Ausbildung - Theorie und Praxis
20.01.10 - 10:20 Uhr
Mal ehrlich: Nicht immer wird die Berufsschule von Schülern als beglückendes Highlight der Ausbildung empfunden. Wenn es aber an die praktische Projektarbeit geht, sind alle jungen Ofenbauer "Feuer und Flamme". Vor allem, wenn dabei am Ende eine komplett selbst geplante und voll funktionstüchtige Feuerstätte entsteht
Bereits vor zwei Jahren baute eine Schulklasse der Hannoveraner BBS 3 in Eigenregie einen Heizkamin für das Heideheim in Bissendorf (K & L-Magazin berichtete). Damals war das Projekt eine Idee der engagierten Berufsschullehrerin Claudia Hackmann, um den manchmal etwas trockenen Schulalltag etwas praxisnäher und abwechslungsreicher zu gestalten und vor allem die Eigeninitiative der Schüler zu fördern. Seit August 2007 sind solche Projekte nach dem neuen Ausbildungsrahmenplan und Rahmenlehrplan als "handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung" sogar ausdrücklich vorge-sehen. Doch nach den überaus positiven Erfahrungen hätte Claudia Hackmann auch ohne diese Vorgabe ein nächstes ähnlich geartetes Projekt initiiert. Diesmal sollte ein richtiger Heizkamin einen alten "Kamin-Dummy" ersetzen, der im Treppenhaus der Berufsschule als funktionsloses Ausstellungsstück diente. Ein wesentlicher Aspekt des auf zwei Jahre angelegten Projekts sollte auch jetzt wieder die vollständig von den Schülern selbst organisierte Arbeit sein, von der Konzeption über die Kostenkal-kulation und Sponsorwerbung bis zur tatsächlichen Ausführung. Und so begann das 2. Ausbildungsjahr für die 16 Schüler der SKH 2A 08/09 an der Berufsbildenden Schule 3 mit der Planung und Gestaltung des Heizkamins unter "Echtbedingungen". Das heißt, das Projekt wurde von den vier gebildeten Arbeits-gruppen wie ein Kundenauftrag behandelt, bei dem jede Gruppe ein mit den anderen konkurrierendes Angebot erstellte. Zunächst wurden Raumgröße und Aufstellort ermittelt. Danach wurden unter Berück-sichtigung der örtlichen Gegebenheiten nach den Fachregeln die Heizlast und die Heizkammer-abstände sowie der Zug berechnet, die Zu- und Umluftöffnungen definiert. Entwurf und Konstruktion des Ofens erfolgten mit PaletteCAD, für die Darstellung der Auftragsplanung erstellten die Arbeitsgruppen je eine Projektmappe und eine Powerpoint-Präsentation. Aus zwei vorgestellten Entwürfen wählte man schließlich den inzwischen realisierten aus. Nun mussten Firmen angesprochen werden, die die einzelnen Ofenbestandteile sponsern sollten, denn die konnten aus Schulmitteln natürlich nicht bereitgestellt werden. Auch diese akquirierten die Schüler völlig eigenständig. Besonderer Dank für großzügige Sachspenden gebührt: Spartherm für den Kamineinsatz und das Nachheizaggregat, Brula für die BrulaPor-Platten und Ofenputz, der Hagos für Schamottesteine, Gewebe, Haftmörtel und ebenfalls Ofenputz, Schako für die Zuluftgitter, Ruka für die Abdecker und Simsabdecker und last but not least dem Ofenhaus Colnrade für den Schamottemörtel. Beinahe ebenso wichtig war die freundliche Unterstützung mit Arbeitsmitteln durch die Ausbildungsbetriebe der einzelnen Schüler. Auf diese Weise standen zum Beispiel Nassschneider, Wasserwaagen, Wendelrührer und Aufziehkellen in ausreichender Zahl zur Verfügung, als vom 11. bis 19. 5. 09 die praktische Umsetzung erfolgte. Und so lief der Ofenbau ab: |
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