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/// Sicherheitsabstände

Auf den Punkt gebracht

Foto: Hoxter

Technische Skizze Kamineinsatz „ECKA“
dF: Mindestabstand zu brennbaren Materialien – es ist zulässig, den brennbaren Boden mit dem entsprechenden Brandschutz direkt an die Hülle zu bauen (Abstand 0), falls der Kamineinsatz mit Standardfüßen ohne Versenkung auf dem Boden steht (dB Abstand unter der Feuerstätte = 0).
dP: Mindestabstand zu angrenzenden brennbaren Materialien (z. B. Möbel); 1200 mm
dS1: Mindestabstand zu brennbaren Materialien – Abstand zur brennbaren Seitenwand mind. 300 mm
dL: Abstand der brennbaren Materialien zur Seitenwand im Strahlungs­bereich mind. 800 mm

Ein Blick in die technischen Unterlagen zeigt, dass jeder Hersteller unterschiedliche Abstände festlegt. Warum ist das so?

Die Werte für die Sicherheitsabstände sind explizit nicht durch die Norm EN 16510 vorgegeben. Diese bestimmt lediglich die Temperaturgrenze, die unter bestimmten Bedingungen nicht überschritten werden darf. Es liegt also am jeweiligen Hersteller die entsprechenden Messungen durchzuführen und die Abstände festzulegen. Diese können sich logischerweise je nach Hersteller unterscheiden – abhängig von der Konstruktion, Bauweise, den verwendeten Materialien usw.

Es ist wichtig, zwischen Sicherheitsabständen und Funkenschutz zu unterscheiden

Die Sicherheitsabstände beziehen sich auf den Abstand zu brennbaren Materialien, während der Funkenschutz auf vorbeugendem Brandschutz basiert. Beide Maßnahmen dienen der Sicherheit, erfüllen jedoch unterschiedliche Funktionen. Der Funkenschutz bleibt unverändert bei 500 mm bzw. 300 mm. Ein Aufbau auf Holzboden ist lt. Herstellerangaben z.B. bei Hoxter weiterhin zulässig. Solange das Produkt im Auslieferungszustand oberhalb der Oberkante fertiger Fußboden (OKFF) gebaut wird, ist kein weiterer Schutz (außer Funkenschutz) erforderlich.

Beim Vergleich einzelner Hersteller wird deutlich, dass jeder eigene Angaben vorgibt. Vom Handwerksprofi wird erwartet, dass diese Angaben verstanden und entsprechend umgesetzt werden. So kann ein Hersteller beispielsweise für jedes Produkt individuell berechnete Sicherheitsabstände vorschreiben. Oder er fasst die Ergebnisse auf Ebene von Produktgruppen zusammen.

Hoxter hat sich zum Beispiel auf Grund der eigenen Messungen entschieden, pauschal einen Mindestabstand zu angrenzenden brennbaren Materialien (z. B. Möbel) festzulegen. Und zwar 1200 mm für Produkte mit Front- und Eckverglasung und 1000 mm für Produkte mit dreiseitiger Glasscheibe. Obwohl bei einigen konkreten Modellen auch geringere Abstände möglich sind, setzt man hier auf klare und einheitliche Vorgaben.

Das Handwerk braucht eine schnelle und einfache Orientierung für die Anlagenplanung.«

Ota Slanar

Es ist wichtig zu verstehen, dass einige Werte miteinander gekoppelt sind.

Das bedeutet: Wenn ein Wert steigt, sinkt der andere automatisch. Typisch ist dies bei den Werten dL und dS.

Auf der Skizze des Hoxter Eckgeräts ist zum Beispiel ein Abstand dL von 800 mm zum Bücherregal angegeben. In diesem Fall ist der Einsatz bündig an die Wand angebaut, das heißt, der Wert von dS liegt bei 0 mm. Wäre das Bücherregal nach hinten versetzt (der Wert von dS ist größer als 0), würde der Wert von 800 mm entsprechend reduziert – bis auf 0 mm bei einer Versetzung von 300 mm oder mehr (Wert dS). Die gegenseitige Abhängigkeit der Werte dL und dS zeigt das Dreieck in Schema 1 und die dazugehörige Tabelle (gültig für die Geräte von Hoxter).

In den herstellerseitigen Angaben zu Sicherheitsabständen ist es nahezu unmöglich, alle Bausituationen vollständig abzubilden und zu beschreiben. Umso praxisnah wie möglich zu sein, orientiert sich z.B. Hoxter an den grundlegenden Standards. Die Werte werden nicht nur in den technischen Datenblättern, auf dem Typenschild und in der technischen Skizze angegeben. Das Unternehmen hat als Arbeitserleichterung zusätzlich Zeichnungen in Palette CAD erstellt – für eine schnelle und einfache Orientierung. Hier werden dem Handwerk auch weitere Bausituationen zur Verfügung gestellt – zum Beispiel:

• Anlagen mit Sims

• Feuertisch-Varianten

• versetzt eingebaute Holzregale

• Fernseher im oberen Bereich der Anlage

• mehrfach versetzte Anlagen (gegenüber der Wand und zusätzlich gegenüber der Balkontür)

• Einbau unter Holzstufen

• und mehr...

So genügt dem Ofenprofi ein einziger Blick auf die Skizze, um die erforderlichen Abstände zu erkennen, ohne sich mühsam durch ein Wirrwarr von Abkürzungen arbeiten zu müssen.

Hoxter, 92665 Altenstadt

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