Im Rahmen der Hagos-Börse in Stuttgart fand am 11. März die diesjährige Mitgliederversammlung des GesamtVerband OfenBau e.V. (GVOB) statt. Die sehr gut besuchte Veranstaltung setzte klare Impulse für die zukünftige Ausrichtung der Branche und stellte die energiepolitischen Perspektiven moderner Holzfeuerstätten in den Mittelpunkt.
Im Zentrum stand die Grundsatzrede von Vorstandsvorsitzendem Robert Mülleneisen, der sich auf den aktuellen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes bezog, das künftig als Gebäudemodernisierungsgesetz weiterentwickelt werden soll.
GEG-Entwurf als Chance, Versorgungssicherheit im Fokus
Auf Grundlage dieses Entwurfs skizzierte er die Chancen für das Ofenbauerhandwerk:„Das neue GEG bietet eine Chance, die wir vorher so nicht hatten.“ Gleichzeitig, so Mülleneisen, könne die geplante Neuregelung eine Phase der Unsicherheit beenden und erstmals verlässlichere Rahmenbedingungen für Investitionen und Marktentwicklung schaffen.
Dabei machte er deutlich, dass es sich ausdrücklich um eine Perspektive auf Basis der aktuellen politischen Planungen handelt. Gerade deshalb sei es jetzt wichtig, die sich abzeichnenden Chancen frühzeitig zu erkennen und strategisch zu nutzen. Einzelfeuerstätten könnten im Zuge der vorgesehenen Regelungen künftig eine deutlich stärkere Rolle in modernen, hybriden Heizkonzepten einnehmen.
Gerade vor dem Hintergrund internationaler Unsicherheiten bei fossilen Energieträgern komme der stabilen Versorgung mit dem heimischen Rohstoff Holz eine besondere Bedeutung zu.«
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die wachsende Bedeutung der Versorgungssicherheit. Mülleneisen verwies darauf, dass strombasierte Heizsysteme insbesondere in Krisensituationen – etwa bei großflächigen Stromausfällen – an ihre Grenzen stoßen können. Elektrizität als alleinige Wärmequelle sei damit nicht uneingeschränkt verlässlich. Demgegenüber biete der Kachelofen eine unabhängige und robuste Alternative: Nutzer seien weder von Energiepreisen noch von politischen oder geopolitischen Entwicklungen abhängig.
Gerade vor dem Hintergrund internationaler Unsicherheiten bei fossilen Energieträgern komme der stabilen Versorgung mit dem heimischen Rohstoff Holz eine besondere Bedeutung zu. Diese Sicherheit werde zunehmend auch von Verbrauchern wahrgenommen – ein Trend, der der Branche zusätzliche Marktchancen eröffne.
Mülleneisen verband diese Perspektive mit einem klaren Appell an das Handwerk: Die sich bietenden Chancen müssten aktiv genutzt werden. Sichtbarkeit, Engagement und gemeinsames Auftreten seien entscheidend, um die Stärken der Branche wirksam zu kommunizieren und politisch zu verankern. Ziel bleibe es, einen Großteil der deutschen Ofenbaubetriebe im GVOB zu vereinen und so die Schlagkraft des Verbandes weiter zu erhöhen.
Nachwuchsarbeit, Kommunikation und politische Interessenvertretung
Neben der energiepolitischen Einordnung wurden auch zentrale Maßnahmen des vergangenen Jahres vorgestellt. Andreas Schoenfeld berichtete in diesem Zusammenhang über die umfassenden Werbeaktivitäten des Verbandes. Dazu zählen unter anderem verstärkte Pressearbeit mit hoher Reichweite, der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten sowie die Weiterentwicklung der Kachelofentage als Instrument zur gezielten Endkundenansprache – wichtige Bausteine, um die Wahrnehmung moderner Holzfeuerstätten nachhaltig zu stärken.
Ein besonderer Fokus lag auf dem Thema Nachwuchs und Ausbildung. Andreas Neuer stellte die strategische Weiterentwicklung der Initiative„Ofenhelden“ vor, die junge Menschen gezielt für das Ofenbauerhandwerk begeistert. Neben digitalen Formaten und Schulaktionen wurde insbesondere die Präsenz auf der parallel stattfindenden Hagos-Börse hervorgehoben: Die Ofenhelden präsentierten sich dort als sichtbares Aushängeschild der Branche und unterstrichen die Bedeutung einer aktiven Nachwuchsarbeit. Gleichzeitig wurde deutlich, dass weiterhin ein hoher Bedarf an Ausbildungsbetrieben besteht und die Branche hier geschlossen handeln muss.
Ergänzend wurden aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen„Ofenzukunft“ und„Allianz Freie Wärme“ vorgestellt. Im Fokus standen dabei unter anderem die politische Interessenvertretung, Fragen der Technologieoffenheit im Zuge der aktuellen Gesetzesdebatte sowie die Rolle von Holzfeuerstätten in der kommunalen Wärmeplanung. Der GVOB betonte die Bedeutung einer faktenbasierten Diskussion und rief dazu auf, bestehende Netzwerke in Politik und Verbänden aktiv zu nutzen und auszubauen.
Mit einem insgesamt positiven Ausblick machte die Veranstaltung deutlich: Die politischen Rahmenbedingungen befinden sich im Wandel und eröffnen der Ofenbaubranche neue Perspektiven. Entscheidend wird nun sein, diese frühzeitig zu erkennen und aktiv zu gestalten.
Ehrung für Jens hilt
Ein besonderer Moment der Versammlung war die Ehrung von Jens Hilt, der für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und sein Engagement für den GVOB sowie die gesamte Branche ausgezeichnet wurde. Sein Einsatz steht exemplarisch für das persönliche Engagement, auf dem die Stärke des Verbandes maßgeblich beruht.
Foto: Jens Fischer
Ehrung für Jens Hilt (Mitte): Robert Mülleneisen (links) und Guido Eichel (rechts) übernahmen die Auszeichnung.
Jetzt weiterlesen und profitieren.
+ K&L E-Paper-Ausgabe – acht Ausgaben im Jahr + Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv