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Unsicherheit statt Aufbruch

Wenig Dynamik beim Heizungstausch

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks veröffentlicht jährlich Erhebungen zum Heizungsbestand in Deutschland. Im Jahr 2025 standen vor allem der Regierungswechsel und die angekündigte Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Fokus. Die unklare politische Perspektive bremste den Austausch alter Heizungen und führte zu einem anhaltenden Modernisierungsstau im Gebäudebestand. Bereits seit 2024 kommt die Wärmewende kaum voran.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll nun für mehr Bewegung sorgen. Mit dem Kabinettsbeschluss vom 13. Mai 2026 hat der Änderungsentwurf die erste Hürde genommen; noch vor der Sommerpause soll das Gesetz im Bundestag verabschiedet werden. Ob der GEG-Nachfolger tatsächlich neue Investitionen auslöst und wo der Gebäudesektor zu Beginn des Jahres 2026 tatsächlich steht, zeigen die aktuellen Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks.

Öl- und Gasheizungen dominieren

Rund 19,5 Millionen und damit mehr als die Hälfte aller Heizungsanlagen (inklusive Warmwasserheizer) nutzten im Jahr 2025 fossile Energieträger. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies insgesamt einem Rückgang von zwei Prozent. Zwar setzt sich die Dekarbonisierung im Heizungskeller damit fort, die Dynamik bleibt jedoch gering. So nahm die Zahl der installierten Öl- und Gasheizungen auch im Jahr 2025 weiter ab, allerdings nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich: Die Zahl der Ölheizkessel sank um rund drei Prozent auf 4,7 Millionen Anlagen; die Anzahl der Gasfeuerungsanlagen verringerte sich im gleichen Zeitraum um 1,7 Prozent auf 14,8 Millionen.

Kaum Veränderung bei fester Biomasse

Wenig Veränderung gab es außerdem im Bereich der Biomasseheizungen. Die Zahl der installierten Heizungsanlagen erreicht mit rund 1,2 Millionen das Vorjahresniveau. Mit etwa 11,7 Millionen Einzelraumfeuerstätten bleibt auch der Bestand an Kamin-, Kachelöfen oder Heizkaminen weitgehend konstant. Die nahezu unveränderten Bestandszahlen deuten darauf hin, dass feste Biomasse im Gebäudebestand weiterhin eine relevante Rolle spielt, ohne derzeit jedoch deutlich an Bedeutung zu gewinnen.

Während die Heizungsmodernisierung insgesamt stagniert, verbessert sich die Effizienz vieler Heizungsanlagen langsam, aber kontinuierlich. Moderne Brennwerttechnik spielt dabei eine wichtige Rolle und trägt dazu bei, den Energieverbrauch bestehender Anlagen zu reduzieren. Insbesondere bei Gasheizungen steigt der Anteil effizienter Systeme. Fast 60 Prozent der installierten Gasheizungen verfügten im Jahr 2025 über effiziente Brennwerttechnik. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich ihr Anteil um rund 2,1 Prozent. Der Anteil der Öl-Brennwertgeräte stieg im gleichen Zeitraum um rund 2,7 Prozent. Ein zentrales Problem bleibt das hohe Durchschnittsalter konventioneller Heizsysteme, die ohne Brennwerttechnik heizen. Über 86 Prozent der Ölheizungen und etwa 66 Prozent der Gasheizungen waren im Jahr 2025 älter als 20 Jahre. Sie erfüllen die Sicherheitsstandards, gelten aber als technisch veraltet. Besser sieht es im Bereich der Brennwertanlagen aus. Bei den Ölheizungen sind ca. 21 Prozent und bei den Gasheizungen in etwa 26 Prozent älter als 15 Jahre.
„Es bleibt abzuwarten, wie sich der GEG-Nachfolger, das Gebäudemodernisierungsgesetz, auf das laufende Jahr 2026 auswirkt. Der Einbau effizienter Öl- und Gasheizungen wird laut Referentenentwurf weiterhin möglich sein“, erläutert Alexis Gula, Präsident im Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. „Wir empfehlen jedoch unter anderem im Hinblick auf eine mögliche Biotreppe Alternativen wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Biomasseanlagen – und eine  vorherige Energieberatung. Die Entscheidung für oder gegen ein
System wird vor allem von der Entwicklung der Energiepreise und der Versorgungssicherheit bestimmt.“

Unsicherheit bremst die Wärmewende

Unsicherheit bremst die Wärmewende Die aktuelle Zurückhaltung vieler Gebäudeeigentümer ist eng mit der energiepolitischen Diskussion verbunden. Unsicherheiten rund um gesetzliche Anforderungen, Förderbedingungen und zukünftige Energiepreise führen dazu, dass Investitionen verschoben werden. Dies unterstreicht, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Transformation des Wärmemarktes sind. Gleichzeitig gewinnen Themen wie kommunale Wärmeplanung, Netzinfrastruktur und sektorübergreifende Energiekonzepte weiter an Bedeutung. Sie werden entscheidend dafür sein, wie schnell und effizient die Wärmewende umgesetzt werden kann.

Bessere Daten für bessere Entscheidungen

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks setzt sich dafür ein, die Datenerhebung künftig auszuweiten. Ziel ist eine vollständige Erfassung aller Wärmeerzeuger, einschließlich strombasierter Systeme und Fernwärmeanschlüsse. Eine umfassende Bestandsaufnahme könnte die Fortschritte der Wärmewende deutlich transparenter machen und Kommunen sowie politischen Entscheidungsträgern eine verlässliche Planungsbasis bieten.

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