Fünf Fragen an den neuen HKI-Präsidenten Oliver Frosch
Nach der Übergabe des Präsidentenamtes von Christiane Wodtke an Nachfolger Oliver Frosch, stellen wir fünf Fragen an den neuen Präsidenten, welcher in seiner beruflichen Laufbahn schon intensiven Kontakt mit der Heizungsbranche hatte und schon früh ein Fable für den erneuerbaren Energieträger Holz entwickelt hat.
Redaktion: Sie haben das Amt von Christiane Wodtke übernommen, die den Verband über 13 Jahre als Präsidentin geführt hat. Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit fortführen – und wo sehen Sie Chancen für eine erfolgreiche Verbandsarbeit?
Oliver Frosch: Zunächst möchte ich mich bei Christiane Wodtke für den perfekten Übergang und die geleistete Arbeit im Ehrenamt bedanken. Aus meiner Sicht wird in Zukunft, neben der erfolgreichen Fortführung der Verbandsarbeit, ein weiterführendes politisches Engagement notwendig sein. Hier insbesondere der Ausbau von zukunftsweisenden Netzwerken mit allen, in unseren Branchen, tätigen Stakeholdern. Die Verschmelzung mit dem Verband Brennholzhandel und Brennholzproduktion e.V. ist ein erster erfolgreicher Schritt und auch die Kooperation mit der - Denkfabrik Zukunft der Gastwelt - geht in die richtige Richtung.
Ich sehe uns als Hersteller gefordert, einen gesunden Mix aus eigener Innovationskraft, aber auch betriebswirtschaftlicher Stabilität zu finden.«
Redaktion: Herr Frosch, Sie kommen ursprünglich aus dem Bereich der Großküche. Wie gut kennen Sie den Feuerstättenbereich bzw. hatten Sie schon einmal Berührung mit der Heiz- und Wärmebranche?
Oliver Frosch: Ich habe schon im Jahre 1998 als Niederlassungsleiter der Buderus Heiztechnik meinen ersten Wodtke Kaminofen verkauft! Darüber hinaus bin ich von dem Energieträger Holz überzeugt und habe in meiner ersten beruflichen Phase in der Heiztechnik viele Holz- und Pellets-anlagen geplant und realisiert. Privat habe ich einen Kaminofen und genieße ihn im Winter, zusammen mit meiner Frau als Wohlfühlfaktor, darüber hinaus nutze ich regelmäßig meine holzbefeuerte Sauna. Sie sehen ich habe einen Fable für Holz.
Redaktion: Sowohl in der Großküchentechnik als auch in der Heiztechnik verschärfen steigende Energie- und Materialpreise, Personalmangel – insbesondere im Handwerk – und hohe Nachhaltigkeitsanforderungen den Druck. Wie kann man hier die Branchen unterstützen und welche Rolle spielt Innovation dabei?
Oliver Frosch: Hier sehe ich uns als Hersteller gefordert, einen gesunden Mix aus eigener Innovationskraft, aber auch betriebswirtschaftlicher Stabilität zu finden. Darüber hinaus müssen wir unser wirtschaftliches und politisches Engagement verstärken, damit auch unsere Branchen von den anstehenden Sondervermögen profitieren. Es kann nicht angehen, dass die Förderungen wieder nur in Großbranchen wie der Automobilbranche fließen, sondern sie sollten auch dem Mittelstand zugutekommen.
Der Wirtschaftsstandort Deutschland muss wieder attraktiver werden.«
Redaktion: Sie vertreten künftig zwei Fachverbände mit über 300 Mitgliedsunternehmen. Wie gelingt es, die Interessen beider Branchen zusammenzuführen und gemeinsame Stärken herauszustellen?
Oliver Frosch: Wir stehen in beiden Branchen vor denselben Herausforderungen: Eine überbordende Regulierung seitens der Politik und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, aber auch die angespannte weltpolitische Lage. Das fordert uns täglich und eine gemeinsame Verbandsarbeit kann uns Teile der Herausforderungen abnehmen, wie z.B. das Thema Dekarbonisierung oder Lieferkettengesetz. Durch den Verband entwickelte Lösungen und die Kooperation mit Dienstleistern kann uns hier entlasten.
Redaktion: Abschließend die Frage: Vor dem Hintergrund zunehmender Regulierung - Welche politischen Rahmenbedingungen wünschen Sie sich für eine zukunftsfähige Branchenentwicklung?
Oliver Frosch: Der Wirtschaftsstandort Deutschland muss wieder attraktiver werden, hierzu zählt ein schneller Abbau der Bürokratie, eine gezielte Förderung des Mittelstandes und vor allem muss sich zukünftig Leistung für unsere Mitarbeiter wieder lohnen.
Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.
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