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/// World of fireplaces 2027

Eine starke Branche braucht eine starke Messe

Darüber sprach das K&L-Magazin mit Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI Industrieverbandes und Christopher Boss, Geschäftsführer des Messeveranstalters trendfairs.

K&L-Magazin: Herr Kienle, wie stellt sich die aktuelle wirtschaftliche Situation bei den Herstellern von Feuerstätten dar?

Frank Kienle: Auch unsere Branche spürt die allgemeine Kaufzurückhaltung. Die Nachfrage ist gegenüber den starken Jahren zurückgegangen, und viele Verbraucher stellen größere Investitionen zunächst zurück. Hinzu kommt die Verunsicherung über die zukünftige Wärmeversorgung. Nach den jahrelangen Diskussionen um das Gebäudeenergiegesetz gelten mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz, kurz GModG, erneut veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Viele Verbraucher fragen sich: Was gilt künftig, welche Technik ist für mein Gebäude sinnvoll und worauf kann ich mich langfristig verlassen? Diese Unsicherheit betrifft nicht allein Feuerstätten, sondern alle Formen der Wärmeversorgung.

K&L-Magazin: Welche Bedeutung hat eine starke Branchenmesse unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen?

Frank Kienle: Wenn ein Markt schwieriger wird, darf eine Branche nicht unsichtbarer werden. Der persönliche Austausch und ein gemeinsames Auftreten sind dann besonders wichtig. Die WOF bringt Hersteller, Handel, Handwerk und Politik zusammen. Hier können aktuelle Entwicklungen diskutiert und neue Lösungen unmittelbar vorgestellt werden. Eine starke Messe zeigt, dass unsere Branche präsent ist und auch in Zukunft etwas zu bieten hat.

K&L-Magazin: Viele Unternehmen prüfen ihre Investitionen derzeit besonders sorgfältig. Warum sollten sie sich dennoch für eine Präsenz auf der WOF entscheiden?

Frank Kienle: Kein Außendienstmitarbeiter hat einen Kaminofen unter dem Arm. Auf der WOF können Produkte dagegen unmittelbar gezeigt und erlebt werden. Material, Verarbeitung, Haptik, Design und technische Lösungen lassen sich vor Ort ganz anders vermitteln als über einen Prospekt oder ein Video. Gerade in einem schwierigeren Marktumfeld ist es zudem wichtig, bei Kunden und Geschäftspartnern präsent zu bleiben. Hinzu kommen intensive Gespräche, die im Geschäftsalltag kaum möglich sind: Kunden kommen mit Geschäftsführung, Technik und Außendienst direkt ins Gespräch. Fragen werden unmittelbar beantwortet, Erfahrungen ausgetauscht und neue Ideen diskutiert. Diese Intensität des persönlichen Austauschs macht für mich den Mehrwert einer Messe aus.

Wenn ein Markt schwieriger wird, darf eine Branche nicht unsichtbarer werden.«

Frank Kienle

K&L-Magazin: Und warum lohnt sich für Ofenbauer und Kaminstudios der Weg nach Leipzig?

Frank Kienle: Die Stadt Leipzig ist immer eine Reise wert. Zudem können Ofenbauer und Kaminstudios auf der WOF zahlreiche Innovationen erleben und sich bei den Fachbeiträgen auf dem Messe-HUB informieren. Besonders wertvoll finde ich aber, wenn Firmeninhaber die Messe gemeinsam mit ihren Mitarbeitern besuchen. Wenn Ofenbauer, Handwerker und Verkaufsmitarbeiter gemeinsam Neuheiten anschauen, Gespräche mit Herstellern führen und neue Informationen mitnehmen, entsteht ein gemeinsamer Wissensstand. Man hat dasselbe gesehen und gehört und kann anschließend im eigenen Betrieb darüber diskutieren, welche Produkte und Entwicklungen für ihr Unternehmen und die Kunden interessant sind. So entsteht aus einem Messebesuch zugleich ein intensiver Austausch im eigenen Team.

K&L-Magazin: Unsere Branche ist stark von politischen Rahmenbedingungen abhängig. Welche Botschaft sollte von der WOF in Richtung Politik ausgehen?

Frank Kienle: Unsere Branche braucht verlässliche und langfristig planbare Rahmenbedingungen. Das gilt auch mit Blick auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Entscheidend ist für uns, dass der technologieoffene Ansatz langfristig Bestand hat und Holz als erneuerbarer Energieträger seinen festen Platz in der Wärmeversorgung behält. Zudem legt der Gesetzgeber hier einen starken Fokus auf die Hybride Wärmetechnik. Wir müssen also zeigen, was moderne Feuerstätten heute alles leisten können. Die Geräte wurden in den vergangenen Jahren insbesondere bei Effizienz und Emissionen erheblich weiterentwickelt. Die WOF bietet die Möglichkeit, diese Entwicklung sichtbar zu machen und mit politischen Entscheidern ins Gespräch zu kommen. Die Politik und unsere Branche sollten miteinander und nicht übereinander reden.

K&L-Magazin: Wie ist der Buchungsstand im Vergleich zum Buchungsstand im Sommer 2024?

Christopher Boss: Die Entwicklung stimmt uns sehr zuversichtlich. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich auch bei der dritten Ausgabe ein starker Zuspruch für die WOF 2027 ab. Viele Unternehmen, die bereits 2025 dabei waren, haben sich erneut für Leipzig entschieden. Gleichzeitig kommen neue Aussteller, auch aus dem Ausland, hinzu. Das zeigt uns, dass die World of Fireplaces nach zwei Veranstaltungen im Markt angekommen ist und als internationale Plattform zunehmend an Bedeutung gewinnt.

K&L-Magazin: Stellen Sie eine Zurückhaltung bei den Buchungen fest? Werden weniger Quadratmeter gebucht?

Christopher Boss: Natürlich beobachten auch wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und wissen, dass Unternehmen ihre Messebudgets sehr genau prüfen. trendfairs nimmt in den Gesprächen mit den Ausstellern jedoch wahr, dass eine Teilnahme klar gesetzt ist, wenngleich teilweise mit kleineren aber zum Teil auch größeren Flächen. Vielmehr erleben wir eine gute Dynamik und eine hohe Bereitschaft, die eigene Marke, Produkte und Innovationen in Leipzig zu präsentieren. Gerade in einem sich verändernden Markt wird der persönliche Austausch, aber natürlich auch die Gewinnung von neuen Kunden wieder besonders wichtig.

Wer die Entwicklung der Branche aktiv mitgestalten und seine Lösungen einem internationalen Fachpublikum präsentieren möchte, sollte jetzt die Chance nutzen.«

Christopher Boss

K&L-Magazin: Welchen Appell geben Sie den derzeit noch unentschlossenen Ausstellern mit auf den Weg zur Planung bzw. Buchung für die WOF 2027?

Christopher Boss: Mein Appell ist ganz einfach: Wer die Entwicklung der Branche aktiv mitgestalten und seine Lösungen einem internationalen Fachpublikum präsentieren möchte, sollte jetzt die Chance nutzen. Eine Messe lebt von ihrer Branchenvielfalt und von den vertretenen Marken – und genau diese Vielfalt macht die World of Fireplaces aus. Wer zu spät kommt, riskiert nicht nur die Wunschplatzierung, sondern vor allem, bei einem wichtigen Branchentreffpunkt nicht sichtbar zu sein. Die WOF bietet fokussiert alles zum Thema Feuerstätte, d.h. eine Branche – ein Ort. Die Entscheider aus Handel, Handwerk und Industrie treffen sich am ‚fireplace to be‘ in Leipzig.

K&L-Magazin: Können wir mit einer vollen Ausschöpfung der Hallenkapazität rechnen?

Christopher Boss: Die aktuelle Buchungsdynamik stimmt uns optimistisch. Wir sind auf einem sehr guten Weg und sehen die Nachfrage für die dritte Ausgabe als ein ausgesprochen positives Signal. Wir gehen davon aus, dass wir wieder ausgebucht sein werden, sowohl in der Halle als auch in der Außenfläche.

K&L-Magazin: trendfairs hat in vielen europäischen Ländern Kooperationspartnerschaften aufgebaut. Können wir hierdurch mit mehr Ausstellern und Besuchern aus den Nachbarländern hoffen?

Christopher Boss: Definitiv. Die Internationalisierung ist ein wichtiger Bestandteil der WOF. Unsere Kooperationen und Zusammenarbeiten mit den Auslandvertretungen in verschiedenen europäischen Märkten helfen uns dabei, neue Zielgruppen anzusprechen und die internationale Reichweite und Relevanz der Messe weiter auszubauen. Bereits die vergangenen Veranstaltungen haben gezeigt, dass Leipzig für internationale Fachbesucher attraktiv ist. Für 2027 wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen und insbesondere die Besucher aus den europäischen Nachbarländern noch stärker aktivieren. Die WOF ist bewusst als internationale Plattform konzipiert.

Christopher Boss, Geschäftsführer trendfairs

Foto: trendfairs

Christopher Boss, Geschäftsführer trendfairs

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