Wenn im Leda Werk flüssiges Eisen in Form gegossen wird, nimmt die Fertigung im Schmelzofen ihren Anfang. Die Bauteile entstehen aus rotglühendem Eisen im Gussverfahren. Gusseisen ist besonders hitzebeständig und formstabil, verfügt über eine hohe Wärmeleitfähigkeit und bildet damit die Basis für langlebige Feuerstätten.
Viele der Bauteile erhalten zusätzlich eine emaillierte Oberfläche. Die Emaille besteht aus natürlichen Rohstoffen wie Quarz und Pottasche (Kalziumcarbonat) und bildet als Schmelzglas eine dauerhaft schützende Verbindung mit Metall und Guss. Bei rund 800°C werden Gusseisen und Emaille untrennbar miteinander verschmolzen, wodurch ein lebhafter Glanz und farbliche Tiefe entstehen. Die Emaille erhöht zugleich die Widerstandsfähigkeit gegenüber Korrosion und Reinigungsmitteln. Diese Fertigungstiefe ist das Ergebnis einer langen Entwicklungsgeschichte, die am Standort Leer seit mehr als einem Jahrhundert kontinuierlich vorangetrieben wird.
Standort, Handwerk und gewachsene Kompetenz
Gegründet wurde das heutige Leda Werk am 1. Mai 1873 als Eisengießerei unter dem Namen„Franzen & Co.“. Der Standort am Fluss Leda im ostfriesischen Leer ist bis heute prägend für die Entwicklung des Unternehmens. Der Gebäudekomplex aus rotem Backstein verleiht diesem Abschnitt der Altstadt ein markantes Gesicht. Das Zusammenspiel aus historischer Bausubstanz und moderner Architektur spiegelt die kontinuierliche Weiterentwicklung des Standorts wider.
Entwicklung und Fertigung finden ausschließlich in Leer statt.«
Ein besonderer Bestandteil des Betriebsgeländes ist die aufwendig restaurierte Jugendstilvilla aus der Gründerzeit des Unternehmens. Sie steht exemplarisch für die gewachsene Verbindung von Handwerk, Industrie und Architektur. Heute dient das Gebäude als Schulungszentrum und bildet einen wichtigen Ort für Wissenstransfer und hausinterne Schulungen sowie Fachseminare.
Fertigungstiefe am Standort Leer
Entwicklung und Fertigung finden ausschließlich in Leer statt. Beginnend bei der CAD-Konstruktion und dem Modellbau, dem Schmelzofen, dem automatischen Gießen, dem Emaillierwerk, der CNC-Bearbeitung bis hin zur Montage und Lackieranlage – alle Fertigungsschritte sind am Standort gebündelt. Diese Fertigungstiefe ermöglicht eine enge Verzahnung der einzelnen Prozesse und schafft die Voraussetzung für gleichbleibend hohe Qualität über alle Produktionsstufen hinweg.
Forschung, Prüfstand und Emissionsminderung
Ein zentraler Bestandteil ist der Forschungsbereich mit einem Werkprüfstand. Neben der Produktentwicklung mit Fokus auf niedrige Emissionsgrenzwerte und Normvorgaben werden hier umfangreiche Messreihen durchgeführt sowie bestehende Konstruktionen gezielt weiterentwickelt. Im Fokus stehen reproduzierbare Messergebnisse, die Einhaltung aktueller Normen sowie die gezielte Reduzierung von Emissionen der Feuerstätten. Die Prüfungen stellen sicher, dass konstruktive Entscheidungen bereits im Entwicklungsprozess belastbar bewertet und in die Serienfertigung überführt werden können.
Die Prüfungen im Hausstellen sicher, dass konstruktive Entscheidungen bereits im Entwicklungsprozess belastbar bewertet und in die Serienfertigung überführt werden können.«
Auf dieser Basis hat Leda das System „Klima Plus“ entwickelt. Es bündelt Lösungen, die den Verbrennungsprozess gezielt steuern, die eingesetzte Heizenergie effizient nutzen und Emissionen nachhaltig reduzieren. Klima Plus ist ein abgestimmtes Zusammenspiel mehrerer Funktionen. Zu den zentralen Elementen zählen der Volumenstromregler, die Muldenfeuerung, ein Katalysator, die elektronische Heizhilfe sowie eine intelligente Steuerungstechnik, die die Verbrennungsluftzufuhr optimal an jede Abbrandphase anpasst. Gemeinsam tragen sie dazu bei, den Abbrand zu stabilisieren, Emissionsspitzen zu vermeiden und die Anforderungen aktueller und zukünftiger Normen zuverlässig zu erfüllen.
Foto: Leda Werk
Blick in die Produktion in Leer.
Foto: Leda Werk
Von zentraler Bedeutung ist Forschungs- und Entwicklungsbereich mit eigenem Prüfstand.
Foto: Leda Werk
Ausstellungsgebäude „Feurige Welten“.
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