim Anfeuern und in der Glutphase. Genau dort entstehen auch die größten Emissionen. Ohne Steuerung fehlt dem Nutzer eine verlässliche Rückmeldung, ob Temperatur und Luftführung gerade passen. Die Steuerung zeigt ihm, was im Ofen tatsächlich passiert, und macht Zusammenhänge sichtbar, die man von außen nicht erkennen kann. So versteht der Kunde den Brennprozess besser und erkennt, wo er eventuell falsch handelt. Das führt zu einem saubereren, stabileren Abbrand und schützt den Ofen vor typischen Fehlbedienungen, die langfristig Probleme verursachen können.
K&L-Magazin: Kann die ED-Abbrandsteuerung auch an handwerklich errichteten Öfen eingesetzt werden, oder ist sie auf Seriengeräte beschränkt?
Eva Partyka: Auf jeden Fall und gerade auch an handwerklichen Öfen! Sie kann sogar zwei separate Luftklappen für Primär- und Sekundärluft ansteuern. Und wir bieten verschiedene Softwarelösungen, die speziell auf Grundöfen beziehungsweise auf Heizkamine ausgelegt sind.
Unsere Ofen-steuerung ist eine Feedback- und Schutz-einrichtung. Sie reduziert Anwenderfehler deutlich.«
K&L-Magazin: Eignet sich die Steuerung auch für raumluftunabhängige Feuerstätten?
Eva Partyka: Unbedingt – ich empfehle sogar ausdrücklich, alle Öfen damit auszustatten.
K&L-Magazin: Welche technischen Voraussetzungen muss ein Ofen erfüllen?
Eva Partyka: Man braucht eine definierte, regelbare Luftzufuhr zum Ofen. Bei Kaminkassetten ist das deshalb zum Beispiel nicht möglich.
K&L-Magazin: Kann ein Ofenbesitzer die Installation selbst vornehmen?
Eva Partyka: Technisch ja, aber ich empfehle es nicht – wegen der individuellen Einstellung, die oft nötig ist. Grundsätzlich empfehle ich den Einbau durch einen Ofenbau-Fachbetrieb.
K&L-Magazin: Wie lautet Ihr persönliches Fazit?
Eva Partyka: Unsere Ofensteuerung ist eine Feedback- und Schutzeinrichtung. Sie reduziert Anwenderfehler deutlich. Durch die Rückmeldung der Steuerung erkennt der Kunde sofort, ob beim Heizen alles passt oder wo er noch nachbessern sollte. Außerdem ermöglicht sie einen gleichbleibenden, reproduzierbaren Abbrand, möglichst nah an den Vorgaben des Herstellers.
„Baurechtlich eine Zwickmühle“
Im Wissen um Gegenstimmen gegen„offene“, herstellerunabhängige Ofensteuerungen haben wir Tobe Hinrichs als Mitglied der Projektgruppe TROL und des HKI-Herstellerverbands um eine Stellungnahme gebeten. Hinrichs schickt ausdrücklich voraus, dass er nicht als Hersteller-vertreter antwortet, sondern in seiner Funktion als TROL-Projektgruppenmitglied und HKI-Verbandsmitglied. Hier sein Statement:
Foto: Leda
Tobe Hinrichs
Tobe Hinrichs:„Die Frage nach der Verwendbarkeit universeller Regelungen lässt sich aus meiner Sicht in drei Punkten zusammenfassen: baurechtlich ist sie unzulässig, haftungstechnisch nicht gedeckt, und technisch verändert sie den Betrieb der Feuerstätte.
Baurechtlich ist die Lufteinstellungseinrichtung – ob mechanisch-manuell oder motorisch-elektronisch – Teil der Feuerstätte und damit normativer Bestandteil der Geräteprüfung gemäß EN 16510-2-x sowie der früheren Normen EN 12815, EN 13229, EN 13240, EN 14785 und EN 15250. Das Luftventil ist damit auch verbindlicher Teil der CE-Kennzeichnung. Jede Änderung dieses Geräteumfangs stellt eine funktionelle Abweichung dar und führt zum Verlust der CE-Kennzeichnung – mit der Folge, dass das Bauprodukt im Sinne des geltenden Baurechts nicht mehr verwendet werden darf. Hinzu kommt: Auch wenn die Feuerstätte selbst nicht verändert würde und die universelle Regelung lediglich zusätzlich eingebaut wird, verletzt das baurechtliche Vorgaben, die zusätzliche Klappen in der Verbrennungsluftzufuhr grundsätzlich nicht zulassen. Daraus ergibt sich baurechtlich eine Zwickmühle: Muss die Regelung keinen eigenständigen Verwendbarkeitsnachweis besitzen, weil sie als Teil der Feuerstätte gilt, hätte sie zusammen mit der Feuerstätte geprüft sein müssen. Muss sie keinen solchen Nachweis besitzen, weil sie eigenständiges Produkt ist, bräuchte sie eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung samt allgemeiner Bauartgenehmigung.
Haftungstechnisch entsteht durch den Einsatz einer universellen Regelung eine Grauzone, die bei Anbietern gerne verschwiegen wird: Der Feuerstättenhersteller haftet für keine Auswirkung der zusätzlichen Regelung, der Regelungshersteller übernimmt keine Gesamthaftung für die Feuerstätte. Produkthaftung, Gewährleistung und Garantien gehen damit weitgehend oder vollständig verloren – und die Verantwortung lastet beim Fachbetrieb, der beide Produkte zusammenführt. Im Schadensfall wird ihm zusätzlich vorgeworfen werden, dass er die baurechtliche Unzulässigkeit hätte kennen müssen.
Baurechtlich ist die Lufteinstellungseinrichtung – ob mechanisch-manuell oder motorisch-elektronisch – Teil der Feuerstätte und damit normativer Bestandteil der Geräteprüfung.«
Technisch gilt: Es gibt keine universelle Regelung, die für jede Feuerstätte passt. Selbst Hersteller, die eigene Regelungen entwickelt haben, müssen bei jedem Feuerstättentyp individuelle Parameter ermitteln. Auch sicherheitsrelevante Abstände und Dämmstoffdicken hängen von der Verbrennungslufteinstellung ab – und nicht immer ist die vollständig geöffnete Klappe der kritischste Zustand. Das lässt sich nur durch eine gemeinsame Prüfung von Feuerstätte und Regelung verlässlich beurteilen.
Wichtige Ausnahme für das Handwerk: Bei rein handwerklichen Bauarten nach TROL – also beim Grundofen, offenen Kamin Bauart B, handwerklich errichtetem Backofen und Herd, jeweils ohne industriell hergestellte Einsätze – ist der Einsatz einer Regelung baurechtlich möglich. Der Fachbetrieb übernimmt hier ohnehin die Gesamthaftung für die Errichtung, einschließlich der Verbrennungsluftregelung. Für das ofenbauende Handwerk ist das ein nicht unwesentlicher Spielraum.“
Wir haben Eva Partyka im Nachgang noch einmal Gelegenheit gegeben, konkret auf die Kritik einzugehen. Nachfolgend ihre Replik.
Eva Partyka:„Die Argumente von Tobe Hinrichs sind in Teilen nachvollziehbar – werfen aber Fragen auf, die über den Einzelfall hinausgehen.
Zur baurechtlichen Argumentation: Wenn man die Logik konsequent anwendet, müsste sie für alle vergleichbaren Konstellationen gelten – also etwa auch für die Kombination eines Ofens von Hersteller A mit einer Steuerung von Hersteller B oder umgekehrt. Auch in solchen Fällen verfügen die Steuerungen meines Wissens nicht über einen separaten baurechtlichen Verwendbarkeitsnachweis. Eine Argumentation, die nur selektiv auf herstellerunabhängige Lösungen zielt, überzeugt nicht.
Zur Haftungsfrage: Dass die Haftung in der Praxis häufig zuerst beim Fachbetrieb landet, stimmt grundsätzlich – das ist aber keine Besonderheit von Fremdsteuerungen. Die tatsächliche Haftungssituation ist regelmäßig komplexer als pauschale Aussagen es nahelegen: Sie hängt vom Einzelfall ab, von der Ausführung, der Dokumentation und den konkreten Schadensursachen. Dass ein Feuerstättenhersteller sich allein durch den Einsatz einer Fremdsteuerung pauschal jeder Verantwortung entziehen kann, erscheint zumindest nicht ohne Weiteres überzeugend.
Zum technischen Argument: Dass eine herstellerunabhängige Regelung individuell auf den jeweiligen Ofen eingestellt werden muss, stimmt – und wird von uns ausdrücklich so gehandhabt. Das ist aber kein Argument gegen solche Regelungen, sondern schlicht technische Realität: Emissionen weichen im realen Betrieb ohnehin von Prüfstandswerten ab, weil beim Kunden vor Ort nie exakt dieselben Bedingungen herrschen. Dem Ofenbauer muss zugetraut werden, Parameter anhand der tatsächlichen Situation sinnvoll anzupassen. Und dass ein Nutzer, der einen Ofen falsch bedient, in der Praxis weniger Aufmerksamkeit erzeugt als eine korrekt eingestellte Fremdsteuerung – das verdient zumindest eine ehrliche Diskussion.
Grundsätzlich: Für Systemöfen gilt selbstverständlich: Die Steuerung des Herstellers ist die erste Wahl – sofern der Hersteller überhaupt eine eigene anbietet. Wo das nicht der Fall ist, bleibt die herstellerunabhängige Lösung die einzig praktikable Option. Den Begriff „universelle Steuerung“ halte ich dabei für unglücklich gewählt: Er suggeriert eine Beliebigkeit, die dem tatsächlichen Aufwand bei Auswahl, Einbau und Parametrierung nicht gerecht wird.“
Foto: ED Trade
Die Steuerung FeuerControl ASMX für wasserführende Geräte ist schon in ihrer Basisausführung für komplexere Aufgaben ausgestattet.
Foto: ED Trade
Für die FeuerControl Bedienung stehen drei Varianten zur Verfügung: ein weißes sowie ein schwarzes Bedienfeld mit Drucktasten sowie das hier gezeigte besonders elegante Touch-Panel „Vetro-Design“ mit Glasoberfläche.
Foto: ED Trade
Zahlreiche Ofenbaubetriebe vertrauen schon lange auf die individuell parametrierbaren FeuerControl-Steuerungen. Sie schätzen auch den guten Service von ED-Trade.
Foto: ED Trade
Für die FeuerControl Bedienung kam hier die Variante mit schwarzem Bedienfeld und Drucktasten zum Einsatz.
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