Gas geben mit Gasfeuerstätten

GASFEUERSTÄTTEN HABEN SICH ZU dem Wachstumssegment im Ofenbereich schlechthin entwickelt – die Hersteller berichten von deutlich zweistelligen jährlichen Zuwachsraten. Verständlich, dass fast alle von den „Großen“ ein Stück von dem Kuchen abbekommen möchten – sehr zum Vorteil für Ofenbauer und Endkunden, die aus einem immer größeren Angebot wählen können.

Gerade Gaskamine wie das Modell „Cosmo” von Spartherm/DRU sind prädestiniert für Tunnellösungen, denn im Gegensatz zu Holzkaminen bei schlechter Verbrennung ist eine unschöne Verschmutzung der beiden Scheiben ausgeschlossen.

Einer wie keiner: Der Gaskamin „Grappus” von Focus hat skulpturalen Charakter

Eine besonders „architektonische“ Gaskaminlösung ist dieser 140 cm lange „Carismo“ von Leda, von dem auch weitere

Varianten in anderen Ausführungen und Abmessungen verfügbar sind.

 

Feuervergnügen von zwei Seiten: Dieser Tunnel-Gaskamin von Brunner im Hochformat bietet Transparenz und Eleganz.

Mit verschiedenen Gaskaminvarianten startet jetzt auch Camina in

dieses Marktsegment. Hier der Speicherkamin „S13“.Sichtbetonoptik.

Offener Kamin mit Gas-Flächenbrenner nachgerûstet. So wird aus einem alten offenen Kamin ein moderner Gaskamin. Von The Flame.

Mit verschiedenen Gaskaminvarianten startet jetzt auch Camina in

dieses Marktsegment. Hier der Speicherkamin „S13“.Sichtbetonoptik.

Gas-Komfort im Kompaktformat bietet der schlichte Kaminofen

„Mosel“ von Oranier.

 

Der Gas-Tunnelkamin„Largo” von Spartherm/DRU hat ein so großes

Format, wie es sich mit Holzöfen kaum darstellen ließe

Der Raumteiler trennt, der Tunnel-Gaskamin von Brunner verbindet.

Individuelles Gasofenmodell von Camina mit „Ekko”-Einsatz „G U67”.

Foto: Brunner

Auch die auf ausgefallene Designöfen spezialisierte Manufaktur Focus hat Gaskamine im Programm – hier ein „Slimfocus“ in hängender Ausführung

 

Bei gasbetriebenen Öfen sind Bauformen möglich, die sich mit festen

Brennstoffen so nie umsetzen ließen. Ein Beispiel dafür ist der filigrane wandhängende Dreiseiten-Kamin „Milo“ von Spartherm/DRU

 

 

Auch bei Terrassenkaminen lässt sich Gas hervorragend einsetzen,

hier beim runden Modell „Bensch“ von The Flame

Wie sich aus der Einleitung ergibt, sollten auch Ofenbauer das Geschäft mit Gasfeuerstätten nicht links liegen lassen – die Nachfrage ist da, und noch ein weiterer Grund 
spricht dafür, sich intensiver um diesen Markt zu kümmern: Gaskamine sind komplexe technische Geräte, die aus Sicherheitsgründen nur von Profis aufgebaut und angeschlossen werden dürfen. Bislang wurde von Ofenbauern, die Gasgeräte installieren wollten, der sogenannte kleine oder große Gasschein verlangt. Diese Vorschrift besteht so nicht mehr, was bedeutet, dass jetzt jeder Ofenbau-Meisterbetrieb auch Gasgeräte installieren kann. Kleiner Wermutstropfen: Wer sich erstmalig mit der Materie befasst, muss sich dennoch mit einem ganzen Paket spezieller Regelwerke wie den Technischen Regeln für Gasinstallationen DVGW–TRGI, Arbeitsblatt G 600 (wird 2018 in einer neuen Fassung ercheinen) sowie gegebenenfalls den Technischen Regeln Flüssiggas DVFG-TRF 2012 und auch spezifischen Passagen der Landesbauordnungen sowie mit der MFeuV auseinandersetzen müssen, die nicht immer eindeutig formuliert erscheinen.

Um eine Klärung kümmert sich zurzeit ein Gremium des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima in St. Augustin (siehe hierzu auch den Infokasten oben). Die Gründe für die wachsende Beliebtheit von Gasfeuerstätten liegen auf der Hand, denn sie bieten einige Merkmale, die sehr gut in die heutige Zeit passen. Gasfeuerstätten sind komfortabel, sie spenden auf Knopfdruck (oft auch schon per Smartphone-App) sofort Wärme und sind regelbar. Sie sind überdies sauber im Betrieb – Feinstaub ist im Gegensatz zur Holzfeuerung überhaupt kein Thema. Gasfeuerstätten bieten dank ausgeklügelter Verbrennungstechnik trotzdem ein Flammenbild, das sich vom klassischen Holzfeuer kaum unterscheiden lässt, wahlweise aber auch ein ebenmäßiges „Flammendesign“, das sich hervorragend mit einer klaren, sachlichen Architektursprache ersteht. Das ist ein Grund, weshalb auch Architekten und Planer vermehrt Hotels und Büro-Objekte, aber auch ganze Wohnanlagen im gehobenen Preissegment mit den komfortablen und eleganten Wärmespendern ausstatten. 

 

Gaskamine als Problemlöser

In einigen Fällen ist ein Gaskamin sogar die einzige Möglichkeit, einen richtigen Kamin ins Haus zu bekommen, beispielsweise in Gebieten, in denen „Verbrennungsverbote für feste Brennstoffe“ gelten. Auch wenn die bauliche Situation etwas anderes kaum zulässt, können sie ein Problemlöser sein – beispielsweise wenn in einem mehrgeschossigen Haus keine regulären Schornsteine vorhanden sind und nur mit extremem Aufwand nachgerüstet werden könnten. Auch in Penthousewohnungen sind Gaskamine schnell installiert. Ohne klassischen Schornstein kann hier die Abgasanlage ohne Schacht und lediglich mit einer Mindestlänge von einem Meter zur Dachfläche abgeführt werden. Für Gaskaminöfen sind in vielen Bundesländern unter bestimmten Bedingungen auch Außenwand-Abgasführungen zulässig.

Damit nicht genug: Neben den altbekannten Punkten, die kaum noch erwähnenswert erscheinen – Scheibenreinigung, Feinstaub, Komfort auf Kopfdruck und so weiter – zählen inzwischen auch andere Parameter zu den wesentlichen Entscheidungskriterien. Kamine, die mit Gas betrieben werden, haben übrigens einen ebenso hohen Wirkungsgrad wie moderne Holzöfen (ca. 75 Prozent). Je nach Gerät bewegen sich die Betriebskosten für einen vierstündigen Kaminabend bei voller Heizleistung bei rund 
zwei Euro (Stand: Juli 2008, Quelle: Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V.). Zum Vergleich: Der Betreiber eines Holzkamins zahlt für vier Stunden Kaminambiente ca. 1,65 Euro, etwaige Ausgaben für die Anschaffung, Lagerung und das Holzhacken nicht eingerechnet. 
In Hotels und Wellnesscentern sowie in Bürogebäuden sind Gaskamine überdies viel praktischer als konventionelle Scheitholzöfen, denn Letztere verlangen nach kontinuierlicher Aufmerksamkeit (Holz nachlegen und Asche entleeren – ein personalintensiver Stör- und Schmutzfaktor)


Flammenbild unabhängig von der Gasart


Selbst wenn kein Erdgasanschluss im Haus vorhanden sein sollte, bedeutet das noch nicht gleich das Aus für den Kamin-Traum, denn viele Geräte sind auch in einer Propangas-Ausführung lieferbar und können somit aus einem Gastank am Haus oder mit Gasflaschen betrieben werden. Das Flammenbild von Gaskaminen selbst ist übrigens unabhängig von der Gasart. Die Feuerstätten-Hersteller verwenden einen Großteil der Entwicklungsarbeit für eine möglichst natürliche Holzfeuer-Optik mit möglichst langen, gelben Flammen. Hauptsächlich wird dies durch eine präzise dosierte Zuluftregelung erreicht. Während die Flammenfarbe zu Beginn der Feuerung fast immer Blau ist, kann sie je nach Konstruktion des Brenners nach einigen Betriebsminuten ins Gelbliche wechseln.
Oft ist kaum bekannt, dass die Anforderungen an Gasgeräte deutlich moderater sind als die strengen Vorgaben für die Holzfeuerstätten. So ist die „Raumluftunabhängigkeit“ bis 50 Pascal garantiert und bedarf nicht einmal einer gesonderten Zulassung durch das DIBt. Die Prüfnorm nach DIN EN 613 umfasst die 
entsprechende Druckdichte, auch bei gleichzeitigem Betrieb von Dunstabzugshauben. Daher eignen sich Gaskamine besonders für moderne Immobilien mit kontrollierter Wohnraumlüftung. Ihre besondere Vielseitigkeit, ihre einfache automatisierbare Bedienung und die Sauberkeit sind mithin die drei Schlüsselfaktoren, die hierzulande den Erfolg von Gasfeuerstätten maßgeblich begründeten und für weitere Zuwächse sorgen werden.