Drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung blickt die Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft e. V. (EFA) nach vorn. Im Rahmen einer zweitägigen Klausurtagung im niederbayerischen Maibrunn nutzten Vertreter der Branche das Jubiläumsjahr für eine sachliche Standortbestimmung: Welche Rolle können Feuerstätten künftig in einem energiepolitisch, regulatorisch und gesellschaftlich anspruchsvolleren Umfeld spielen – und wie lassen sich diese Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten?
Seit 1996 begleitet die EFA die technische und politische Entwicklung der Feuerstättenbranche. Die aktuellen Debatten um Emissionsminderung, Energieversorgung und Resilienz zeigen, wie dynamisch sich das Umfeld verändert. Entsprechend lag der Fokus der Tagung weniger auf Rückschau, sondern auf der Frage, wie sich Positionen weiterentwickeln und fachlich fundiert in laufende Diskussionen einbringen lassen.
Versorgungssicherheit als sachlicher Beitrag zur Energiedebatte
Ein zentraler Schwerpunkt der Beratungen war das Thema Versorgungssicherheit und Resilienz. Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an Energieinfrastrukturen gewinnt auch die Rolle dezentraler Lösungen an Aufmerksamkeit. Die EFA will diesen Diskurs künftig stärker begleiten – mit fachlicher Einordnung, klaren Abgrenzungen und ohne Überzeichnungen. Geplant ist unter anderem eine Informationsbroschüre zur Katastrophenvorsorge, die aufzeigt, unter welchen Voraussetzungen eine vorhandene Feuerstätte im Krisenfall einen Beitrag zur Wärmeversorgung leisten kann. Ebenso sollen Grenzen und Rahmenbedingungen transparent benannt werden. Ergänzend ist ein Positionspapier vorgesehen, das die Themen Versorgungssicherheit und Resilienz aus regulatorischer und politischer Perspektive zusammenführt.
Auch bei der Verbandsarbeit selbst wurden Perspektiven diskutiert. Während die Termine für 2026 bereits feststehen, hat die EFA Leitlinien für künftige Veranstaltungen ab 2027 skizziert. Ziel ist eine klarere Differenzierung der Formate: Digitale Veranstaltungen sollen gezielt für technische und fachliche Themen eingesetzt werden, während Präsenzformate Raum für Austausch, Diskussion und strategische Einordnung bieten. Qualität und Relevanz sollen dabei stärker im Mittelpunkt stehen als die reine Anzahl von Programmpunkten. Einen wichtigen Akzent im Jubiläumsjahr setzt die Mitgliederversammlung im April 2026, bei der turnusgemäß auch der Vorstand neu gewählt wird. Die Wahl ist Teil der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Verbandes und unterstreicht den Anspruch, die kommenden Aufgaben gemeinsam und strukturiert anzugehen.
Ausblick auf 2026
Neben der Mitgliederversammlung stehen im laufenden Jahr unter anderem ein technischer Workshop zu emissionsmindernden Sekundärmaßnahmen, weitere digitale Fachformate sowie die Herbsttagung der EFA auf dem Programm. Das Jubiläumsjahr ist damit weniger von Rückblicken geprägt, sondern von der Auseinandersetzung mit zukünftigen Herausforderungen und Chancen der Branche.