Leipzig wurde Anfang Februar 2026 für zwei Tage zum Verdichtungsraum einer hochkonzentrierten Fachdiskussion über Feinstaub, Messmethoden, Sekundärmaßnahmen und die künftigen Leitplanken der europäischen Regulierung für Einzelraumfeuerstätten. Mitten in diesem Diskurs war die Clean Exhaust Association e. V. (CEA) präsent – sichtbar, einordnend und mit klarer Haltung. Insgesamt drei Fachveranstaltungen spannten einen thematischen Bogen, in dem technische Detailfragen ebenso verhandelt wurden wie die strategische Ausrichtung der kommenden Jahre.
Den zentralen inhaltlichen Akzent setzte der Verband am 4. Februar 2026 beim Fachgespräch „Partikelabscheider“ des Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in Kooperation mit dem Technologie- und Förderzentrum Straubing (TFZ). Dort ordnete Dr. Johannes R. Gerstner, Advisor und Berater des geschäftsführenden Vorstands der CEA, den Rechtsrahmen, den aktuellen Stand und die politische Dynamik der laufenden Ecodesign-Revision für Einzelraumfeuerstätten ein.
Sein Vortrag machte deutlich, in welcher Phase sich das Verfahren derzeit befindet: Noch liegt kein formaler Entwurf vor, doch die inhaltlichen Leitplanken werden genau jetzt gesetzt. Während ein breiter politischer Konsens über die Notwendigkeit weiterer Emissionsminderungen besteht, verlaufen die eigentlichen Trennlinien entlang der Frage, wie ambitionierte Ziele mit reproduzierbaren Prüfmethoden und einer realistischen Vollzugspraxis zusammengebracht werden können. Dr. Gerstner richtete den Blick dabei bewusst nach vorn und hob die strategische Bedeutung des Zusammenspiels von Ecodesign und Energie-Labeling hervor. Ecodesign definiere den Markteintritt, das Label entscheide über den Markterfolg. Genau hier liege eine zentrale Chance für qualitativ hochwertige, besonders emissionsarme Geräte – häufig kombiniert mit zusätzlichen Technologien wie Staubabscheidern. Richtig ausgestaltet, könne das Labeling zum Innovationsmotor werden und der Ofenbranche einen verlässlichen Orientierungsrahmen für die kommenden zwei Jahrzehnte bieten.
Bereits am 3. Februar 2026 war die CEA in den fachlichen Austausch der EFA (Europäischen Feuerstättenarbeitsgemeinschaft) eingebunden. Beim Workshop zu Sekundärmaßnahmen stellte Daniel Jud die industrieseitige Perspektive auf Staubabscheider vor. Er machte deutlich, dass diese Technologien im Realbetrieb eine hohe Feinstaubminderungswirkung entfalten, unabhängig vom Nutzerverhalten funktionieren und sowohl für Neuanlagen als auch für Nachrüstungen geeignet sind. Zugleich betonte er, dass Sekundärmaßnahmen künftig konsequenter als ernsthafte Option im Instrumentarium der Emissionsminderung berücksichtigt werden müssten. Gerade in einem regulatorisch stark verdichteten Umfeld könnten sie helfen, notwendige Differenzierungen, Ausnahmen oder Privilegierungen sachlich zu unterlegen und so praktikable Lösungsräume für Handwerk und Ofenindustrie offen zu halten. Ergänzt wurde dieses Bild am selben Tag durch die Teilnahme der CEA als Gast am DBFZ-Fachgespräch zu Staubmessverfahren. Auch ohne eigenen Beitrag verfolgte der Verband die Diskussionen zu Messmethodik, Reproduzierbarkeit und Real-Life-Erfassung aufmerksam – Themen, die unmittelbar darüber entscheiden, wie ambitionierte Grenzwerte künftig bewertet und durchgesetzt werden können.
Mit ihrer Präsenz bei drei Veranstaltungen innerhalb von zwei Tagen machte die Clean Exhaust Association e. V. deutlich, dass wirksame Feinstaubminderung nicht aus Einzelmaßnahmen entsteht, sondern aus dem Zusammenspiel von belastbarer Messtechnik, praxistauglichen technischen Lösungen und einem realitätsnah ausgestalteten europäischen Rechtsrahmen. Der Verband sieht die kommenden Monate als entscheidendes Zeitfenster, um die Revision der Ecodesign-Verordnung so mitzugestalten, dass Umweltwirkung, Marktlogik und handwerkliche Praxis nicht gegeneinander ausgespielt, sondern sinnvoll miteinander verbunden werden.