Die Wärmewende wird häufig mit Wärmepumpen, Solarthermie und grünem Strom verbunden. Dabei wird oft übersehen, dass Biomasse seit Jahren die wichtigste erneuerbare Energiequelle im Wärmemarkt ist. Gerade in privaten Haushalten trägt Holz maßgeblich zur Wärmeversorgung bei und leistet einen erheblichen Beitrag zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Zudem ist man mit dem regional verfügbaren Brennstoff weniger anfällig für geopolitische Krisen und besser gewappnet bei großflächigen Stromausfällen oder lokalen Netzüberlastungen. Darauf weist der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. hin.
Biomasse führt den erneuerbaren Wärmemarkt an
Insgesamt trugen die Erneuerbaren Energien im Jahr 2025 mit einem Anteil von 19 Prozent zur Wärmebereitstellung in Deutschland bei. Hierdurch wurden rund 40 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Für private Haushalte sind dabei vor allem Scheitholz; Hackschnitzel und Pellets relevant. Allein auf sie entfielen 16 Millionen Tonnen und damit 40 Prozent der im Wärmesektor vermiedenen Emissionen. Zum Vergleich: Diese Menge entspricht rechnerisch mehr als den Emissionen, die bei der Verbrennung eines gesamten Jahresabsatzes an leichtem Heizöl in Deutschland entstehen. Für die energetische Nutzung von Holz werden überwiegend Sortimente eingesetzt, die bei einer nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder regelmäßig anfallen und nicht für Bauholz, Möbel oder Spielgeräte nutzbar sind. Dazu zählen schwächeres Holz, Kronenholz, Durchforstungsholz sowie Holz aus Pflege- und Schadensereignissen. Pellets und Hackschnitzel werden zudem überwiegend aus Reststoffen der Holzverarbeitung hergestellt.
„Die Wärmewende im Gebäudebestand braucht verschiedene erneuerbare Lösungen. Moderne Holzfeuerungen können Wärmepumpen sinnvoll ergänzen und zusätzliche Wärme bereitstellen, wenn sie kurzfristig benötigt wird. Holz gehört neben Wind und Sonne zu den erneuerbaren Energien und leistet als regional verfügbarer Brennstoff einen messbaren Beitrag zur unabhängigen Wärmeversorgung“, erklärt Thomas Schnabel, Wirtschaftsreferent beim HKI. „Zudem sichert die Produktion und Nutzung von Holz in Deutschland zahlreiche Arbeitsplätze
in Industrie und Gewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft.“