Frischer Wind, klare Worte und ein gemeinsamer Gestaltungswille: Mit dem neuen Format„Junge Wilde“ bringt der Fachverband Schornsteintechnik gezielt die nächste Generation der Branche zusammen. So traf sich Ende April eine engagierte Gruppe junger Betriebsinhaber aus ganz Deutschland bei der Jeremias Abgastechnik GmbH – und ging direkt in die Tiefe.
Die Teilnehmer, allesamt Nachfolger oder Gründer von Unternehmen der Schornstein- und Abgastechnik, sprachen offen über die aktuellen Herausforderungen der Branche, über regulatorische Entwicklungen und über die Rolle des Fachverbands. Schnell wurde klar: Diese Generation will nicht abwarten, sondern aktiv gestalten. Inhaltlich ging es schnell ans Eingemachte. Viele berichteten von konkreten Problemen im Baurecht und in der praktischen Umsetzung. Gleiche Sachverhalte werden je nach Region unterschiedlich bewertet – manchmal sogar von Bezirk zu Bezirk. Das erschwert Planung, Angebotserstellung und Bau erheblich und sorgt für Unsicherheit bei Unternehmen und Kunden.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Schornsteinfegerhandwerk kam klar auf den Tisch. Die Runde beschrieb einerseits gute, funktionierende Partnerschaften, benannte aber auch deutliche Unterschiede in der fachlichen Bewertung und im Umgang mit Regelwerken. Daraus entstand ein klarer Wunsch: mehr Austausch, mehr Verständnis füreinander und vor allem gemeinsame Gespräche auf Augenhöhe.
Ein weiterer Punkt sorgte für intensive Diskussionen: Viele Vorgaben setzen stark auf bauliche Lösungen, während technische Möglichkeiten zur Emissionsminderung oft zu kurz kommen. Aus Sicht der Teilnehmer bremst das Innovation eher aus, als sie zu fördern. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Verlässliche Daten fehlen an vielen Stellen. Ob Emissionen oder Marktstrukturen – häufig arbeitet die Branche mit Annahmen statt mit belastbaren Zahlen.
Ein klarer Wunsch: mehr Austausch, mehr Verständnis füreinander und vor allem gemeinsame Gespräche auf Augenhöhe.«
Einen entscheidenden Anteil am Gelingen des Treffens hatte der Gastgeber. Alexander Wening und Thomas Fischer, beide von der Firma Jeremias, brachten sich aktiv ein, gaben Impulse und hielten die Diskussion fachlich auf hohem Niveau. Gleichzeitig brachten sie neben ihrer technischen Expertise auch ihre Perspektive als Fachverbandsmitglied sowie die Industriesicht ein – ein wichtiger Beitrag für ein ausgewogenes Gesamtbild.
Ein zentrales Ergebnis: Die Teilnehmer wollen mehr. Mehr Austausch innerhalb der Branche, mehr Struktur, mehr Formate. Besonders wichtig erscheint dabei auch der Dialog an den Schnittstellen – etwa zum Schornsteinfegerhandwerk. Themen wie Baurecht, Digitalisierung und betriebliche Organisation sollen künftig gezielt aufgegriffen werden.
Parallel zur Veranstaltung organisierte der Verband einen rund eineinhalbstündigen digitalen Austausch. 17 Teilnehmer – überwiegend (noch) Nichtmitglieder – nutzten die Gelegenheit, sich über die Arbeit des Fachverbands zu informieren. Gleichzeitig ging es um aktuelle politische Entwicklungen und kommende Regulierungen – auch das ein Format, das den Fachverband zeitgemäßer und nahbarer macht.
Der Fachverband Schornsteintechnik will das Format „Junge Wilde“ nun weiterentwickeln und verstetigen. Ein Folgetreffen ist bereits in Planung.