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/// 57. Arbeitsseminar des bayerischen OL-Handwerks

Treffpunkt Bad Tölz

Nach der Begrüßung durch Landesfachgruppenleiter Daniel Dollinger und Jörg Schütz, Geschäftsführer Technik FVSHK Bayern, rückten zunächst die emissionsseitigen Herausforderungen von Einzelraumfeuerstätten in den Mittelpunkt. Vorgestellt wurden aktuelle Erkenntnisse zu Feinstaub- und Rußemissionen, die trotz moderner Technik weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Deutlich wurde, dass insbesondere abgasseitige Abscheider- und katalytische Verfahren ein großes Potenzial zur Emissionsminderung besitzen und künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen werden – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der steigenden Nutzung von Biomasse.

Ein weiterer fachlicher Schwerpunkt lag auf der Planung von Feuerstätten. Dabei wurde herausgestellt, dass hochwertige handwerkliche Lösungen heute eine präzise und anschauliche Planung erfordern. Moderne Softwarelösungen und KI-gestützte Werkzeuge können Ofenbauerinnen und Ofenbauer dabei unterstützen, individuelle Konzepte effizient zu entwickeln und diese für Kundinnen und Kunden realitätsnah im Wohnumfeld darzustellen. Die eigene gestalterische Kompetenz bleibt dabei der zentrale Faktor, wird jedoch durch digitale Werkzeuge sinnvoll ergänzt.

Effektivität sichert die technische Realisierbarkeit, Effizienz ist notwendig für die Optimierung.«

Ingo Hartmann

Intensiv diskutiert wurde auch die Rolle des Grundofens als regenerativer Wärmeerzeuger der Zukunft. Seine Fähigkeit, Wärme effizient zu speichern und bedarfsgerecht abzugeben, macht ihn zu einem wichtigen Baustein im klimafreundlichen Heizungssystem. Gleichzeitig wurde kritisch auf Defizite in der aktuellen regulatorischen Bewertung hingewiesen, insbesondere im Zusammenhang mit der 1. BImSchV.

Neben technischen Themen nahm die Digitalisierung des Handwerks breiten Raum ein. Die Einführung der E-Rechnung wurde als wichtiger Schritt hin zu automatisierten, rechtssicheren und effizienten Geschäftsprozessen erläutert. Ergänzend dazu wurden praxisnahe Einsatzmöglichkeiten von KI im Handwerk vorgestellt – von Büroorganisation über Kundenkommunikation bis hin zu internen Abläufen.

Ein zentrales Zukunftsthema bildeten multivalente Heizkonzepte. Die Kombination aus Ofen, Wärmepumpe und Photovoltaik wurde als sinnvolle Antwort auf steigende Anforderungen an Effizienz, Versorgungssicherheit und Autarkie vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass der Ofen auch im elektrifizierten Energiesystem eine wichtige Rolle spielt. Voraussetzung für den Erfolg solcher Konzepte sind klar definierte Schnittstellen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Ofenbauern, Heizungsbauern, Elektrikern und weiteren Beteiligten.

Mit in Tölz vor Ort war auch Daniel Föst, neuer Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. Er ließ es sich nicht nehmen, sich bei den Handwerkskollegen persönlich vorzustellen und informierte dabei über seine politischen Aktivitäten im Bereich Ofen- und Luftheizung und ordnete aktuelle Entwicklungen auf Bundesebene ein.

Wir haben das Thema Pro Holzfeuerung bei unseren Debatten immer für die Branche mit dabei. Sowohl in Berlin wie auch auf europäischer Ebene.«

Daniel Föst, Hauptgeschäftsführer ZVSHK

Große Aufmerksamkeit galt zudem der neuen Normenreihe DIN EN 16510. Die Auswirkungen auf bestehende und bewährte Geräte wurden praxisnah beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf mögliche Änderungen bei Brandschutzabständen und Dämmstoffanforderungen.

Abgerundet wurde das Fachprogramm durch Vorträge zu modernen Speicher- und Pelletofensystemen, zur Mitarbeiter- und Kundengewinnung sowie durch die Vorstellung typischer Schadensfälle aus der Gutachterpraxis.

Eine ausführliche Fragerunde mit dem Landesinnungsverband für das Bayerische Kaminkehrerhandwerk bot die Möglichkeit, aktuelle Themen wie die Strahlungsabstände nach DIN 18896 sowie wichtige Punkte aus dem aktuellen LAI-Auslegungskatalog zu diskutieren.

Das 57. Arbeitsseminar in Bad Tölz überzeugte erneut durch seine inhaltliche Tiefe und thematische Vielfalt. Die hohe Beteiligung und das durchweg positive Feedback unterstrichen die große Relevanz der Veranstaltung für das Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerk. Auch 2026 erwies sich das Seminar als wichtiger Impulsgeber und fester Treffpunkt für die Branche.

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