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/// Aktuelle Zahlen belegen anhaltenden Bildungsirrtum

K & L Handwerk hat großen Nachwuchsbedarf

Im Wintersemester 2025/26 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 2,87 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zwar steigen die Ausbildungsverträge laut ZDH –um dem Fachkräftemangel im Handwerk wirkungsvoll zu begegnen, reicht diese Zunahme jedoch bei weitem nicht aus. Der so genannte Bildungsirrtum manifestiert sich damit zusehends.

Besonders prekär stellt sich die Mangellage in der Nachwuchsfindung beim OL-Handwerk dar. Insgesamt 224 Ausbildende streben seit dem Jahr 2025 den Abschluss als Ofen- und Luftheizungsbauer/in an. Nach insgesamt 246 Azubis in 2024 sind das etwa 8,9 % weniger als im Vorjahr - im Trend eindeutig negativ. Immerhin konnten die Kollegen aus dem berufsverwandten SHK-Handwerk im vergleichbaren Zeitraum die Anzahl ihrer Auszubildenden (Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) um 0,8 % auf 40.770 erhöhen. Noch besser sieht es im Schornsteinfegerhandwerk aus: hier ist es gelungen die Anzahl ihrer Lehrlinge in 2025 um 7,4 % zu steigern. Auch Zimmerleute (+ 2,8 %) und Dachdecker (+ 4 %) stehen aktuell wesentlich besser da als das OL-Fachhandwerk.

Mit verantwortlich ist dafür auch ein Rückgang der ausbildenden Handwerksbetriebe. Im letzten Jahr der ZDH-Erhebung (2025) haben nur noch 188 Fachunternehmen ausgebildet – im Jahr 2024 waren es noch 197.

Birgit Jünger verantwortet im Zentralverband Sanitär, Heizung & Klima (ZVSHK) das Referat Marketing. Sie hat u. a. die Kampagne ZEIT ZU STARTEN mit initiiert. Wörtlich: „Mit der bundeseinheitlichen Nachwuchswerbung ZEIT ZU STARTEN legen wir die kommunikative Basis, auf der OL-Innungsbetriebe bei ihrem Recruiting aufbauen können. Im Idealfall haben junge Menschen schon mal etwas von den vier abwechslungsreichen und zukunftsrelevanten Berufen gehört und der Ofen- und Luftheizungsbauer kann daran anknüpfen. So packen wir die Fachkräftesicherung gemeinsam an.“ Koordiniert wird die Kampagne vom Bundesverband ZVSHK, während die Landesverbände sie mit regionalen Maßnahmen, Kooperationen und gemeinsamen Kommunikationsanlässen mitgestalten. Auch Innungen und OL-Betrieben bietet sie Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen.

Zu wenig Frauenpower

Kaum nachvollziehbar ist auch, dass sich das OL-Handwerk mit der Rekrutierung von weiblichen Auszubildenden so schwertut. Nur 15 der insgesamt 224 Ausbildungsverhältnisse wurden bis Ende 2025 mit jungen Frauen besetzt. Ein Anteil von gerade mal 6,7 Prozent. Nochmal zum Vergleich: nicht nur das Schornsteinfeger-Handwerk kann mit etwa 17 Prozent (361 von 2.101 Azubis) einen wesentlich höheren Frauenanteil in der Berufsausbildung aufweisen; Frauen sind in technischen Berufen keine Ausnahme mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer den Fachkräftebedarf in der heutigen Zeit decken will, muss Geschlechterklischees in der Berufswahl endlich hinter sich lassen. Hinzu kommt die Tatsache, dass angesichts der technischen Entwicklungen im Ofen- und Luftheizungsbau zukünftig mehr Kopfarbeit als Muskelkraft gefragt sein wird. Innovative Smart-Home-Technologie und klimaschonende Heizkonzepte wollen schließlich verstanden, bedient, gemessen sowie erläutert werden.

Darüber hinaus geht es nicht immer nur um Technik, sondern auch um den guten Geschmack. In diesem Zusammenhang gilt es die weibliche Kompetenz in Sachen Stil und Designberatung zu nutzen. Anspruchsvolle Feuerstätten entstehen schließlich durch das Arrangement funktionaler Flächen, schöner Oberflächen sowie stimmungsvollen Wärmekonzepten. Zudem sind es häufig Frauen, die hier entscheiden und damit letztlich das Budget verantworten. Sie akzeptieren die weibliche Kompetenz in handwerklichen Berufen gern und erfreuen sich an einer Beratung auf Augenhöhe. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass der Organisationsgrad im Handwerksbetrieb zukünftig eher steigen wird. Frauen, die in diesem Zusammenhang praktische Erfahrungen von der Baustelle mitbringen sind dahingehend besonders wertvoll.