Martin Henze (K&L-Magazin) und Maximilian Gediga (rechts), Verkaufsleiter Geschäftsbereich Ofenbau bei Peter Jensen.
Netzwerken und Produktpräsentationen – unter diesem Vorzeichen stand die jährliche Hausmesse von Peter Jensen in Hamburg. Am 27. August folgten 24 ausstellende Unternehmen und rund 150 Besucher der Einladung des norddeutschen Ofenbau-Großhändlers, diesmal erstmals ausgesprochen von Maximilian Gediga, Verkaufsleiter des Geschäftsbereichs Ofenbau und Nachfolger von Stefan Ulrich.
Die gut besuchte Veranstaltung ist längst mehr als eine Produktshow der Hersteller. Das Come-together liefert stets auch ein Stimmungsbild der Branche, und wer sich an diesem Tag mit Ausstellern und Besuchern unterhielt, bekam ein Bild größerer Umwälzungen, die teils positiv, teils neutral, teils aber auch mit Sorge bewertet wurden.
Die Hausmesse ist ein klares Bekenntnis des Hauses an die Branche in einem angespannten Markt-umfeld.«
Mit Spannung erwartet man etwa, wie sich die kürzlich bekanntgegebene Zusammenlegung von Spartherm und Camina & Schmid entwickelt – beide waren als Aussteller vertreten und nutzten die Gelegenheit, offene Fragen aus dem Handwerk direkt zu beantworten. Auch Brula, Spezialanbieter ausgeklügelter Ofenbaustoffe, ist erst vor Kurzem in neue, junge Hände übergegangen. Unbefriedigender stellt sich die Nachwuchssituation im Handwerk dar – ein sich verschärfender Dauerbrenner, der längst nicht mehr nur die Gesellen- und Meisterebene betrifft, sondern auch die Nachfolge in den Ofenbaubetrieben selbst. Vielfach ist ein Generationswechsel gewünscht und überfällig, doch kommt es mangels Nachfolger mitunter sogar zur Geschäftsaufgabe. Dabei wäre durchaus Substanz weiterzugeben: Nach der spürbaren Delle im vergangenen Jahr zeigt das Auftragsvolumen inzwischen wieder einen leichten Aufwärtstrend – eine der erfreulicheren Entwicklungen der zurückliegenden Monate.
Nach der spürbaren Delle im vergangenen Jahr zeigt das Auftragsvolumen inzwischen wieder einen leichten Aufwärtstrend – eine der erfreulicheren Entwicklungen der zurückliegenden Monate.«
Vor diesem Hintergrund betont Gediga den Stellenwert der Messe als„klares Bekenntnis des Hauses an die Branche in einem angespannten Marktumfeld“. Über das ansonsten auf klassische Brennstoffe ausgerichtete Ausstellerportfolio hinaus sieht er in Elektrokaminen und -öfen eine inter-essante Ergänzung:„Elektrisch beheizte Kamine und Kachelöfen werden nach unserer Einschätzung mittel- bis langfristig auch für den handwerklichen Ofenbau eine Rolle spielen. Die verarbeitenden Profis haben dabei das beste Gespür für die richtige Technik und das schönste Ambiente beim Endkunden. Deshalb zeigen wir hier auf der Messe auch Produkte in diesem Segment, namentlich beim Aussteller„trimline fires“. Breit fiel das Spektrum der gezeigten Neuheiten aus – von der Pelletfeuerstätte über den Gussofen bis zur Abgastechnik.
Messesplitter
Eva Calòr – Der italienische Hersteller zeigte mit den Pelletkaminöfen Pietro und Mirko zwei Neuheiten im„Slim Design“. Schlanke Bautiefen erweitern das Spektrum der Aufstellmöglichkeiten beispielsweise auch auf Flure.
Foto: Martin Henze
Oranier – Hier stand hybride Wärme im Fokus, nicht nur, aber auch mit Wassertechnik. Passend dazu bietet der Hersteller einen neuen Ratgeber in Buchform an, der dem Handwerk als Argumentationshilfe im Kundengespräch dienen soll. Weitere Neuheiten waren drei Geräte der Pure-Black-Serie sowie eine Specksteinverkleidung in Lavagrau, die unter anderem für das Modell Polar Neo Vintage erhältlich ist.
Foto: Martin Henze
Buderus – Auch Buderus unterstützt den Trend zu Hybridheizsystemen: mit Paketlösungen aus Wärmepumpe und Festbrennstoffgeräten ebenso wie mit einer Kälteschein-Schulung in Kooperation mit Rothenberger und der Hagos. Diese wendet sich ausdrücklich auch an Ofenbauer, die anschließend Klimasplitgeräte einbauen und warten dürfen – für Betriebe also eine Option, das eigene Leistungsspektrum über das Feuerstättengeschäft hinaus zu erweitern.
Foto: Martin Henze
Brula– Der neue Eigentümer Christian Himpel verfolgte das Marktgeschehen vor Ort. Mit Feuerfestprodukten der Pyro Worms GmbH versorgt er die Ofenbranche schon lange – die Übernahme von Brula war deshalb geradezu ein„perfect match“. So sieht es auch der langjährige Vertriebsmitarbeiter Thomas Schilling. Für das Handwerk bedeutet der Eigentümerwechsel damit vor allem eines: Kontinuität bei den gewohnten Ansprechpartnern.
Foto: Martin Henze
Camina & Schmid / Spartherm– Beide Häuser betonten die Fortführung ihrer Produktprogramme, die bis auf Weiteres gepflegt werden sollen. Schließlich haben beide Unternehmen hochwertige Eigenentwicklungen zu bieten, die jeweils ihre„Fans“ bei den Ofenbaubetrieben haben. Eine Bereinigung der Sortimente steht demnach zunächst nicht an.
Foto: Martin Henze
Leda– Der Gussofenhersteller erweitert seine Produktpalette um das Modell Sanna, wahlweise mit Rauchrohrabgang oben oder hinten und optional anschließbarer Ledatronic-Steuerung. Auch Katalysatorplatten, eine elektronische Heizhilfe und eine Drehkonsole sind verfügbar. Besondere Kennzeichen des Geräts sind der große Brennraum und die Struktur der Ofenhülle, die wie Keramik wirkt, aber aus emailliertem Guss besteht. Weitere Neuheit ist das Modell Mika, erhältlich in den drei Varianten Mika Plus (mit nachrüstbarem Speicher), Mika up und Mika small.
Foto: Martin Henze
Haas + Sohn – Auf die stärkere Nachfrage nach Herden reagiert das Unternehmen mit einem erweiterten Portfolio, unter anderem mit dem nur 40 cm schmalen Modell HS40. Mit dabei war außerdem der neue Pelletkamin-ofen HSP 8 Lucca II RLU Stone: raumluftunabhängig zertifiziert, mit WLAN-Steuerung und 32 kg fassendem Pellettank. Ebenfalls neu ist der Varo S, ein Kaminofen im Einstiegssegment mit Easy-Control-Steuerung.
Foto: Martin Henze
Color Email – Last, but not least hatten auch zwei der ausstellenden Abgastechnikspezialisten Brandneues im Gepäck. Bei Color Email handelt es sich um ein wärmegedämmtes Rauchrohrsystem mit 80 mm Innendurchmesser für Pelletfeuerstätten.
Foto: Martin Henze
Schräder – Umfangreicher fällt die Neuheit FutureHeat bei Schräder aus: Der Alleskönner für Naturzug-Feuerstätten verbindet katalytische Nachverbrennung, Staubabscheidung und Abgaswärmerückgewinnung in einer kompakten Einheit.
Foto: Martin Henze
Dass ein Großhändler Peter Jensen auch in diesem Jahr wieder zwei Dutzend Aussteller und rund 150 Besucher an einem Tag zusammenbrachte, ist für sich genommen bereits ein Signal. Die Hausmesse in Hamburg hat damit einmal mehr gezeigt, dass der persönliche Austausch zwischen Industrie und Handwerk durch kein Katalog-PDF zu ersetzen ist.
Martin Henze
Foto: Martin Henze
Rund 150 Besucher kamen zur Hausmesse 2026 ins Lagerhaus von Peter Jensen nach Hamburg.
Foto: Martin Henze
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