Warenkunde: Ein Stück lebendige Vergangenheit
03.03.10 - 10:00 Uhr
Wer sich mit alten Dingen umgibt, muss kein "Ewiggestriger" sein. Dafür gibt es auch andere Motive: ein ausgeprägtes Stilempfinden zum Beispiel, oder die Liebe zu individuellen Dingen, die man nicht mehr "von der Stange" bekommt. Gerade im Bereich Feuerstätten ist die Historie besonders facettenreich. Es lohnt sich, sich näher damit zu befassen.
Von Herbst bis Frühjahr behagliche Wärme im Haus (meist nur in einzelnen Räumen) genießen zu kön- nen, war vor 100 Jahren keine Selbstverständ-lichkeit. Komfortable Zentralheizungen nach heuti- gem Verständnis gab es noch nicht, weshalb sich die Öfen und Kamine, denen die Bewohner die wohlige Wärme zu verdanken hatten, einer besonders hohen Wertschätzung erfreuten. Das wiederum dokumen- tiert sich auch in ihrem aufwendigen "Design". Historische Öfen und Kamine sind mit ihrer detailreichen Gestaltung oft ein außergewöhnlicher Blickfang im Haus. Darüber hinaus können sie - technisch in Top-Zustand versetzt - als Heizquelle auch heute noch echten Nutzwert bieten. Einen Vergleich mit aktuellen Feuerstätten brauchen sie nicht zu scheuen. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Firmen, die sich der Bergung, Aufarbeitung und Neuinstallation historischer Feuerstätten widmen. Wenn nachfolgend einige von ihnen namentlich genannt werden, erhebt das keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche Ofenbaubetriebe haben sich genau auf das Gebiet der Restaurierung antiker Öfen spezialisiert, andere, zum Beispiel Händler für historische Baustoffe, bieten Öfen und Kamine neben antiken Türen, Fenstern, Ziegelsteinen, Fachwerkbalken als eine Produktgruppe unter vielen an. Hier bekommt der Kunde die Ware üblicherweise auch nur in dem Zustand, in dem sie aus Abrissimmobilien geborgen oder im Zuge einer Sanierung ausgebaut wurden. Das ist ein entscheidender Unterschied, denn nach Jahrzehnten bis Jahrhunderten ständigen Betriebs und oft längeren Stillstandszeiten sind die meistens historischen Feuerstätten keineswegs sofort wieder einsetzbar, einige weisen sogar irreparable Schäden auf, die sie auf Dauer zum reinen Dekorationsartikel abstempeln. Bei einer antiken Kaminumrahmung spielt das keine große Rolle, denn hier wird der eigentliche Brennraum ohnehin beim Wiedereinbau individuell angefertigt. Dagegen muss beispielsweise ein alter Gussofen vor erneuter Inbetriebnahme in allen Bauteilen gründlich inspiziert und meist auch mit großem Aufwand repariert werden - ein eindeutiger Fall für den Fachbetrieb. |
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