Im Winter rückt das Thema Feinstaub regelmäßig in den Fokus. Insbesondere Holzfeuerungen werden dabei schnell pauschal kritisiert um Schlagzeilen und mediale Aufmerksamkeit zu erzielen. In dieser Debatte werden lokale Feinstaubbelastungen durch Holzfeuerungen, mögliche gesundheitliche Auswirkungen sowie die Wirksamkeit bestehender Regelungen immer wieder kritisch bewertet. Der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik ordnet die Aussagen vor dem Hintergrund aktueller Daten, technischer Entwicklungen und geltender Regulierung fachlich ein und fordert eine sachliche Diskussion auf Grundlage belastbarer Fakten ohne vorgefertigte Meinungen und pauschalen Verurteilungen.
Lokale Spitzen rechtfertigen keine Pauschalurteile
Unstrittig ist: Holzfeuerungen können bei Inversionswetterlagen im Winter lokal erhöhte Feinstaubkonzentrationen mit sich bringen. Diese kurzzeitigen Belastungsspitzen können vor allem in dicht bebauten Wohngebieten und in den Abendstunden auftreten, wenn viele Anlagen gleichzeitig betrieben werden. Vergleichbar mit der Überlastung des Stromnetzes in einzelnen Straßenzügen, wenn nach Feierabend viele Haushalte ihre E-Autos laden und gleichzeitig eine Vielzahl elektrischer Geräte betreiben. Solche Situationen sind ernst zu nehmen. Sie rechtfertigen jedoch keine pauschale Bewertung von Holzfeuerungen als zentrale Ursache schlechter Luftqualität in Deutschland. „Das Thema Feinstaub braucht eine sachliche und technisch fundierte Diskussion“, betont Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI. „Die Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen klar, dass die bisherigen Maßnahmen wirken. Pauschale Schuldzuweisungen befeuern lediglich die Polemik und untergraben eine sachliche Diskussion.“
UBA-Zahlen zeigen klare Fortschritte
Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt einen deutlichen Rückgang der Feinstaubemissionen in Deutschland. Nach Angaben des Umweltbundesamtes war unsere Luft noch nie so sauber wie heute. Dies belegt, dass gesetzliche Vorgaben, technischer Fortschritt und der kontinuierliche Austausch veralteter Anlagen messbare Wirkung zeigen. Der HKI begleitet diese Entwicklung für seinen Bereich seit Jahren aktiv mit. Der Verband hat sich frühzeitig für klare ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen eingesetzt, die technische Weiterentwicklung moderner Feuerstätten vorangetrieben und parallel auf umfassende Verbraucheraufklärung und Schulungen gesetzt. Ziel war und ist es, Emissionen dort zu senken, wo sie tatsächlich entstehen – im Zusammenspiel aus Technik, Brennstoffqualität und dem korrekten Betrieb.
Wärme aus Holz ist aktiver Klimaschutz
Zudem wird Brennholz mitunter pauschal als „klimaschädlichste Heizmethode“ dargestellt. Diese Aussage ist fachlich nicht haltbar. Sie ignoriert grundlegende wissenschaftliche Zusammenhänge nachhaltiger Forstwirtschaft, stofflicher Holznutzung und moderner Wärmeversorgung. Junge, nachhaltig bewirtschaftete Wälder binden mehr CO₂ als überalterte Bestände. Gleichzeitig ermöglicht Holz im Bau- und Möbelbereich eine langfristige Kohlenstoffspeicherung. Genau hier liegt der klimapolitische Kern. Eine solche Nutzung erzeugt zwangsläufig Restholz: Rund 30 Prozent des anfallenden Holzes sind Abfall- und Restholz und stofflich nicht verwertbar. Dieses Holz kann energetisch genutzt werden. Es ersetzt fossile Energieträger und schließt den Nutzungskreislauf ohne die Holzreste ungenutzt verkommen zu lassen.
Fazit: Technischer Fortschritt, der weitere Austausch alter Feuerstätten, klare regulatorische Vorgaben und sachliche Aufklärung bleiben die wirksamsten Instrumente, um Emissionen nachhaltig zu senken.