Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Mit der KOK in Wels Mitte Januar liegt das erste Branchenevent des Jahres bereits hinter uns. Wie jedes Jahr markiert diese Veranstaltung nicht nur den Auftakt des Messekalenders, sondern gilt auch als erstes Stimmungsbarometer für unsere Branche. Hersteller, Handel und Handwerk kommen hier früh zusammen – und genau hier stellt man die zentrale Frage: Wo stehen wir aktuell, und wohin geht die Reise?
Die Rückschau auf 2025 fällt bei vielen Marktakteuren nüchtern aus. Das vergangene Jahr war für die Ofenbranche kein leichtes. Zurückhaltung bei Investitionen, Unsicherheiten im Markt und eine spürbare Zurückhaltung auf Kundenseite haben ihre Spuren hinterlassen. Diese Einschätzung zog sich wie ein roter Faden durch viele Gespräche in Wels.
Umso bemerkenswerter ist der Blick nach vorn. Auf Nachfrage zeigten sich viele Gesprächspartner für 2026 vorsichtig optimistisch. Der allgemeine Tenor: Der Tiefpunkt scheint durchschritten, der Markt beginnt sich zu stabilisieren. Von großer Aufbruchsstimmung möchte noch niemand sprechen – wohl aber von einer spürbaren Beruhigung und wieder verlässlicherem Fahrwasser.
Dabei lohnt sich ein differenzierter Blick auf die einzelnen Marktsegmente. Im Bereich der individuell geplanten Kachelöfen und Kaminanlagen präsentiert sich die Lage erfreulich solide. Der klassische Kachelofenbau profitiert weiterhin von handwerklicher Qualität, Individualität und langfristigem Denken der Kunden. Die Auftragslage stimmt, die Bücher sind bei vielen Handwerksbetrieben gut gefüllt.
Anders stellt sich die Situation im Segment der Kaminöfen dar. Hier bleibt der Markt hinter den Erwartungen zurück. Die Nachfrage ist vorhanden, erreicht aber noch nicht das Niveau, das viele Betriebe und Hersteller erhofft hatten. Es besteht weiterhin Potenzial – gleichzeitig ist klar, dass dieses Marktsegment stärker von konjunkturellen Schwankungen und Konsumzurückhaltung beeinflusst wird.
In der Gesamtschau jedoch überwiegt der positive Ausblick: Für 2026 rechnet die Branche mit mehr Stabilität, besserer Planbarkeit und einem insgesamt ruhigeren Marktumfeld im Feuerstättenbereich.
Die KOK in Wels war damit ein erster wichtiger Gradmesser – aber längst nicht der einzige. Auf den kommenden Veranstaltungen werden wir die Stimmung weiter einfangen, vertiefen und hinterfragen. Wir freuen uns auf spannende Gespräche und neue Impulse beim Arbeitsseminar in Bad Tölz, beim Norddeutschen Kachelofenbauertag in Linstow, auf der Progetto Fuoco in Verona, beim WBS in Titisee und natürlich auf der Hagos-Börse 2026 Mitte März.
Der Jahresstart zeigt: Die Branche ist realistisch, wachsam – und wieder zuversichtlich. Eine gute Grundlage für alles, was vor uns liegt.