Schornsteinfeger präsentieren sich auf der Woche der Umwelt in Berlin

Am 5. und 6. Juni 2012 findet im Park von Schloss Bellevue, dem Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten, erneut die Woche der Umwelt statt. Rund 200 Unternehmen, Forschungsinstitute, Vereine und Verbände stellen in einer 3.000 Quadratmeter großen Zeltstadt innovative Umweltprojekte und Technologien vor. Auch der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks zählt zum Kreis der ausgesuchten Aussteller und beteiligt sich auf Einladung des Bundespräsidialamtes und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an der zweitägigen Leistungsschau.

Mit dem Thema „Energieeinsparmöglichkeiten und Reduzierung von Feinstaub durch Beratung rund um feste Brennstoffe“ wurde der Bundesverband in einem vorherigen Bewerbungsverfahren von einer Jury ausgewählt. Das Schornsteinfegerhandwerk erhält damit die Möglichkeit, einem breiten Publikum aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft seine aktive Rolle im Umwelt- und Klimaschutz zu demonstrieren. Das vom Bundesverband präsentierte Projekt beschäftigt sich mit Feinstaubemissionen bei der Holzverbrennung in Kleinfeuerungsanlagen. Vorgestellt werden u.a. Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze im Rahmen der Schornsteinfegerarbeiten.

 

Feinstaubbelastung aus Holzöfen gestiegen

In Deutschland gibt es nach Informationen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 14 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen. In diesen häufig als Zusatzheizung genutzten Kamin- oder Kachelöfen wird überwiegend Holz verbrannt. Grundsätzlich ist der nachwachsende Brennstoff Holz unter Klimaschutzaspekten sinnvoll, da CO2-neutral. Problematisch wird es erst, wenn das Holz zu feucht bzw. aus anderen Gründen ungeeignet ist und/oder Ofenbesitzer ihren Ofen nicht richtig nutzen. Falsches Anheizen sowie eine fehlerhafte Zuluftregulierung beispielsweise fördern eine unvollständige Verbrennung und können verstärkte Rußablagerung und Staubemissionen zur Folge haben. Wie das Bundesumweltministerium mitteilt, bestehen 97 Prozent der aus Öfen und Kaminen emittierten Gesamtstaubmenge aus Feinstaub. Häusliche Feuerstätten gelten damit neben dem Straßenverkehr als eine der maßgeblichen Quellen für feinste Staubpartikel, die als Luftschadstoffe bis in die Atemwege gelangen und die Gesundheit belasten können.

 

Strengere Staubgrenzwerte seit 2010

Da auch in Zukunft eine Zunahme der Wärmeversorgung über Holz-Öfen und -heizungsanlagen zu erwarten ist, entschloss sich die Bundesregierung im Jahr 2010 zu einer Novellierung der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV), um die Feinstaubbelastung durch kleine und mittlere Feuerungsanlagen zu verringern. Die novellierte 1. BImSchV enthält u.a. strengere Emissionsgrenzwerte - neu auch für kleinere Öfen und Anlagen ab 4 Kilowatt - und überträgt den Schornsteinfegern zusätzliche Aufgaben.

 

Flächendeckende Beratung durch Schornsteinfeger

Bis zum 31.12.2014 wird der Schornsteinfeger jeden Besitzer bzw. Nutzer einer Feuerstätte für feste Brennstoffe - überwiegend Kamin- und Kachelöfen, aber auch Heizkessel, die von Hand befeuert werden - zum richtigen Umgang mit dem Ofen und zur Lagerung der Brennstoffe beraten. Diese Frist gilt für bereits genutzte Öfen und Heizkessel. Bei neu in Betrieb genommenen Öfen oder Anlagen erfolgt das Gespräch innerhalb eines Jahres. Schornsteinfeger leisten damit flächendeckend Aufklärungsarbeit, denn viele Fehler basieren auf Unkenntnis und können durch gezielte Information vermieden werden. Da die rund 8.000 Schornsteinfegerbetriebe in Deutschland jeden Haushalt erreichen, der mit festen Brennstoffen heizt, können sie die Regierung bei ihren Bemühungen zur Luftreinhaltung im direkten Verbraucherkontakt unterstützen. Ziel ist die Sensibilisierung der Verbraucher für das Thema energiesparendes und klimaschonendes Heizen.

Aktuell steht die Einstufung von Feuerstätten für feste Brennstoffe an, deren Emissionsverhalten bislang noch nicht vom Schornsteinfeger geprüft wurde - zum Beispiel der klassische Kamin- oder Kachelofen im Wohnzimmer. Bis Ende 2012 stellt der Schornsteinfeger fest, ob die geltenden Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid (CO) eingehalten werden. Erfüllt ein Ofen diese Voraussetzung nicht, treten Übergangsfristen für Filternachrüstung oder Austausch in Kraft. Veraltete Modelle sollen so nach und nach ausgetauscht oder für einen schadstoffarmen Betrieb umgerüstet werden. Das Ministerium schätzt die Zahl der erneuerungs- oder sanierungsbedürftigen Anlagen auf 4,5 Millionen.