Bio-Ethanol-Feuerstellen
14.01.10 - 11:20 Uhr
Von: Reinhard WylegallaEin romantischer Abend am Kamin ist nicht länger ein Privileg für Hausbesitzer. Neuerdings können sogar Mieter von Neubauwohnungen gemütlich am offenen Feuer einen guten Tropfen genießen, in einem guten Buch schmökern oder aber mit Freunden über Gott und die Welt philosophieren. Möglich macht es eine erst vor wenigen Jahren entwickelte Brenntechnik auf der Basis von Bio-Ethanol. "Für die Installation von Kaminen und Feuerstellen, die mit Cult Fire® Bio-Ethanol betrieben werden, ist weder ein Schornstein erforderlich noch muss der Vermieter seine Zustimmung geben", unterstreicht Jens Luft. Seit Mai des vorigen Jahres präsentiert er in seiner "kaminlounge LE" in einem Leipziger Gewerbegebiet an der Merseburger Straße neben Kaminen, Öfen und Pelletheizungen das innovative Sortiment "Cult Fire®" aus der Schwabacher Manufaktur für Design-Feuerstellen. "Den Einstieg in dieses interessante Metier habe ich eigentlich einem Kunden zu verdanken", gibt der gelernte Rohrleitungsbauer und Kaufmann freimütig zu. 1998 hatte er als Generalunternehmer die "Handwerkergemeinschaft für schlüsselfertiges Bauen" - eine Art Netzwerk, das sich aus Subun-ternehmern verschiedener Baugewerke zusam-mensetzt - gegründet. "Bis heute haben wir etliche Mehrfamilien-Häuser saniert, den kompletten Außen- und Innenausbau von mehr als 60 Fertigteilhäusern durchgeführt und um die zehn Zahnarztpraxen eingerichtet", berichtet Jens Luft. Als ihn dann ein Auftraggeber fragte, ob er auch den Bau eines Kamins übernehmen würde, sah der Unternehmer eine Chance, das Komplettangebot der Handwerkergemeinschaft um ein interessantes Segment zu bereichern. In einer österreichischen Fachzeitschrift entdeckte er eine Anzeige, in der Vertriebspartner für Bio-Ethanol-Feuerstellen gesucht wurden. Daraus entstand ein Kontakt zur Schwabacher Manufaktur. "Ich entwickelte die Idee, ein Sortiment aus verschiedenen hochwertigen Produkten und Brenntechniken nebst Zubehör zusammenzustellen", so Jens Luft. Apropos Zubehör: Für ein stilvolles Ambiente offeriert der Unternehmer auch hochwertige PVC-Bodenbeläge in Holzstruktur und Wandverkleidungen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, von Beton- über Ziegel- bis zur Felsoptik. Jens Luft möchte nicht unbedingt in Konkurrenz zu den klassischen Kaminbauern treten: "Dort, wo es mir sinnvoll erscheint, biete ich eine Kooperation an. Auf diese Weise können Synergien entstehen, von denen alle Beteiligten profitieren." Zum Beispiel beim Verkauf und der Installation von Kaminen und Öfen der Firma Wodtke. Der Unternehmer: "Dieser Hersteller hat neue Pelletöfen entwickelt, in denen der Reiz des offenen Feuers mit den Vorteilen einer vollautomatischen Heizung kombiniert wird. Hier sehe ich Schnittpunkte für eine Zusammenarbeit mit Heizungs- und Ofenbauern." Ebenso gehören Produkte des renommierten belgischen Herstellers M-Design zu seiner breiten Angebotspalette.
"Cult Fire®"-Brenneinsätze seien zwar hochpreisig, räumt Jens Luft ein. Doch die Qualität des Materials, das technische Know-how sowie die absolute Betriebssicherheit würden sich perspektivisch rechnen. "Nach vielen Versuchsreihen ist es der Schwabacher Manufaktur gelungen, einen Brenn-behälter mit Mehrkammernsystem zu entwickeln, der eine optimale Verbrennung und niedrigste Abgaswerte mit optimalem Raumklima gewähr-leistet", erläutert der Unternehmer. Auf die beim Patent- und Markenamt mittlerweile geschützte tiefgezogene und schweißnahtfreie "Kernzelle" aus Edelstahl gibt es vom Hersteller seit diesem Jahr nunmehr sogar zwanzig Jahre Garantie. Dank der ausgeklügelten Technik erreichen die Flammen eine Höhe bis über vierzig Zentimeter, ohne dass sich der Bio-Ethanol-Verbrauch erhöht. Es gibt beim Betrieb weder Funkenflug noch unangenehme Gerüche oder gar deutliche Rußablagerungen.
Umzug? Überhaupt kein Problem
Modelle für den Selbsteinbau sind nicht risikofrei Insgesamt schätzt er den Markt für Bio-Ethanol optimistisch ein: "Nach der Statistik waren im Jahr 2003 8,3 Millionen deutsche Haushalte mit Holzfeuer-stätten ausgestattet. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es eine ebenso große Nachfrage nach Bio-Ethanol-Lösungen als Alternative gibt." Wenig Verständnis hat Jens Luft indessen dafür, dass dieser Markt bisher nicht reguliert worden ist: "Es gibt mittlerweile Billigimporte für den Selbsteinbau. Werden die Brenner aber nicht fachgerecht montiert, sind Unfälle infolge Explosion oder Vergiftungen durch überhöhte Werte an Kohlendioxid und manchmal sogar Kohlenmonoxid vorprogrammiert." |
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