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/// Neuheiten, Bewährtes und die Marktentwicklung

Im Fokus: Pellet-Kaminöfen

Pelletöfen bieten in der Praxis viele und manchmal unterschätzte Vorzüge: Automatische Zündung, elektronisch regulierbare Wärmeabgabe – in aller Regel auch per Fernbedienung und Smartphone-App sowie der Betrieb mit einem sauberen, normierten Brennstoff. Es ist an der Zeit, diese Produktgattung hier einmal mehr ins Licht zu rücken.

Nach den Boomjahren der Energiekrise brach der Absatz von Pelletfeuerstätten 2024 stark ein, seit 2025 erholt sich der Markt zwar spürbar, allerdings hat er das frühere Niveau noch nicht wieder erreicht. Ausgelöst hat den Einbruch unter anderem die Unsicherheit über Gebäudeenergiegesetz und Förderkulisse. Gefördert wurden stets nur wasserführende Geräte, der luftgeführte Pelletkaminofen war nie förderfähig, seine Absatzsituation hängt an anderen Faktoren.

Der Pelletofen erreicht eine Kundschaft, für die ein handwerklich ­gesetzter Ofen oft nicht­infrage kommt, und das hat nicht nur mit dem ­Preisunterschied zu tun.«

Die Produktentwicklung hat diese Delle überstanden, nur findet sie derzeit überwiegend südlich der Alpen statt. Die Neuheiten des zurückliegenden Jahres kommen fast ausnahmslos von italienischen Herstellern, die unter anderem mit geringen Bautiefen, selbstreinigenden Brennschalen und Kanalisierung mit raumweiser Zonenregelung antreten. Die deutschen und österreichischen Anbieter setzen dagegen eher auf lange Nachfüllintervalle und die Einbindung in Hybridkonzepte mit der Wärmepumpe.

Für den Ofenbaubetrieb lohnt ein zweiter Blick auf diese Gattung, auch wenn es sich um Industrieware handelt. Der Pelletofen erreicht eine Kundschaft, für die ein handwerklich gesetzter Ofen oft nicht infrage kommt, und das hat nicht nur mit dem Preisunterschied zu tun. Weitere Gründe können Platzmangel, eine nicht ausreichende Statik, ein fehlendes Holzlager oder schlicht der Umstand sein, dass niemand im Haushalt regelmäßig nachlegen will. Die Aufstellung ist an einem Tag erledigt, der Abgasanschluss ist meist nur 80 Millimeter schlank, und viele Geräte sind für raumluftunabhängigen Betrieb zugelassen.

Pelletöfen bieten in der Praxis viele und manchmal unterschätzte Vorzüge.«

In der Ausstellung beansprucht ein solches Gerät wenig Fläche und hat einen Vorzug, den der Grundofen nicht bietet: Es lässt sich im Beratungsgespräch per Knopfdruck vorführen. Die jährliche Wartung eines Pelletofens wird erfahrungsgemäß vom Kunden eher in Anspruch genommen. Sie sichert wiederkehrende Umsätze und bindet den Kunden an den Betrieb.

Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl aktueller Pellet-Kaminöfen.

Austroflamm

Der Clou Compact Pellet 2.0 von Austroflamm überträgt die Formensprache der Clou-Serie mit ihrem bullaugenartigen Rundfenster auf ein kompaktes Pelletgerät mit 6 kW für Räume bis rund 165 m3. Bedient wird bewusst reduziert über einen Drehregler statt über ein Display, der Betrieb ist raumluftunabhängig zertifiziert, die Feuerraumauskleidung besteht aus dem hauseigenen, bis 1200 Grad hitzebeständigen Keramott; der Wirkungsgrad liegt bei rund 87 Prozent.

Foto: Austroflamm

Buderus

Bei Buderus liegt die jüngste Neuerung nicht im Ofen, sondern in der Paketierung: Der Hersteller bietet den luftgeführten Pelletofen Logastyle Lamina gemeinsam mit der Luft-Wasser-Wärmepumpe Logatherm WLW196i AR als abgestimmtes System an, in dem der Ofen die Kältespitzen abfängt, bei denen die Wärmepumpe teuer wird; die schwarze Glasfront ist auf die Titanium-Linie des Hauses abgestimmt. Den Pelletofen Lamina selbst gibt es luftgeführt mit 2,0 bis 5,5 kW und wasserführend mit 3,5 bis 9,3 kW, letzterer verfügt über einen 45-kg-Behälter und eine vorbereitete Schnittstelle für das Funktionsmodul AM200.

Foto: Buderus

Cadel

Für die Sanierung ist der Vesta Plus 11 der interessanteste Cadel-Ofen des Jahrgangs: Bei nur 33 cm Bautiefe verfügt er über eine doppelte Warmluftkanalisierung und versorgt damit zwei Räume zusätzlich zum Aufstellraum. Vorgerüstet ist er für die neue Zone-Control-Technologie, mit der sich die Kanalventilatoren getrennt ansteuern und in den angeschlossenen Räumen unterschiedliche Temperaturen halten lassen. Erhältlich als Stahlausführung in Anthrazit mit umlaufendem Türrahmengitter oder mit seitlichen Gittern in vier Ausführungen, darunter Serpentinstein.

Foto: Cadel

Drooff

Drooff führt Pelletgeräte ausdrücklich als „Pelletöfen im Kaminofen-Design“, und so leitet sich auch der Aprica 2 Pellet vom Scheitholzkorpus Aprica 2 ab. Es gibt ihn in der Grundausführung und als Aprica 2 Trend Pellet mit rahmenloser Glasfront.

Foto: Drooff

La Nordica-Extraflame

Der Pelletofen Miriana Idro der Linie Evolution ist eine sowohl mit Luftventilation als auch mit Wassertechnik ausgestattete Ausführung und in drei wasserseitigen Leistungsgrößen (H16, H20 und H23) zu haben. Sie heizt den Aufstellraum über das Gebläse und speist gleichzeitig den Heizkreis, arbeitet also als Zentralgerät. Zur Ausstattung gehören eine einflügelige Gusstür mit Doppelverglasung, ein abnehmbarer Griff mit eigener Ablage und eine selbstreinigende Brennschale.

Foto: La Nordica-Extraflame

MCZ

Der Eiko 365 von MCZ vereint Pelletfeuerung und ein Kühlmodul mit 9.000 BTU/h in einem Korpus von 86,5 x 110,5 x 51,3 cm und arbeitet damit ganzjährig. Für den Betrieb genügt eine einzige Wandöffnung, durch die im Sommer die Warmluft abgeführt und im Winter die Verbrennungsluft angesaugt wird; eine Außeneinheit entfällt, und ein Kondensatablauf ist dank Verdampfungssystem auch nicht erforderlich. Der Eiko 365 wurde mit dem iF Design Award 2026 ausgezeichnet.

Foto: MCZ

Foto: MCZ

Oranier

Der Carus Aqua Next von Oranier setzt beim Beschickungskomfort an: Ein Schiebemechanismus öffnet den 30-kg-Vorratsbehälter, sodass sich der Sack ohne Verrenkung entleeren lässt, was bis zu 46 Stunden Brenndauer ergibt. Von der Gesamtleistung zwischen 3,0 und 10,0 kW gehen 7,5 kW wasserseitig in den Heizkreis, das Raumheizvermögen liegt bei bis zu 200 m³, der Wirkungsgrad über 90 Prozent bei Klasse A+. Große Panoramascheibe, automatische Brennertopf-Reinigung und Bedienung über smartCon Next gehören zum Standard, die Seitenverkleidungen gibt es in Kalkstein Cream, Schwarz oder Speckstein. Eine Zulassung für raumluftunabhängigen Betrieb liegt nicht vor. Voraussetzung sind ein Energiespeicher mit mindestens 300 Litern und eine bauseitige Rücklaufanhebung.

Foto: Oranier

Palazzetti

Der Ecofire Theo ist Palazzettis Antwort auf die Nachfrage nach kompakten Geräten: 52 cm Breite, abgerundeter Stahlkorpus mit Abdeckplatte aus Gusseisen und eine Doppelverglasung, bei der außen ein bedrucktes Designglas und innen die technische Sichtscheibe sitzen. Er ist raumluftunabhängig ausgeführt und damit auch für dichte Gebäudehüllen geeignet, in 6 und 9 kW sowie wahlweise mit oberem koaxialem Rauchabgang zu haben (Upper Smoke Technology); die 9-kW-Ausführung misst 52 x 54 x 110 cm bei 112 kg. Zwei erwähnenswerte Details: Zero Speed Fan schaltet die Zwangsbelüftung vollständig ab, sodass der Ofen bei niedriger und mittlerer Leistung rein über Konvektion und Strahlung arbeitet, und das überarbeitete System Speedy Clean macht den Rauchzug von vorn zugänglich. Dazu kommen die Plattform T3 Mini mit besonders rückstandsarmer Verbrennung und automatischer Reinigung und der Balanced-Door-Mechanismus mit selbstausgleichenden Scharnieren. Eine Kanalisierung ist über das optionale Kit AirPro2 möglich.

Foto: Palazzetti

Piazzetta

Als Prototyp wurde der Piazzetta P222 schon auf einigen Messen gezeigt und daraufhin auch schon mehrfach nachgefragt – nun ist er endlich lieferbar: Der P222 aus der Premium Plus Line von Piazzetta ist superflach, bietet einen 17 kg fassenden Pelletbehälter und kann als Multifuoco-Ofen die Wärme kanalisiert in mehrere Räume liefern. Dabei ist die Wärmeabgabe zwischen 4 kW und 8,5 kW modulierend regelbar.

Foto: Piazzetta

Rika

Der im letzten Jahr eingeführte Vivo von Rika zeigt eine ovale Grundform und arbeitet mit der Scheibe Robax NightFlame, die den Brennraum im ausgeschalteten Zustand nahezu unsichtbar macht. Bei 9 kW Nennwärmeleistung fasst der Behälter 48 Liter oder rund 31 kg, der Betrieb ist raumluftunabhängig möglich, der automatische Kipprost hält den Reinigungsaufwand niedrig. Eine Ausführung mit Rauchrohrabgang oben ist verfügbar, gesteuert wird über Touchdisplay oder das Modul Firenet.

Foto: Rika

Wodtke

Der Wodtke ix.iQ arbeitet im Leistungsbereich von 3 bis 6 kW und fällt vor allem durch das Bedienkonzept auf: Die Front besteht aus einer leichtgängigen Schiebetür aus schwarz glänzendem Spezialglas, in die Slider für eine integrierte Ambientebeleuchtung eingelassen sind. Gesteuert wird über die App my.wodtke, der Betrieb ist raumluftunabhängig mit DIBt-Zulassung möglich. Optional ist die Ausführung mit eReserve.

Foto: Wodtke

ECKDATEN ZU PELLETKAMINÖFEN UND PELLETHEIZUNGEN IN DEUTSCHLAND

2024: knapp über 30.000 Anlagen, ein Rückgang um 45 Prozent

2025: rund 35.000 Anlagen, ein Plus von 14 Prozent und damit die erste Trendumkehr nach zwei Verlustjahren

Prognose 2026 in ähnlicher Größenordnung: 13.000 luftgeführte Pelletkaminöfen, 23.250 Pelletkessel bis 50 kW einschließlich was- serführender Pelletkaminöfen sowie 750 größere Pelletfeuerungen und KWK-Anlagen. Der DEPV weist die Zahl wasserführender Geräte nicht trennscharf aus.

Anlagenbestand: rund 757.000 Pelletanlagen Ende 2025, erwartet werden rund 777.500 bis Ende 2026 Brennstoff: Jahresdurchschnittspreis 343 Euro je Tonne, rund 34 Prozent unter dem Niveau der Energiekrise 2022; Holzenergie unterliegt nicht dem CO2-Preis. (Anm. d. Red.: In den letzten Wochen ist der Pelletpreis – ähnlich wie der Preis für Heizöl und Gas – sprunghaft auf über 400 Euro je Tonne gestiegen, was auf eine zumindest temporäre Verknappung und eine Konkurrenz zu den fossilen Brennstoffen schließen lässt, auch ohne dass eine direkte Preiskoppelung besteht.)

Quelle: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband, „Pelletmarkt 2025 und Prognose 2026“, 25. Februar 2026.

BERICHTIGUNG

Leider hat sich in der Ausgabe 9/2026 ein redaktioneller Fehler eingeschlichen. In einer Bildunterschrift innerhalb des Artikels „Klein, aber oho!“ wurde der Hersteller irrtümlich falsch angegeben. Wir stellen dies nachfolgend richtig: Der hier gezeigte Kompaktspeicherofen „Henri“ wird von der Firma Henrichs Ofenbau aus Zeltingen-Rachtig hergestellt. Nur 135 cm hoch, 36 cm breit und 45 cm tief mit einem Rauchgaszugsystem von bis zu 2 Metern hält dieser Speicherofen die Wärme über viele Stunden.

Henrichs Ofenbau

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