Samstag, 19. Januar 2019 Betrieb & Management
 
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Begabtenförderung

29.04.10 - 10:20 Uhr
Von: Dr. Hans Winter

Dieses 1991 gestartete staatliche Förderprogramm unterstützt gezielt berufsbezogene und persönlichkeitsbildende Weiterbildungs-maßnahmen begabter junger Berufstätiger, die überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Es fördert bei ihrem Aufstieg durch Bildung besonders talentierte und motivierte Fach- kräfte, die sich für eine "Karriere mit Lehre" entschieden haben.

Das Programm wird aus Mitteln des Bundes-ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Bis einschließlich 2008 wurden insgesamt 78.500 Stipendiaten mit rund 243 Millionen Euro gefördert. Jährlich kommen über 6.000 neue Stipendiaten hinzu.

Die Begabtenförderung in der beruflichen Bildung ist ein wichtiger Schritt, die Gleichwertig-keit beruflicher und allgemeiner Bildung zu verwirklichen, die Attraktivität der Erstausbildung zu steigern, das Begabungspotenzial in der beruflichen Bildung zu erschließen und einen leistungsorientierten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Oft weckt die Begabtenförderung erst das Interesse an der Weiterbildung, stärkt die Fortbildungsmotivation und die Einsicht, sich lebenslang zu qualifizieren, und wird so zur Anschubfinanzierung für zukünftig eigenständig geplante Bildungsaktivitäten.
Neueren Untersuchungen zufolge beteiligen sich ehemalige Stipendiaten der Begabtenförderung berufliche Bildung an Fortbildungsmaßnahmen weitaus häufiger als gleichaltrige Berufstätige im Allgemeinen. Neunzig Prozent aller Geförderten konnten zudem ihre berufliche Position verbessern, über die Hälfte hat verantwortungsvollere Aufgaben übernommen und ein höheres Einkommen erzielt.

Kriterien für  die Aufnahme
Der Zugang zu dieser attraktiven Förderung kann durch eine der drei folgenden Voraussetzungen erreicht werden:
Durch eine duale Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufs-bildungsgesetz (BBiG), der Handwerksordnung (HwO) oder einem bundesgesetzlich geregelten Fachberuf im Gesund-heitswesen. Die Berufsabschlussprüfung, zum Beispiel die Gesellenprüfung, muss mit besser als "gut" bestanden, also im praktischen und im theoretischen Teil (in der Fertigkeits- und in der Kenntnisprüfung) mindestens einmal mit "sehr gut" und einmal mit "gut" bewertet sein, oder durch die besonders erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb. Dieses Aufnahmekriterium erfüllt, wer bei einem Landes- bzw. Bundeswettbewerb den ersten, zweiten oder dritten Platz belegen konnte, alternativ Teilnehmer an einem internationalen Leistungs-wettbewerb war, oder durch den begründeten Vorschlag eines Arbeitgebers oder der Berufsschule als förderungswürdig empfohlen wird. Diese sogenannte Öffnungsklausel spielt im Handwerk bisher nur eine untergeordnete Rolle.

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