Komfort, Sicherheit und ein optimaler Abbrand hängen bei einer Kaminanlage von zahlreichen Faktoren ab. Verbrennungsluft, Schornsteinzug und Druckverhältnisse im Gebäude beeinflussen den Betrieb ebenso wie das Verhalten des Anwenders.
Unter dem Begriff CAIR bündelt Spartherm verschiedene Assistenzfunktionen, die diese Faktoren überwachen und aufeinander abstimmen. Sie unterstützen den Anwender beim Betrieb der Feuerstätte und erhöhen zugleich den Bedienkomfort.
S-Thermatik NEO: Brennstoff, Temperatur und Luftzufuhr optimal aufeinander abgestimmt
Grundvoraussetzung für einen effizienten und emissionsarmen Abbrand ist die optimale Abstimmung von Brennstoff und Verbrennungsluft. Entscheidend ist das gezielte Hochfahren und Drosseln der Luftzufuhr im richtigen Moment und im richtigen Maß.
Diese Aufgaben übernimmt die S-Thermatik Neo. Mittels Smartphone, Tablet oder Display an der Kaminanlage erhält der Anwender alle relevanten Informationen. In Abhängigkeit von der Abgastemperatur stellt die Steuerung die passende Luftzufuhr ein und zeigt den optimalen Zeitpunkt an, um Holzscheite nachzulegen. Die Steuereinheit interagiert mit einem Temperaturfühler im Abgasstutzen und dem Servomotor, der die Verbrennungsluftmenge einstellt, sowie einem Türkontaktschalter. Die Schaltzentrale erkennt, wenn angefeuert oder Brennmaterial nachgelegt wird und wann der Abbrand zu Ende geht. Entsprechend erfolgt automatisch die angepasste Luftzufuhr.
Auch der Service wurde bei der Entwicklung berücksichtigt. Der Installations- und Serviceaufwand ist dank Direktsteckverbinder minimal. Das Servicemenü für den Techniker ist passwortgeschützt, Fehlermeldungen werden im Klartext mit eindeutiger Bezeichnung angezeigt.
S-USI II: Abzugshaube, Lüftungsanlage und Kaminfeuer immer im Einklang
Moderne Gebäude sind gut gedämmt und verfügen häufig über verschiedene technische Systeme zur Be- und Entlüftung. Doch wenn gleichzeitig das Kaminfeuer brennt, können sich die einzelnen Geräte in ihrer Wirkungsweise gegenseitig beeinträchtigen. Lüftungsanlagen und Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb erzeugen Unterdruck, sodass im ungünstigen Fall Rauch aus der Kaminanlage austreten kann. Für einen sicheren Betrieb überwacht das „Spartherm Unterdruck Schalt-Interface“ – kurz S-USI genannt – während des gesamten Betriebes die Druckverhältnisse im Aufstellraum. Im Störfall schaltet die elektronische Überwachung die Lüftungsanlage oder die Dunstabzugshaube automatisch ab. Das Ergebnis: Der Unterdruck im Gebäude geht zurück, ein mögliches Austreten der Rauchgase wird verhindert.
S-ESAM: Komfort auch beim Nachlegen
Der elektrische Scheibenlift S-ESAM erweitert die Automatisierung um den Bedienkomfort. Per Fernbedienung gleitet der komplette Glaskörper leise nach oben. Der Scheibenkörper öffnet sich zuerst nur ein wenig und schafft einen Druckausgleich, sodass ein möglicher Rauchaustritt verhindert wird. Mit kurzer Verzögerung öffnet er sich vollständig. Holz nachlegen oder das Reinigen des Feuerraumes ist somit ein Leichtes. Bei Bedarf, oder wenn der Strom ausfällt, kann der Scheibenkörper auch manuell geöffnet werden.
S-ELA: Damit der Zug im Schornstein immer stimmt
Neben Feuerstätte und Gebäude beeinflusst der Schornstein den Abbrand. Insbesondere wechselnde Witterungs- und Druckverhältnisse können zu unterschiedlichen Betriebsbedingungen führen.
Die elektronische Abgasklappe S-ELA gleicht bei jeder Witterungslage und schwankenden Luftdruckverhältnissen die unterschiedlichen Strömungsverhältnisse im Schornstein aus. Konstante Unterdruckbedingungen im Brennraum sind das Ergebnis. Das System ist unabhängig vom Modell oder Hersteller der Feuerstätte einsetzbar. Es misst den Unterdruck im Rauchrohr und justiert die Drosselklappe auf einen Unterdruck von 20 Pascal. Da keine kalte Nebenluft zugeführt wird, sondern der Volumenstrom durch die Abgasklappe reduziert wird, werden sowohl ein Temperaturverlust als auch ein möglicher Verbrennungsluftmangel ausgeschlossen. Das Ergebnis: Ein noch besserer Abbrand, was der Anwender insbesondere an den sauberen Scheiben merkt, da die effiziente Verbrennung die Rußbildung reduziert.
Von der einzelnen Feuerstätte zum Gesamtsystem
Die CAIR-Assistenzfunktionen zeigen, wie sich moderne Feuerungstechnik weiterentwickelt. Sensoren erfassen Betriebszustände, Steuerungen verarbeiten die Informationen und technische Komponenten reagieren automatisch darauf. Damit gewinnt die Auswahl der passenden Assistenzfunktionen auch für die Beratung an Bedeutung. Da die Steuerungen werkseitig installiert werden und eine Nachrüstung nicht möglich ist, sollten die gewünschten Anwendungen bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Neben Leistung, Bauform und Gestaltung werden damit Steuerung, Sicherheit und Automatisierung zu weiteren Kriterien bei der Konzeption einer Kaminanlage.
Foto: Spartherm