Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
/// GEfragt ist guter Wille!

Was kostet es die Welt zu verbessern...

Die dafür erforderliche Technik ist längst verfügbar, wird in der Praxis jedoch vielfach noch lediglich als optionale Ausstattung oder Zubehör auf Kundenwunsch angeboten.

Genau hier setzt Schmitz an: Mit dem neuen „Chronobot“ zeigt er, wie sich vorhandene Technologien konsequent in ein serienmäßiges Gesamtkonzept integrieren lassen – eigenständig, praxisnah und unabhängig vom regulatorischen Takt.

K&L-Magazin: Herr Schmitz, Sie vertreten die Auffassung, dass die Zukunft moderner Feuerstätten weniger vom Gesetzgeber als von den Herstellern selbst bestimmt werden sollte. Wo setzen Sie dabei konkret an?

Axel Schmitz: Die technische Grundlage ist längst vorhanden. Viele Lösungen, die heute als Zubehör oder optionale Zusatzkomponenten angeboten werden, könnten serienmäßig integriert werden. Entscheidend ist, dass Feuerstätten so ausgelegt sind, dass typische Bedienfehler gar nicht erst entstehen. Genau hier setzt unsere Zeitbrandautomatik „Chronobot“ an.

Also eine vollständig stromfreie Zeitbrandautomatik, die Fehlbedienungen bei der Verbrennungslufteinstellung verhindert. Ziel ist es, insbesondere das unbeabsichtigte oder zu frühe Drosseln der Luftzufuhr auszuschließen – ein häufiger Fehler im Alltagsbetrieb.

K&L-Magazin: Wie funktioniert das System technisch?

Axel Schmitz: Beim Öffnen der Verbrennungsluftklappe wird ein mechanischer Federmechanismus aufgezogen, vergleichbar mit einem klassischen Uhrwerk. Gleichzeitig ist die Feuerraumtür solange blockiert, bis die Luftklappe korrekt geöffnet ist. Nach dem Anheizen schließt sich die Luftführung über eine definierte Zeitspanne selbstständig. So wird sichergestellt, dass der Ofen sauber startet und anschließend nicht unnötig auskühlt.

Wenn wir es schaffen, moderne Technik serienmäßig und bezahlbar anzubieten, profitieren alle: die Umwelt, die Akzeptanz von Feuerstätten und letztlich auch das Handwerk. Dafür braucht es keinen technologischen Durchbruch, sondern vor allem den Willen, vorhandene Technik konsequent ein-zusetzen.«

Axel Schmitz

K&L-Magazin: Fehlbedienungen gelten als eine der Hauptursachen für erhöhte Emissionen. Wie wird hier gezieltes oder unbewusstes Luftdrosseln verhindert?

Axel Schmitz: Das Prinzip ähnelt einer Freilaufnabe beim Fahrrad. Der Nutzer kann die Luftzufuhr nicht aktiv zurücknehmen. Damit entfällt die sogenannte „Feuerbremse“ vollständig. Der Bediener greift nicht regelnd ein, sondern lässt das System seine Aufgabe erfüllen.

K&L-Magazin: Mechanische Zeitsteuerungen gab es bereits vor Jahrzehnten. Worin liegt der Unterschied zu früheren Lösungen?

Axel Schmitz: Frühere mechanische Steuerungen waren ihrer Zeit voraus, hatten aber nicht den Fokus auf die systematische Vermeidung von Fehlbedienungen. Heute stehen Emissionsvermeidung, Nutzerrobustheit und Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Der CHRONOBOT greift dieses Prinzip neu auf und interpretiert es mit Blick auf aktuelle Anforderungen weiter.

K&L-Magazin: In vielen Bereichen setzt man inzwischen auf elektronische Steuerungen. Warum verzichten Sie bewusst darauf?

Axel Schmitz: Elektronische Systeme erfordern Sensorik, Stellmotoren, Steuergeräte und Stromversorgung. Das erhöht die Komplexität und schafft neue Abhängigkeiten. Im Fall eines Stromausfalls müsste die Luftzufuhr dauerhaft geöffnet bleiben – der Ofen würde auskühlen. Ein rein mechanisches System ist jederzeit betriebsbereit, unabhängig von externer Energie. Mein Ansatz lautet nach wie vor: so einfach wie möglich, aber so wirksam wie nötig.

K&L-Magazin: Auf Ihrem Messestand war der Slogan „Was kostet es, die Welt zu verbessern?“ zu lesen. Was steckt dahinter?

Axel Schmitz: Die Diskussion um Emissionsminderung zeigt: Techniken wie Katalysatoren, Partikelabscheider oder Steuerungen gelten als Stand der Technik. In der Praxis werden sie jedoch oft nur selten verbaut, weil sie als kostenintensive Zusatzoptionen wahrgenommen werden. Werden solche Komponenten serienmäßig kombiniert, steigen zunächst die Stückzahlen – und langfristig sinken die Kosten. Darauf zielt der Ansatz.

K&L-Magazin: Sie plädieren also für Eigeninitiative der Branche statt für politische Anreize?

Axel Schmitz: Ja. Warten auf Förderprogramme, weitere Grenzwertverschärfungen oder gesetzliche Vorgaben hilft der Branche nicht weiter. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass regulatorische Eingriffe häufig Unsicherheit erzeugen. Hersteller sollten selbst Verantwortung übernehmen und ihre Geräte technisch so ausstatten, dass sie zukunftsfähig sind – unabhängig von politischen Zyklen.

K&L-Magazin: Was bedeutet das konkret für den Markt?

Axel Schmitz: Wenn wir es schaffen, moderne Technik serienmäßig und bezahlbar anzubieten, profitieren alle: die Umwelt, die Akzeptanz von Feuerstätten und letztlich auch das Handwerk. Deshalb statten wir zukünftig unsere Feuerstätten serienmäßig mit dem Chronobot zu Selbstkosten aus und verzichten ganz bewusst auf hohe Gewinnmargen.◾

Axel Schmitz

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ K&L E-Paper-Ausgabe – acht Ausgaben im Jahr 
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
 

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen

Tags